Prominente wie Jürgen Klopp oder Daniel Brühl sind nur zwei Beispiele für viele Prominente, die den "Fairen Handel" unterstützen. Was aber hat es damit eigentlich auf sich?
Stellt euch vor: Ihr geht seit frühester Jugend jeden Tag mit euren Eltern auf dem Feld arbeiten, Zeit für die Schule ist bei der Plackerei sowieso nicht, weshalb auch keine Aussicht besteht, irgendwann mal was anderes zu machen. Ihr wisst also genau, dass das höchstwahrscheinlich euer Leben lang so sein wird und könnt obendrein noch nicht mal wirklich davon leben. Wenn ihr später selbst Kinder habt, bleibt euch nichts anderes übrig, als die auch zur Feldarbeit zu schicken. Andere Perspektiven: Null. Eine Schreckensvision? Nun, für viele Kinder und Jugendliche in so manchem Entwicklungsland ist das Alltag - wie ihr es z.B. in der realen Geschichte des bolivianischen Mädchens Susy Gutiérrez lesen könnt (s. rechts).
Die Geschichte von Susy hat aber auch so was wie ein Happy End - denn als ihre Familie am "Fairen Handel" teilnehmen kann, läuft die Sache schon etwas besser: Sie kann nämlich doch zur Schule gehen und es entsteht so etwas wie eine Zukunftsperspektive - und nicht nur Schufterei bis ans Ende aller Tage. Und das ist nicht nur so eine nette story vom anderen Ende der Welt, sondern betrifft uns hier ganz unmittelbar - ob es noch mehr solche Geschichten gibt, hängt nämlich davon ab, was wir kaufen. Der "unfaire Handel"
Ohne Fairen Handel läuft das in den Entwicklungsländern (vor allem in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas) meistens so: Bauern sind gezwungen, ihre Ware an Zwischenhändler zu verkaufen, und die verkaufen diese Ware dann an andere Konzerne und verarbeitende Betriebe weiter. Um möglichst großen Profit zu machen, zahlen diese Zwischenhändler den Bauern extrem wenig - wogegen die Bauern nichts machen können, da sie auf die Abnahme durch die Zwischenhändler angewiesen sind, ganz nach dem bitteren Motto "lieber wenig kriegen als gar nichts". Wenn der Preis (z.B. für Kakao) auf dem Markt sinkt, kriegen die Bauern prompt weniger Geld, aber sie bekommen nicht mehr, wenn er steigt - und am meisten verdienen immer die Händler und die Hersteller. Obendrein müssen die Bauern ihnen auch noch Saatgut und Dünger abkaufen, verschulden sich dabei und werden somit noch abhängiger von ihnen und ihren niedrigen Preisen, als sie es ohnehin schon sind. Das klingt alles ziemlich unfair? Eben.
Die faire Variante Nehmen wir an, einige Konzerne lassen die betrügerischen Zwischenhändler einfach links liegen, gehen statt dessen direkt zu den Bauern und sagen: "Wir zahlen euch höhere Preise, bieten euch langfristige Abnahmegarantien, Zuschläge zur Altersvorsorge und außerdem günstige Kredite, damit ihr euch eigene Maschinen oder Saatgut kaufen könnt." Klingt doch schon besser - und genau das ist mit dem "Fairen Handel" gemeint. Allerdings funktioniert das noch nicht für alle Bauern und auch nur so lange, wie die Produkte, die dabei entstehen, in reichen Ländern auch gekauft werden! Und diese Reichen sind global gesehen halt immer noch wir...
Was und wo man fair kaufen kann Was gibt’s dann da so? Jedenfalls nicht nur Kaffee oder Kakao, sondern auch Honig, Schokolade, Tee, Kekse, Süßwaren, Orangensaft, Wein, Bananen, Zucker. Eebenso sind auch Fußbälle, Jeans, T-Shirts und trendige Sneakers oder Chucks erhältlich. Erkennen kann man fair gehandelte Produkte an entsprechenden Logos der Firmen, von denen es eine ganze Menge gibt - z.B. "Transfair", "gepa", "dritte-welt-partner", "El Puente", "Eine-Welt TEAM Versand", "bananafair" oder "Hand in Hand".
Leider muss man aber etwas suchen, um diese Sachen dann auch im Laden zu finden - die sicherste Adresse sind "Eine-Welt-Läden" oder Naturkostläden. Viele große Supermärkte und Discounter haben aber inzwischen auch fair gehandelte Produkte in ihren Regalen. Übrigens sind Fairtrade-Produkte nicht immer teurer als herkömmliche. Vergleicht mal die Preise!
Links zum Thema:
www.fairtrade-deutschland.de
www.forum-fairer-handel.de
www.fairtrade.de
www.eine-welt-netz-nrw.de
www.fairewoche.de
www.fair-feels-good.de
www.oeko-fair.de
(C4U)
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Forum zum Thema "Fairer Handel"Bisher 3 Beiträge, letzter Beitrag vom 05.10.2010, 18.52 Uhr




