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Computer + Internet

Spam: Viagra im Sonderangebot

 
Eine Werbemail hier oder da wäre ja noch kein Problem - man löscht sie rasch und fertig. Aber spätestens wenn man irgendwann jeden Tag 40 oder 50 davon im Postfach hat, wird es doch etwas nervig...


Mehrere überquellende Briefschlitze eines Mietshauses
Bild: sxc.hu / laynecom
Man muss ja alles durchsuchen, ob dazwischen nicht auch mal eine Mail ist, die man lesen will. Für Firmen sieht's noch übler aus, denn da geht richtig Arbeitszeit nur dafür drauf, die Postfächer vom Müll zu befreien. Das Internet insgesamt wird auch nicht gerade schneller, wenn die Datenwege ständig verstopft sind. Und das alles dank "Spam".

"Spam" ist eigentlich eingelegtes Dosenfleisch - 1937 wurde es von der amerikanischen Firma Hormel Foods auf den Markt gebracht und war ein echter Renner. Aber warum hat man Massen-Emails mit unerwünschter Werbung danach benannt? Wie es heißt, soll ein Sketch der britischen Komikertruppe "Monthy Python" (u.a. "Leben des Brian") dafür verantwortlich sein, in dem ein Kellner andauernd die Karte mit Spamgerichten vorliest, obwohl die Gäste etwas ohne Spam haben wollen - unerwünschter Inhalt eben...

Wie auch immer, heutzutage denkt bei dem Wort jeder an meist englischsprachige E-Mails, in denen einem von Viagra über ungeheure Gewinnchancen bis hin zur erstaunlichen Vergrößerung des männlichen Geschlechtsorgans so ziemlich alles angeboten wird. Darüber hinaus hat Spam aber viele Gesichter: Falsche Antikriegspetitionen, Freundschafts-Kettenbriefe oder auch Viruswarnungen mit Hinweisen auf einen Schädling, der einem nicht nur den Computer, sondern auch gleich noch Monitor, Kaffeemaschine und Toaster zerstören soll. Hierbei spricht man auch von "Hoaxes" (engl. hoax: Scherz, Falschmeldung). Außerdem können hinter solchen E-Mails Links auf gefälschte Internetseiten ("Phishing") oder Anhänge mit Viren unterschiedlichster Art stecken. Die häufigste Variante ist aber Werbung, die man in großer Menge bekommt und nie bestellt oder gewollt hat.

Woher haben die meine Adresse?
Ein großer Teil solcher Werbe-Spams kommt aus Asien, Afrika, Südamerika oder den USA. Aber woher haben die eigentlich die ganzen E-Mail-Adressen? Zum einen durch eure eigenen Aktivitäten im Netz - wenn ihr mal an irgendwelchen Gewinnspielen oder ähnlichen Aktionen teilnehmt, dann kann es gut sein, dass eure Mail-Adresse danach ganz schön herumkommt in der Welt. Aber daneben reichen dem "Spammer" an sich auch andere Methoden: So wird z.B. das Internet mit Hilfe von speziellen Programmen nach Adressen durchgescannt - wenn ihr eure Mailadresse auf einer Homepage stehen habt, kann sie so früher oder später erfasst werden. Aber nicht nur das: Bei der so genannten "Wörterbuch-Attacke" werden stinknormale Telefonbücher (z.B. auf CD-ROM) automatisch durchsucht und aus den Namen mögliche bzw. besonders wahrscheinliche Adressen generiert - zum Beispiel willi.mustermann@web.de, mustermann@web.de, willi@web.de, mustermann123 usw. Nach dem Versenden müssen die Bösewichte nur noch schauen, welche nicht als unzustellbar zurückgekommen sind - Bingo, diese Adressen existieren! Jetzt kann's erst richtig losgehen... Dazu muss man sagen, dass E-Mails nur mit vorheriger Zustimmung des Empfängers versendet werden dürfen - Spamming ist also zumindest in Deutschland und auch der EU rechtswidrig. Aber das nutzt einem in der Praxis recht wenig, wenn die E-Mails aus irgendwelchen Ländern der Erde kommen, und man von hier aus an die Schuldigen rechtlich gar nicht ran kommt. Man muss sich also erst mal selber helfen.


Jemand wird von Briefumschlägen verschüttet, die aus seinem PC-Monitor kommenWas kann ich tun, wenn mein Postfach bereits überquillt?
Die derzeit gängige Methode sind Filter: Da gibt es zum einen die, die in Mailprogrammen wie z.B. Outlook oder ähnlichen Helferlein eingebaut sind - hier muss man als User bestimmte Filterregeln festlegen und kann u.a. "Schlüsselwörter" als Auswahlkriterien eintragen (z.B. "Viagra"). Aber Versender von Spam sind erfindungsreich und verändern ihre Spam-Mails ständig, so dass man sich auf solche Filtermethoden nie hundertprozentig verlassen kann. Außerdem ist es so möglich, dass auch Mails, die man eigentlich haben will, im Filter hängen bleiben. Benutzt man kein Mailprogramm, sondern ruft seine Mails direkt beim Maildienst (z.B. web.de, gmx.de oder andere) ab, findet man dort auch meistens bestimmte Filteroptionen. Naturgemäß kann man sich auf solche Filter aber auch nicht blind verlassen. Wer also des Spams überhaupt nicht mehr Herr wird, dem bleibt letztlich nur eine gründliche Lösung: Der Wechsel der Mail-Adresse. Und dann kann man auch direkt vorbeugende Maßnahmen ergreifen:

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    Wie kann ich vorbeugen?
  • Eine originelle Adresse auswählen: Einfach nur Vor- und Nachname sind geradezu eine Einladung für die "Wörterbuch-Attacke"
  • Gebt eure Adresse so selten wie möglich an, wenn ihr im Internet unterwegs seid.
  • Auf der eigenen Homepage lieber ein Kontaktformular verwenden oder eine Grafik als Link benutzen, statt die Mailadresse komplett hinzuschreiben - dann kann sie auch nicht gescannt werden.
  • Der Trend geht zur Zweitadresse: Eine für Bestellungen, eCards, Messenger oder Foren, die Andere für den persönlichen Briefverkehr.
  • Textmails sind besser als HTML-Mails! Bunte und animierte Mails machen zwar mehr Spaß, aber das Abrufen von HTML-Mails kann dazu führen, dass euer Mailprogramm dem Versender beim Abrufen eure Adresse zu erkennen gibt. Obendrein ist die Virengefahr höher.
  • Niemals auf Spam-Mails antworten - damit bestätigst du nur, dass du sie bekommen hast und machst zusätzlich auf dich aufmerksam.
  • Niemals Links in Spam-Mails anklicken!
  • Niemals Kettenbriefe weitersenden!
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Noch genauere Hinweise zum Thema gibt's auch unter www.vz-nrw.de!

(C4U)

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Forum zum Thema "Spam"
 
Stand: 15.11.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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