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Braun ohne Sonne?

Im Bad selbstgebräunt - leider oft mit kritischen Stoffen

 
Eine Party steht an, doch in dem Kleid mit den Spagettiträgern siehst du aus wie mit Mehl bestäubt? Einfach nur bleich... Die Sonne scheint gerade nicht, und Solarium ist einfach nicht dein Ding. Überhaupt: UV-Strahlen sind eh nicht so gesund. Da gibt es doch diese Cremes, die Braunsein aus der Tube versprechen...


Beine am Strand in der SonneSelbstbräuner: Können sie tatsächlich ohne Risiko eine schöne Hautfarbe herbeizaubern - und das ganz ohne (schädliches) Brutzeln? Ohne Chemie klappt's mit dem Eincremen schon mal nicht. Das, was bei den meisten Mitteln fürs Braun sorgt, heißt Dihydroxyaceton, oder einfacher DHA. Je mehr von diesem Zeug im Selbstbräuner steckt, desto dunkler wird man. Der Wirkstoff - eine Art synthetischer Zucker - reagiert mit den Eiweißen der oberen Haut und färbt die ersten Zellschichten ein.

Sowohl Stiftung Warentest als auch Ökotest haben in den letzten Jahren immer mal wieder Selbstbräuner unter die Lupe genommen. Die Ökotester bemängelten 2008, dass viele Selbstbräuner aus ihrer Sicht kritische Stoffe enthalten - lediglich drei erhielten das Siegel "sehr gut" oder "gut". Unter den von der Stiftung Warentest geprüften Bräunungslotionen wurden 2008 nur vier als "gut" bewertet. Tester und Versuchspersonen störte vor allem, dass viele Selbstbräuner nicht braun, sondern gelb machen und das oft auch nicht gleichmäßig - wer will schon aussehen wie ein Streifenhörnchen... Der Preis spielte dabei übrigens nicht die entscheidende Rolle.

Wer eine empfindliche Haut hat oder unter Allergien leidet, sollte einen ganz genauen Blick auf die "Zutatenliste" werfen: Um den eher unangenehmen Eigengeruch zu überspielen, sind viele Selbstbräuner parfümiert. Auch Farb- oder Konservierungsstoffe können enthalten sein. Und aufgepasst: Selbstbräuner halten nicht ewig. Sobald sie muffig riechen, gehören sie in den Mülleimer - geöffnet in der Regel aber spätestens nach sechs Monaten, wie es die meisten Hersteller empfehlen. Außerdem sollten, so die Stiftung Warentest, die Mittel nicht in der Sonne schmoren, sondern kühl und dunkel lagern.

Technik-Tipps
Wer trotz all dieser kritischen Punkte meint, Bräunungscreme benutzen zu müssen, sollte wenigstens auf die richtige Technik achten, damit es keine bösen Überraschungen gibt:
  • Das Produkt am besten einige Tage, bevor die Bräune da sein soll, erst an einer kleinen Hautstelle auf Verträglichkeit prüfen.
  • Vor der Anwendung sorgt ein Peeling für glatte Haut, denn an Hautschuppen färbt's sonst stärker an. Selbstbräuner nur nach dem Waschen benutzen.
  • Die Selbstbräuner gibt es für verschiedene Hauttöne - darauf schon beim Kauf achten! Das Braun sollte auch zum Typ passen, sonst wirkt es schnell "unecht".
  • Nach dem Cremen sofort die Hände waschen - dunkle Handflächen sind ja nicht so doll...
  • Vorsicht: Selbstbräuner kann auch die Klamotten färben. Daher mit dem Anziehen warten, bis alles eingezogen ist.
  • Ob man sich für Spray, Creme, Gel oder Lotion entscheidet, ist zum einen Geschmackssache, hängt zum anderen aber auch von der eigenen Haut ab. Manche Produkte enthalten zum Beispiel mehr Feuchtigkeit oder Fett.
  • Achtung: Auch wenn man aussieht wie nach einem Sonnenbad, ist die Haut nicht sonnengewöhnt, d.h. nicht vor schädlicher UV-Strahlung geschützt! Unbedingt Sonnenschutzmittel benutzen, wenn's in die Sonne geht!

Spätestens nach ein paar Tagen ist es bei Selbstbräuner sowieso wieder vorbei mit dem schönen Teint - die Haut schuppt sich ab, und somit verschwindet auch die Farbe. Bei manchen wirkt Selbstbräuner übrigens gar nicht. Aber was soll's: Vornehme Blässe liegt doch ohnehin voll im Trend!

(AB)

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Forum zum Thema "Kosmetik"
Bisher 12 Beiträge, letzter Beitrag vom 18.03.2011, 19.15 Uhr
 
Stand: 14.06.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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