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Kettenbriefe: Einfach löschen

 
Kettenbriefe gibt es schon lange - früher auf Papier oder Postkarte, heute per Mail oder Handy. Und es gibt nur einen Ort, an dem diese Briefe gut aufgehoben sind: der (virtuelle) Papierkorb.


Eine Kette
Bild: sxc.hu / cobrasoft
Erst kürzlich wieder im Postfach gehabt: eine Mail, in dem von der Krebserkrankung einer jungen Frau berichtet wurde, für die ein Knochenmarkspender gesucht würde. Verbunden mit dem Aufruf, die Mail an möglichst viele weiterzuleiten. Tränendrüsenfaktor garantiert. Einzig: Die Frau gibt es gar nicht. Typischer Fall von Kettenbriefen. Die einen drücken wohlwissend kurzerhand auf "Löschen", und die anderen sind völlig ergriffen und leiten die Mail schnell weiter.

Warnung, Horror und Löschempfehlungen
Fast jeder hat schon einmal eine solche Spam-Nachricht bekommen. Da gibt es Warnungen vor Viren - oder aber, als schlimmere Variante, Anhänge enthalten selbst welche... Es geistern völlig abenteuerliche Erzählungen (Horror-Geschichten wie "HIV-Nadeln auf Kinositzen") von Mailfach zu Mailfach.

Manchmal sind Kettenmails im Umlauf, die auf das Pyramiden-Prinzip bauen. Jeder Empfänger, jede Empfängerin wird aufgerufen, einen Geldbetrag an die erste Adresse zu schicken. Oder als Variante ein Mini-Buch oder ein Kaugummi. Wenn die Kette nicht unterbrochen würde, käme man irgendwann selber an die erste Stelle und könne "kassieren". Nur: Das System funktioniert höchstens für den Urheber, danach machen immer weniger Menschen mit. Immer wieder warnt die Polizei vor Betrügern, die mit der Kettenbriefmasche Geld machen wollen. Das so genannte "profitorientierte Schneeballsystem", wie es im Juristendeutsch heißt, ist ohnehin verboten.

Noch häufiger werden inzwischen per Mail oder SMS so genannte Hoaxes in die Welt gesetzt - Falschmeldungen also. Doch auch wenn es nicht um Geld geht, können sie großen Schaden anrichten. Manchmal gibt es zum Beispiel Aufforderungen, bestimmte Dateien im Computer zu löschen. Und das kann das Computersystem schnell mal lahm legen... Manche Ketten-Mails sind als Sendungen von seriösen Unternehmen getarnt, zum Beispiel von Mobilfunkanbietern. Diese würden aber nie zu Kettenbrief-Aktionen auffordern! Viele Provider untersagen Kettenbriefe - daher kann man den Empfang einer solchen dort auch melden.

Augen auf im Netzwerk
Dank Facebook & Co. feiern elektronische Kettenbriefe ein grandioses Comeback. Denn auch in sozialen Netzwerken sind "Witzbolde"" unterwegs, die Ketten-Quatsch posten. Niemals teilen oder weiterleiten! Oft sind das auch Meldungen, die die Netzwerke selbst betreffen (zum Beispiel "Facebook hat zu viele User, darum werden in nächster Zeit Konten gelöscht. Damit du zeigst, dass du ein aktiver User bist, schicke diese Nachricht an 15 User" oder "SchülerVZ wird kostenpflichtig"). Doch die Macher von SchülerVZ benutzen nicht die Nachrichtenfunktion, um in eigener Sache zu berichten. Auch im Social Web heißt es daher: Augen auf.

Kettenbriefe bauen oft auf Emotionen, sie rufen Ekel, Trauer oder gar Angst hervor. In manchen wird sogar Unheil angedroht, wenn man sie nicht weiterleitet. Und die Absender sitzen anonym vor ihrem Rechner und freuen sich... Daher: Ein Klick auf "entf" - und die Kettenmail ist weg.

Tipps:
  • Bei der Aufforderung "Bitte an X Leute weiterleiten" sofort hellhörig werden.
  • Kettenbriefe - egal ob per Post oder per Mail - sofort vernichten.
  • Auf keinen Fall Geld überweisen.
  • Niemals persönliche Daten preisgeben!
  • Anhänge nicht öffnen - sie können Viren enthalten.
  • Sollte der Absender ein Freund oder eine Freundin sein: Eine Info über Ketten-Mails wäre vielleicht angebracht, damit dieser Unfug gestoppt wird.

Linktipp: Infos der Technischen Universität Berlin zum Thema Hoaxes

(AB)
 
Stand: 23.08.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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