Traumjob, Wohnung, erstes Geld: Alles läuft richtig gut für Franziska. Doch ganz langsam und unmerklich verliert sie die Kontrolle über ihre Ausgaben - bis sie schließlich Post bekommt und nicht mehr weiter weiß...
Der perfekte Start
Franziska ist 19 Jahre alt. Sie ist sportlich, handwerklich begabt und reiten kann sie, seit sie acht ist. Pferde sind ihre große Leidenschaft und nach der Schule gab es deshalb nur ein Ziel: Sie wollte etwas mit Pferden machen. Nach ihrer Ausbildung zur Pferdewirtin bekam sie eine Stelle auf dem Reiterhof eines kleinen Familienhotels...
Der Traumjob
Es hätte nicht besser laufen können. Für Franziska ist die erste richtige Stelle ein Traumjob: Sie kann den ganzen Tag mit den Pferden arbeiten und bietet Reitkurse für die Hotelgäste an. Besonderen Spaß macht das Ponyreiten mit den Kindern. Sie verdient 950 € netto im Monat. Ihre Chefin hat ihr in Aussicht gestellt, dass man nach dem ersten Jahr sogar über eine kleine Gehaltserhöhung reden kann. Das Einzige, was noch nicht stimmt, ist die Wohnung. Zu Hause zu wohnen ist echt Stress für Franziska...
Glück allein: die eigene Wohnung
Gemeinsam mit ihrer Mutter sucht Franziska eine Wohnung für sich. Sie findet ein kleines Appartement für 300 € warm, das sogar näher an ihrer Arbeitsstelle liegt. Der langjährige Wunsch nach einer eigenen Wohnung wird endlich Wirklichkeit.
Das erste Gehalt ist ein großartiges Gefühl für Franziska. Doch wie viel von ihren 950 € bleiben ihr eigentlich zum Leben? Allein 300 € gehen ja schon für Miete und Nebenkosten weg. Dazu kommen Strom, Internet, Handy... Außerdem hat sie sich für die neue Wohnung auf Ratenzahlung eine neue Schlafcouch gegönnt. Die monatliche Rate ist 50 €. Franziska schätzt, dass ihr nach Abzug der regelmäßigen Festkosten noch 450 € pro Monat für den Rest des Lebens bleiben. Das ist ja richtig viel, freut sich Franziska, damit komme ich locker aus...
Das erste Gehalt ist ein großartiges Gefühl für Franziska. Doch wie viel von ihren 950 € bleiben ihr eigentlich zum Leben? Allein 300 € gehen ja schon für Miete und Nebenkosten weg. Dazu kommen Strom, Internet, Handy... Außerdem hat sie sich für die neue Wohnung auf Ratenzahlung eine neue Schlafcouch gegönnt. Die monatliche Rate ist 50 €. Franziska schätzt, dass ihr nach Abzug der regelmäßigen Festkosten noch 450 € pro Monat für den Rest des Lebens bleiben. Das ist ja richtig viel, freut sich Franziska, damit komme ich locker aus...
Mehr Monat als Geld
Eine Zeitlang sieht es so aus, als würde Franziska mit dem Geld auskommen. Doch irgendwann ist sie pleite. Und das, obwohl der Monat noch gar nicht rum ist. Im Kühlschrank ist Magerkost angesagt und als ihre Freunde ins Kino gehen, muss sie passen. Sie nimmt sich vor, nächsten Monat besser auf ihre Ausgaben zu achten. Also rechnet sie nochmal, diesmal aber genauer.
Lebensmittel sind viel teurer, als Franziska erwartet hatte. Auch bei den Klamotten und den anderen Freizeitausgaben kommt ganz schön was zusammen. Und ob der Ratenkauf so eine gute Idee war? Und was ist, wenn im Haushalt was kaputt geht? Und wollte sie nicht auch etwas für den Urlaub zur Seite legen? Diesmal rechnet Franziska genauer und beschließt schweren Herzens, im Monat mindestens 30 € als Reserve zu sparen. Besser als nichts. Damit bleiben aber nicht mehr als 25 € pro Woche für Freizeitspaß, Klamotten und Extraausgaben. Aber Franziska ist entschlossen, diszipliniert mit ihrem Geld umzugehen.
Lebensmittel sind viel teurer, als Franziska erwartet hatte. Auch bei den Klamotten und den anderen Freizeitausgaben kommt ganz schön was zusammen. Und ob der Ratenkauf so eine gute Idee war? Und was ist, wenn im Haushalt was kaputt geht? Und wollte sie nicht auch etwas für den Urlaub zur Seite legen? Diesmal rechnet Franziska genauer und beschließt schweren Herzens, im Monat mindestens 30 € als Reserve zu sparen. Besser als nichts. Damit bleiben aber nicht mehr als 25 € pro Woche für Freizeitspaß, Klamotten und Extraausgaben. Aber Franziska ist entschlossen, diszipliniert mit ihrem Geld umzugehen.
Minus mal minus gleich plus?
Disziplin ist ja eine gute Idee - solange es nur eine Idee ist. Die Konsumwirklichkeit sieht schnell anders aus. Warum findet sie die schicksten Klamotten ausgerechnet alle in diesem Monat? Eigentlich kostet das mehr als die 60 €, die sie für Bekleidung eingeplant hat. Und die Karte für das Musikfestival am Wochenende kostet 55 €, aber schließlich fahren alle ihre Freunde hin. Und für das angesagte Smartphone braucht sie nur 30 € Zuzahlung. Am Ende des Monats ist Franziskas Konto plötzlich 150 € im Minus. Zuerst ist das ein blödes Gefühl, aber schließlich denkt sich Franziska, dass im nächsten Monat ja wieder ein Gehalt kommt. Von diesem hat sie dann zwar nur noch 800 €, aber sie wird das schon schaffen. Ein paar Tage im Minus tun ja nicht weh. Dafür hat man ja schließlich einen Dispokredit...
Mahnbescheid: Eine erste Warnung
Doch was im ersten Monat nicht klappt, gelingt danach erst recht nicht. Das Minus wird von Monat zu Monat größer, bis sie schließlich mit ihrem Gehalt am Monatsanfang kaum noch über null kommt. Zuerst fühlt sich Franziska überhaupt nicht wohl damit und es wird auch immer schwieriger, ihr Konto wieder auszugleichen. Aber je mehr Schulden sie bei der Bank macht, desto normaler wird es für sie. Ob nun Minus oder Plus, was macht das schon? Schließlich kommt das Gehalt ja regelmäßig.
Als der Mahnbescheid kommt, versteht Franziska zuerst gar nicht, worum es geht. Klar hat sie das Erinnerungsschreiben für die Rate der Schlafcouch gelesen, nicht genug Geld auf dem Konto und so. Aber sie dachte, das passt schon, also hatte sie sich nicht weiter darum gekümmert. Und jetzt das. Aber was soll Franziska machen? Das Konto ist leer, der Dispo am Anschlag. Erleichtert sieht sie, dass sie zwei Wochen Zeit hat... im nächsten Monat geht ja vielleicht wieder was. Die werden sich schon nicht so anstellen.
Als der Mahnbescheid kommt, versteht Franziska zuerst gar nicht, worum es geht. Klar hat sie das Erinnerungsschreiben für die Rate der Schlafcouch gelesen, nicht genug Geld auf dem Konto und so. Aber sie dachte, das passt schon, also hatte sie sich nicht weiter darum gekümmert. Und jetzt das. Aber was soll Franziska machen? Das Konto ist leer, der Dispo am Anschlag. Erleichtert sieht sie, dass sie zwei Wochen Zeit hat... im nächsten Monat geht ja vielleicht wieder was. Die werden sich schon nicht so anstellen.
Jobverlust: Plötzlich ist alles anders.
Doch was als Nächstes passiert, macht alles noch schlimmer. Sie hat schon gemerkt, dass in den letzten Monaten immer weniger Gäste im Hotel waren, aber Franziska hat sich deshalb nie Sorgen gemacht. Noch als die Chefin sie zu sich ruft, ahnt Franziska nichts Böses. Die Kündigung ist wie ein Schlag in den Bauch. Die Geschäfte laufen schlecht, das Familienhotel kommt kaum noch über die Runden. Der kleine Pferdebetrieb wird dicht gemacht, denn das Hotel kann sich diese Zusatzbelastung nicht mehr leisten. Die Pferde sind schon verkauft und werden in vier Wochen abgeholt. Franziska bekommt noch ein Gehalt, aber dann muss sie sich einen neuen Job suchen. Franziska hat fast 1.200 € Schulden auf der Bank und bekommt nur noch einmal 950 €.
Vollstreckungsbescheid: Die Angst vor der Wahrheit
Gelbes Papier, amtlicher Aufdruck. Als Franziska den Umschlag aus dem Briefkasten zieht, würde sie ihn am liebsten sofort wegschmeißen. Sie ist verzweifelt: Noch mehr Stress, noch mehr Geldsorgen. Sie will es gar nicht wissen, sie kann ja sowieso nichts machen. Ungeöffnet landet der Umschlag bei den anderen ungeöffneten Rechnungen, die sich mittlerweile in Franziskas Wohnung sammeln.
Fast zwei Wochen liegt der Umschlag in der Ecke, wie eine stumme Anklage. Schließlich wird das schlechte Gefühl im Bauch zu stark. Bestimmt hat der Brief etwas mit diesem Mahnbescheid zu tun, den hat Franziska ja auch komplett ignoriert. Als sie endlich den Umschlag öffnet, ist es fast zu spät. "Vollstreckungsbescheid" steht dort in großen, unfreundlichen Buchstaben. Einspruchsfrist: zwei Wochen. Doch davon sind nur noch drei Tage übrig. Franziska hat das Gefühl, als schnüre ihr etwas den Hals zu. In Gedanken sieht sie schon den Gerichtsvollzieher...
Fast zwei Wochen liegt der Umschlag in der Ecke, wie eine stumme Anklage. Schließlich wird das schlechte Gefühl im Bauch zu stark. Bestimmt hat der Brief etwas mit diesem Mahnbescheid zu tun, den hat Franziska ja auch komplett ignoriert. Als sie endlich den Umschlag öffnet, ist es fast zu spät. "Vollstreckungsbescheid" steht dort in großen, unfreundlichen Buchstaben. Einspruchsfrist: zwei Wochen. Doch davon sind nur noch drei Tage übrig. Franziska hat das Gefühl, als schnüre ihr etwas den Hals zu. In Gedanken sieht sie schon den Gerichtsvollzieher...
Letzte Ausfahrt: Schuldnerberatung
Als sie sich heulend am Telefon einer Freundin anvertraut, bekommt sie von dieser einen Tipp: die Schuldnerberatung. Schon am nächsten Tag sitzt Franziska im Büro der Verbraucherzentrale NRW. Die Lage ist zwar ernst, aber wir werden eine Lösung finden, erklärt ihr die Schuldnerberaterin. Gemeinsam bringen sie erst mal Ordnung in ihre Unterlagen und erstellen einen Finanzplan, mit dem Franziska ihre Ausgaben in den Griff bekommt. Die Frau von der Verbraucherberatung erklärt ihr, was der Vollstreckungsbescheid für Franziska bedeutet und was jetzt zu tun ist. Einige Zahlungen, wie Miete und Strom, sind absolut unverzichtbar, aber bei anderen kann man oft mit den Gläubigern darüber verhandeln, wie man am besten aus den Schulden raus kommt. Franziska lernt, welche Pflichten und Rechte sie nun hat und wie sie sich vor einem weiteren finanziellen Absturz schützen kann.
Ein neuer Weg...
Der Weg aus den Schulden wird nicht leicht, merkt sie. Aber sie ist fest entschlossen, aus ihren Fehlern zu lernen: "Vor mir liegt ein harter Weg, bis die Schulden weg sind. Aber ich hab' gelernt, dass man sich seinen Problemen stellen muss. Als erstes muss jetzt ein neuer Job her..."


