Bei dem Wort "Schulden" denkt man schnell an Familien, die ein Haus bauen und dann jahrzehntelang die Schulden dafür am Hals haben. Doch der Einstieg in die Schuldenfalle ist oft ganz undramatisch. Generell gilt: Aufpassen muss man immer dann, wenn man seine Ausgaben nicht direkt im Portemonee oder auf dem Konto bemerkt.
Damit ihr wisst, ab wann bei euch die rote Lampe leuchten sollte, haben wir ein paar klassische Schuldenfallen notiert. Einige können erst ab 18 zuschnappen, weil man bestimmte Verträge als Minderjähriger noch nicht abschliessen kann. Bescheid wissen sollte man aber so früh wie möglich.
Sich bei Freunden oder Geschwistern Geld leihen
Man will mit seinen Freunden ins Eiscafé, hat aber nur noch ein paar Cent in der Tasche. Damit man sich wenigstens eine Cola leisten kann, fragt man jemand: "Kannste mir bis morgen zwei Euro leihen? Oder vielleicht fünf Euro, dann kann ich auch ein Eis essen. Kriegst du auch echt sofort morgen zurück!". Aber wo soll das Geld herkommen? Taschengeld ist ausgegeben, Sparschwein ist leer. Dann werden die Freunde eben vertröstet oder man hofft, dass die eure Schulden vergessen. Und schneller als man glaubt, geht die beste Freundschaft durch so blöde Geldsachen kaputt.
Handy-Rechnung

- Bild: sxc.hu / sasicd
Dispo-Kredit
Nachdem man endlich 18 ist und regelmäßige Einkünfte hat (auch wenn die Ausbildungsvergütung nicht gerade der Hit ist...), taucht unten auf dem Kontoauszug schon mal ein Hinweis auf einen Dispositionskredit auf. Prima, denkt sich so mancher, das Geld kann ich jetzt locker zu meinem Guthaben dazu rechnen. Und die machen dann ganz grosse Augen, wenn sie sehen, dass sie auch für einen Dispo-Kredit von 80 € Zinsen abdrücken müssen. Ganz blöd wird’s, wenn das Konto für längere Zeit überzogen wird und die Schulden dadurch automatisch immer grösser werden. Das kann leicht passieren, weil man nämlich auch den Dispo-Kredit meist automatisch bekommt.
Urlaubsreise buchen
Regenwetter, Fernweh, frisch verliebt... es gibt viele Gründe, ein günstiges Angebot für einen Pauschalurlaub zu nutzen und im Reisebüro eine Reise zu buchen. Geht ganz schnell, und man braucht auch nur hundert Euro anzuzahlen. Den Rest muss man ja erst hinblättern, wenn man zwei Wochen vor der Reise die Flugtickets bekommt. Wenn’s dann aber so weit ist, hat man doch nicht genug gespart und muss Schulden machen. Benutzen der Giro-Karte
Ob man mit der Bankkarte mal schnell am Bankautomat ein paar Scheine zieht oder im Klamottenladen mit der Plastikkarte bezahlt, die Gefahr ist immer die gleiche: Man verliert den Überblick über sein Konto und ist entsetzt, wenn man den nächsten Kontoauszug sieht. Mit einer Giro-Karte hat man halt schnell Geld abgehoben oder sogar ausgegeben, das gar nicht mehr auf dem Konto ist. Der Dispo-Kredit kommt ohne Warnung zum Einsatz und man muss schauen, wie man das Konto wieder ins Plus bekommt.
Ratenzahlung beim Versandhandel
Klar ist das verführerisch: Im Versandkatalog kostet der CD-Spieler, den man dringend für die nächste Fete braucht, nur 349 €! So viel hat man zwar gerade nicht flüssig, aber es werden ja auch 12 Monatsraten à 32 € angeboten. Das klingt doch easy! Und genauso easy hat man die Schulden am Hals - denn auch bei einem Kauf auf Raten verschuldet man sich.
Kreditaufnahme fürs erste Auto
Endlich hat man die Führerscheinprüfung geschafft, der ganze Stress ist vorbei, und jetzt will man die eigenen vier Räder unter den Hintern bekommen. Eine zehn Jahre alte Rostlaube aus dem Anzeigenblättchen könnte man ja vom Ersparten vielleicht noch bar bezahlen, aber man will ja nicht zur Lachnummer unter den Freunden werden. Das Autohaus um die Ecke bietet gepflegte 75 PS für 95 € monatlich an. Zu günstigen Konditionen bei der Hausbank der Automarke, Laufzeit 36 Monate. Das müsste doch zu machen sein, oder?! Dass man damit einen ganz schön großen Berg Schulden aufgetürmt hat, und dass man nicht sicher sein kann, ob man in zwei Jahren immer noch 95 € pro Monat zusätzlich abdrücken kann, das vergisst man vielleicht schneller, als einem lieb ist... (C4U)



