Ein Burger hier, eine süße Limo dort und anschließend noch einen Schoko-Riegel reingeschoben: Wer sich so ernährt, riskiert nicht nur löchrige Zähne und Polster auf den Hüften, sondern erhöht auch sein Risiko, an Diabetes zu erkranken.
Andreas hat in der Schule eine Jahresarbeit über "Rock’n Roll-Tanz" geschrieben. Auf die Frage, warum immer weniger junge Leute diese Sportart betreiben, antwortete er trocken: "Vielleicht weil die Jugendlichen zu fett sind?" Das kann man zwar netter ausdrücken, aber tatsächlich belegen Erhebungen, dass rund jeder sechste Jugendliche zu viel auf den Rippen hat - andere Quellen sprechen sogar von jedem dritten! Fünf bis acht Prozent werden gar als adipös, also krankhaft fettleibig bezeichnet. Dass das ungesund ist, ist bekannt. Eine schleichende Gefahr ist Diabetes – mit möglichen weiteren Erkrankungen als Folge. Man unterscheidet zwei Arten dieser Krankheit: Typ 1 und Typ 2. Typ 1 tritt bereits bei ganz Kleinen auf. Hier ist die Produktion des Insulins in der Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend. Insulin ist ein blutzuckersenkendes Hormon, das den gesamten Stoffwechsel beeinflusst. Beim Typ 2 ist das Insulin nicht mehr so wirksam, wodurch der Blutzucker kaum oder gar nicht mehr in die Zellen gelangen kann. Dieser Typ 2 – rund 90 Prozent aller Diabeteserkrankungen – wird oft als "Wohlstandskrankheit" betitelt, da er häufig bei Übergewicht zum Ausbruch kommt. Und was hat die Ernährung mit der Typ 2-Zuckerkrankheit zu tun? Ganz einfach: Wer zu süß und zu fett ist und sich zu wenig bewegt, legt schnell an Gewicht zu. Bei Übergewichtigen steigen oft die Blutzuckerwerte, was wiederum Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Insulins hat. Außerdem vermutet man, dass in den Fettzellen ein Hormon produziert wird, das das Insulin "lahm legt".
Früher galt Diabetes Typ 2 als "Alterszucker". Mittlerweile trifft die Krankheit aber immer mehr jüngere Menschen: Der jüngste Patient ist ein fünfjähriger Junge. Eine Studie in Südbayern, bei der übergewichtige Kinder und Jugendliche zwischen neun und 20 Jahren untersucht wurden, zeigt: Bei 6,7 Prozent gibt es Hinweise auf eine Störung des Zuckerstoffwechsels, 1,5 Prozent sind an Diabetes Typ 2 erkrankt. Schon heute, so die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, leiden 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen mittleren oder höheren Alters an der gefährlichen Kombi aus Adipositas, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Dass viele Kinder und Jugendlichen in (oder mit) der Schwergewichtskasse kämpfen, ist da nicht gerade ein positives Signal für die Zukunft.
Das hat auch die Politik erkannt: Sie setzt auf Vorbeugung und Aufklärung, da falsche Ernährung nur die eine Seite der Medaille sei. Eine andere ist zum Beispiel mangelnde Bewegung. Es müssen ja nicht gleich die akrobatische Höchstleistung wie Rock’n Roll mit Überschlag sein...
(AB)


