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"Carrotmob"-Aktivisten drehen den Spieß um: Sie boykottieren nicht die "Bösen", sondern wollen Geschäfte belohnen, die sich für die Umwelt engagieren. Und dafür gehen sie einkaufen.


Ein Haufen KarotttenVielleicht habt Ihr ja schon mal von "Flashmobs" gehört: Per Internet wird irgendeine Aktion sowie ein Treffpunkt verabredet, und wer das gelesen und Lust hat, kommt hin und macht mit. Das Ergebnis kann eine Einkaufstour, eine Demo oder einfach irgendeine Spaß- oder auch Chaosaktion sein - das ist eigentlich egal. Entscheidend ist, dass möglichst spontan (daher: "flash") möglichst viele (daher: "Mob") zusammengeholt werden.

So, und seit einiger Zeit gibt's auch die Öko-Version davon: Bei so genannten "Carrotmobs" (also quasi: "Karottenmob") geht es darum, ein Geschäft zu wählen und möglichst viele Leute dazu zu bringen, zu einem verabredeten Zeitpunkt dort einzukaufen. Die Bedingung: Das Geschäft verpflichtet sich, einen vorher festgelegten Teil des somit erzielten Umsatzes für ökologische Zwecke einzusetzen. Dabei wird das Geschäft nicht einfach ausgewählt - vielmehr treten mehrere Konkurrenten gegeneinander an, und wer den höchsten Prozentsatz für den guten Zweck einsetzen will, bekommt den Zuschlag. Oft geht es dabei um Energiesparideen, das Verwenden umweltverträglicher Materialien beim Umbau oder ähnliche Maßnahmen. Beispiel Berlin, wo die Initiative innerhalb Deutschlands derzeit so was wie ihr "Hauptlager" zu haben scheint: Hier wurde eine Imbissbude in Kreuzberg ausgewählt, alle möglichen Leute hat man per Internet zum Essen hingeschickt, und der Besitzer versprach, 45% des Tagesumsatzes in den Umbau seines Geschäfts zu stecken, damit es energieeffizienter wird.

Die Idee kommt natürlich wieder mal aus den USA. Die dortige Initiative carrotmob.org hat in einem Film auf ziemlich nette Art versucht, das "Prinzip Carrotmob" anschaulich zu machen:

How Organized Consumer Purchasing Can Change Business from carrotmob on Vimeo.


Klingt fast ein bisschen wie Bestechung - baut aber eigentlich nur darauf, dass mehr Umsatz für Geschäftsleute eben immer noch das überzeugendste Argument ist. Nicht auf politischem Wege, sondern mit der Macht der Masse (und deren Geld) sollen sie zum Umdenken bewegt werden. Dabei werden die Mobs nicht immer und überall "von oben" organisiert, sondern jeder Interessent wird aufgerufen, sich mit einem selbst organisierten Mob vernetzen zu lassen - oder sich anzuschließen, falls es in seiner Stadt schon so was gibt. Wer mitmacht, muss dann natürlich auch bereits sein, was zu kaufen - und Schlange stehen an der Kasse.

(C4U)

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Forum zum Thema "Umweltschutz"
Bisher 6 Beiträge, letzter Beitrag vom 16.03.2011, 15.38 Uhr
 
Stand: 02.01.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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