"Ruf mich an, das kostet nix", dachte sich eine 14jährige vielleicht, als sie haufenweise Gespräche angenommen hat, die sich hinterher als hoher Posten auf der Telefonrechnung ihrer Eltern erwiesen haben: 2000 Euro waren für die Familie fällig, und die Stimmung zuhause dürfte erstmal erledigt gewesen sein.
In Amerika ziemlich üblich, hierzulande nicht so sehr: "R-Gespräche". Da zahlt dann nicht der Anrufer, sondern der Empfänger, sofern er sich nach entsprechender Ansage mündlich oder per Tastendruck damit einverstanden erklärt (R: "reversed charge" = "rückwärts berechnet"). Gerne wurde mit dme Slogan "Kostenlos telefonieren" geworben - für den Anrufer stimmt das auch, aber wenn Zuhause das Telefon klingelt, sollte man wachsam sein... Wenn man einen solchen Anruf bekommt, wird man von einer Automaten-Stimme darüber informiert, dass man gerade per R-Gespräch angerufen wird, wieviel es kostet und dass man mit einer bestimmten Nummerntaste annehmen kann. Will man das nicht, legt man einfach auf. Die Kosten werden allerdings pro Sekunde angegeben - z.B. 1,9 Cent/Sek. Klingt dadurch erstmal easy, aber das macht dann nach einer Minute immerhin 1,14 Euro. Kommt der Anruf von einem Handy, sind es mit 2,9 Cent pro Sekunde schon minütlich satte 1,74 Euro.
Wer also denkt, unter dem Motto "kostenlos telefonieren" einen Telefon-Goldesel gefunden zu haben, sollte sich überlegen, dass das so nur die halbe Wahrheit ist: Der Angerufene könnte in eine regelrechte Falle tappen, wenn er den Anruf allzu leichtfertig entgegen nimmt. Und umgekehrt wäre die Empfehlung an seine Freunde "Ruft mich doch einfach per R-Gespräch an!" wirklich keine gute Idee - denn dann zahlt ihr, und das nicht zu knapp.
(C4U)
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Forum zum Thema "Empfänger zahlt"Bisher 8 Beiträge, letzter Beitrag vom 05.07.2010, 14.42 Uhr


