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Risiko Schönheits-OP

 
Fett absaugen, Brüste vergrößern, Nase richten: ganz schön viele Jugendliche wollen ihren Idolen nacheifern und sich operieren lassen. Manche scheinen das fast schon für so was wie einen Besuch beim Friseur zu halten. Ist es aber nicht - wie der aktuelle Skandal um schadhafte Brustimplantate sehr deutlich zeigt.


Frau mit Zeichnungen für OP-Schnitte auf der Haut
Bild: Take me and break me von soundlessfall unter CC-BY-Lizenz
Grundsätzlich ist für jede Schönheits-OP unter 18 Jahren das Einverständnis der Eltern erforderlich, und das mit gutem Grund. Aber folgt man den Ergebnissen der "BRAVO Dr.-Sommer-Studie" von 2009, so hätte etwa jedes vierte Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren eine Schönheits-OP als Geschenk angenommen! Es scheint fraglich, ob sich dieser Trend in drei Jahren schon wieder geändert hat. Nun gibt es auch einige, die ernsthafte Gründe wie Fehlbildungen, Narben oder ähnliches haben, aber der größere Teil dürfte eher in Richtung "ich will Brüste/Nase/Lippen/etc. haben wie..." tendieren. Dann kann von einer medizinischen Notwendigkeit schwerlich die Rede sein.

Mit 16 ist man noch nicht "fertig"
Schade eigentlich, dass so viele Jugendliche mit sich selbst nicht zufrieden sind - oder was immer der Grund sein mag. Werbung, Filme und Zeitschriften dürften da ihren erheblichen Teil zu beigetragen haben. Sogar der Verband der plastischen Chirurgen selbst beklagte 2010: "Reality-TV hat den Andrang von Jugendlichen für Schönheits-OPs erhöht". Aber vor allem muss man bedenken: da gibt’s eine Menge Risiken. Ist eben nicht wie beim Friseur, wo man als worst case `ne Scheiß-Frisur abkriegt. Infektionen, Nervenschädigungen, häßliche Narben, abgestoßenes Gewebe, Schmerzen, zeitaufwändige Nach-OP - da ist alles drin. Obendrein vergessen Jugendliche, die so was machen lassen wollen, in der Regel eine ziemliche Selbstverständlichkeit: sie wachsen noch. Es haben sich schon junge Frauen mit 16 die Brüste vergrößern lassen, und mit 20 waren sie ihnen dann zu groß, weil die zum Zeitpunkt der OP noch gar nicht "fertig" waren...

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Der aktuelle Skandal: Undichte Brustimplantate
Gleich Ende 2011 / Anfang 2012 macht ein Skandalthema die Runde: Weltweit sind von der Firma PIP hunderttausende Brustimplantate aus minderwertigem Material verkauft und somit von Chirurgen verwendet worden. Allein in NRW sollen laut tagesschau.de 25 Einrichtungen mit solchen Implantaten beliefert worden sein. Nun wird den betroffenen Frauen empfohlen, die Silikonkissen entfernen zu lassen. Dabei könnte auf alle, bei denen der Eingriff nicht aus medizinischen, sondern rein ästhetischen Gründen vorgenommen wurde, zumindest eine Beteiligung an den Kosten zukommen - geklärt ist das derzeit noch nicht. Und in jedem Fall wäre da noch die Belastung durch so eine OP...
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Ein SkalpellHeftig ist auch, dass die Bezeichnung "Schönheitschirurg" nicht gesetzlich geschützt ist. Das heißt, im Grunde kann sich fast jeder, der ein Messer halten kann, so nennen. So weiß man anhand dieses Begriffes erst mal nicht, wem man da in die Finger gerät. Und abgesehen von all dem reden wir auch nicht gerade von Discount-Angeboten, denn eine Brustvergrößerung z. B. kostet in Deutschland im Schnitt über 5.000 Euro - die man selbst zahlen muss...

Die Botschaft an alle mit-sich-Unzufriedenen lautet also: wartet wenigstens erst mal ein paar Jahre ab und informiert euch in jeden Fall gründlich. Und eben deshalb gibt’s auch noch viel mehr Infos zu dem Thema (Haftung, Ärzte, Auslands-OPs usw.) bei unserer Mutti, also den Internetseiten der Verbraucherzentrale NRW.

(C4U)

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Forum zum Thema "Schönheits-OPs"
Bisher 5 Beiträge, letzter Beitrag vom 30.10.2011, 17.21 Uhr
 
Stand: 16.01.2012 | Seite drucken | Seite empfehlen
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