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Tier + Umwelt

Gutes Reiten, Schlechtes Reiten

 
Ihr findet Pferde nicht nur schön, ihr wollt auch reiten lernen? Einen passenden Reitstall mit gutem Unterricht zu finden ist gar nicht so leicht. Wir haben Tipps und Alternativen für euch gesammelt.


Pferd mit Reiterin von der SeiteLange Ausritte durch die Natur, einen Pferdekumpel zum Schmusen oder mal ein Schleifchen auf einem Reitturnier gewinnen - für viele ist das der Stoff, aus dem die Träume sind. Doch erst muss man den richtigen Umgang mit Pferden lernen.

Wer aufs Pferd will, muss sich erst mal einen Reitstall suchen. Am besten einen, in dem guter Reitunterricht angeboten wird. Das klingt einfach, ist es aber gar nicht. Ställe mit Schulpferden, auf denen man reiten lernen kann, werden immer seltener und auch die Reitlehrer sind nicht immer so, wie man sich das wünscht. Abgestumpfte Schulpferde, schlechte Haltungsbedingungen und unqualifizierte Reitlehrer gibt es leider zu genüge. Wer mit Freude Reiten lernen will, sollte sich den Stall seiner Wahl also vorher unbedingt kritisch anschauen - sonst ist der Frust vorprogrammiert.

Der Klassiker: Reitstall mit Unterricht
Meist wird in örtlichen Reitvereinen Reitunterricht angeboten. Hier kannst du dir am besten erstmal ganz unverbindlich eine Reitstunde anschauen und dich auch mal mit anderen Reitschülern austauschen:

  • Achte als Zuschauer auch darauf, wie groß die Reitschulgruppen sind und wie der Reitlehrer auf seine einzelnen Schüler eingeht. Bei zu großen Gruppen ist selten guter Unterricht möglich. Gibt es Schüler, die mit ihren Pferden völlig überfordert sind und wenn ja, wie reagiert der Reitlehrer auf sie?



  • Pferdekopf mit junger Frau von vorne
  • Welcher Ton herrscht in der Reithalle, auf dem Reitplatz oder in der Stallgasse? Gibt der Reitlehrer nur Befehle oder erklärt er alles ruhig und geduldig? Können die Reitschüler Fragen stellen? Nimmt sich der Reitlehrer Zeit? Erklärt er auch mal etwas zum Verhalten der Tiere, geht auf einzelne Pferde und ihre Probleme ein oder lässt er seine Reitschüler nur stumpf Bahnfiguren reiten? Nörgelt er viel oder motiviert er seine Schüler mit Lob? Erklärt er verständlich oder redet er deiner Meinung nach in Rätseln? Ganz wichtig beim Reitunterricht: Die Chemie zwischen Schüler und Lehrer muss stimmen. Was nützt der beste Ausbildungsschein, wenn der Reitlehrer unverständlichen Unterricht macht, schlecht erklären kann oder immer lustlos Kommandos gibt!?


  • Wie wird mit den Pferden umgegangen? Müssen sie im Reitunterricht ein Pflichtprogramm ohne Pausen abspulen oder dürfen sie auch mal am langen Zügel verschnaufen und werden ausdrücklich gelobt?


  • Longenstunden: In vielen Reitställen mit Unterricht werden Reitanfänger erstmal an die Longe genommen, das Pferd läuft also im Kreis an einer langen Leine um den Reitlehrer herum, während du dich auf dem Pferderücken ganz auf deinen Sitz konzentrieren kannst. Um ein Gefühl für das Reiten zu bekommen, ist das gar kein schlechter Anfang. Manchmal allerdings können solche Longenstunden sehr anstrengend sein und Reitanfänger glatt überfordern. Nur im Kreis getrieben werden ersetzt auch auf Dauer nicht den richtigen Reitunterricht, bei dem du dein Pferd selbst "lenken" musst.


  • Bodenarbeit: Oft steht beim Reitunterricht das bloße Reiten im Vordergrund. Dabei gibt es auch noch viele andere Wege, wie man den Umgang mit Pferden lernen kann. Zum Beispiel das richtige Führen oder kleine Geschicklichkeitsaufgaben, die du mit dem Pferd am Boden üben kannst. Solche Übungen verraten dir viel über die Psyche des Pferdes. Reitschulen oder Ponyhöfe, die auch so etwas ihren Schülern beibringen, verdienen einen Pluspunkt.



  • zwei Pferdeköpfe am Zaun
  • Schau dir auch immer an, wie die Pferde in einem Stall untergebracht sind. Sind die Boxen groß, hell und sauber? Dürfen die Pferde auch auf die Weide oder stehen sie zumindest in Ausläufen an der frischen Luft. Frische Luft und viel Auslauf gehören unbedingt zur artgerechten Haltung. Wenn du den Eindruck hast, dass es den Tieren nicht gut geht und sich wenig um sie gekümmert wird, suche dir lieber einen anderen Stall.


  • Ganz wichtig: Wer Reiten will, muss auch den Umgang mit den Tieren lernen. Und den lernt man nicht, wenn man nur stundenweise oben drauf sitzt. Viele Ställe bieten ihren Schülern Pflegepferde an. So kannst du am besten lernen, wie man ein Pferd putzt, Sattel und Trense richtig anlegt oder auch wie man einen Stall mistet. Wenn eine Reitschule auf den richtigen Umgang mit dem Pferd Wert legt, wird sie ihren Reitschülern auch die Möglichkeit geben, sich neben dem Unterricht um die Pferde zu kümmern.


weisses Pferd mit Reiterin galoppiert über FeldDie Kosten
Die meisten Reitschulen sind Vereine, bei denen man nach einer gewissen Probezeit Mitglied werden sollte, um regelmäßig Reitstunden zu nehmen. Die Aufnahmegebühr liegt für Jugendliche zwischen 40 und 75 Euro, der jährliche Mitgliedsbeitrag zwischen 30 und 80 Euro. Beim Einzelunterricht an der Longe sollte man für 30 Minuten mit 10 bis 18 Euro rechnen. Reitunterricht kostet für Vereinsmitglieder so zwischen 10 und 16 Euro. Alle Preise sind Durchschnittspreise, die auf einem einfachen Hof auf dem Lande sicher unterboten und in einem Luxusstall in der Großstadt locker überboten werden!

Schnupperkurse und Reiterferien
Ebenfalls eine gute Methode, sich an das Thema Reiten und Pferde heranzutasten ist ein Reiterurlaub - zum Beispiel auf einem Pony- oder Pferdehof, auf dem man den ganzen Tag mit den Tieren und anderen Pferdebegeisterten verbringen kann. Eine andere Alternative sind so genannte Schnupperreitkurse in den Ferien. Meist wird so ein Ferienprogramm als Intensivkurs von Höfen oder Vereinen angeboten.



zwei Pferde mit Reitern im WaldReitbeteiligung: Alternative zum Reitverein
Wer keinen Reitverein mit Schulpferden in der Nähe hat, kann es auch mit einer Reitbeteiligung versuchen. Viele Pferdebesitzer haben nicht jeden Tag Zeit für ihren Vierbeiner und sind froh, wenn sich auch mal ein anderer um das Pferd kümmern kann. Der große Vorteil dabei ist, dass du dich immer um dasselbe Pferd kümmern kannst und zwar nicht nur für 60 Minuten Unterricht in der Woche. Meistens verlangt der Pferdebesitzer dafür auch eine kleine Kostenbeteiligung. Allerdings sollten bei dieser Variante Besitzer und Reitbeteiligung ungefähr die gleichen Vorstellungen von ihrem Hobby haben. Schließlich gibt es ganz unterschiedliche Reitstile, wie zum Beispiel herkömmliches "Englisch-Reiten", Westernreiten oder Gangpferdereiten. Auch gibt es Freizeitreiter, die wollen mit ihren Pferden am liebsten durchs freie Gelände reiten, andere sind wiederum ganz versessen darauf, erfolgreich auf Turnieren zu starten und erwarten konsequentes Training auch von ihrer Reitbeteiligung. Dies alles sollte man vorher im Gespräch klären.

Wer auf der Suche nach einer solchen Reitbeteiligung ist, kann einfach mal die Kleinanzeigen seiner Zeitung, entsprechende Foren im Netz durchstöbern oder bei Privatställen persönlich anfragen.


zwei Pferde mit Reitern von vornePrivatunterricht mit dem eigenen Pferd
Auch wer ein eigenes Pferd besitzt, weiß nicht schon zwingend alles über Pferde und gutes Reiten. Wer sich und seinem Pferd noch etwas beibringen möchte, kann sich entweder qualifizierten Reitunterricht in einem Verein suchen oder aber nach einem privaten Trainer Ausschau halten. Für jede Reitweise bieten solche Ausbilder ihre Dienste an. Der Vorteil: Der Reitunterricht kann sehr individuell gestaltet werden. Wer Gleichgesinnte am Stall hat, kann auch nach Unterricht in Zweier- oder Dreiergruppen fragen. Das reduziert auch die Kosten.
Apropos Kosten: Was ein eigenes Pferd, neben viel Zeit, sonst noch kostet, haben wir hier mal für dich zusammenrechnet.

(kat)

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Forum zum Thema "Pferde und Reiten"
Bisher 25 Beiträge, letzter Beitrag vom 21.05.2012, 16.58 Uhr
 
Stand: 01.02.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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