Bio-Lebensmittel erobern die Supermärkte. Seit Einführung des staatlichen Bio-Siegels im September 2001 wurden schon eine Menge Produkte damit gekennzeichnet. Aber was ist dran an den Öko-Lebensmitteln? Und vor allem: Was ist drin?

- Bild: sxc.hu / Sanja Gjenero
Beispiel Fruchtjoghurt
Die Milch, aus der der Joghurt hergestellt wird, stammt von "glücklichen Kühen". Während im Otto-Normal-Joghurt in der Regel auch künstliche Aromen zu finden sind, sind bei der Öko-Variante allenfalls natürliche erlaubt. Insgesamt ist dieser Bio-Snack sehr naturbelassen - auf Farb- und Konservierungsstoffe sowie Geschmacksverstärker wird generell verzichtet.
Beispiel Fleisch
Schnitzel vom Bio-Metzger kommen häufig aus der Region. Die Tiere stammen aus tiergerechter Haltung - das heißt, sie haben mehr Auslauf und bekommen ökologisches Futter. Hormone, Antibiotika u.ä. sind tabu. Das Vieh nimmt langsamer zu, wodurch auch das Fleisch "mehr Biss" bekommen soll.
Beispiel Gemüse
Vom Samen bis zur Pflanze ist hier alles ökologisch. Konventionelles Saatgut darf nur verwendet werden, wenn es in der Region zu wenig Bio-Samen gibt - das muss dann allerdings frei von jeglicher chemischen Behandlung sein. Bio-Gemüse wird ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel großgezogen. Übrigens gilt das Gleiche auch für Bio-Obst. Pestizidrückstände? Fehlanzeige. Auf Bio-Höfen gehen Ackerbau und Viehzucht zumeist Hand in Hand. So liefern die Tiere organischen Dünger, und deren Futter stammt häufig auch aus eigenem Anbau. Umwelt- und Ressourcenschonung steht im Vordergrund.
Beispiel Tiefkühlpizza
Nahezu alles gibt's inzwischen auch als Bio-Mahlzeit: auch
Fertigprodukte. Bei einer Bio-Pizza müssen mindestens 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Und nicht nur Pizzateig und Belag an sich müssen "öko" sein, sondern auch an die Herstellung werden hohe Anforderungen gestellt. Lediglich 1/10 der bei herkömmlichen Lebensmitteln erlaubten Zusatzstoffe sind für Bio-Produkte zugelassen.
Beispiel Backwaren
Bio-Brot ist zumeist vollwertig, auch das ist eine Bioleitlinie: wenig ver- und bearbeiten. Daher ist es ballast- und mineralstoffreich. Die Fette sind pflanzlich. Bei Keksen wird nicht mit weißem Zucker, sondern mit Vollrohrzucker, Honig oder Apfeldicksaft gesüßt. Das Gute: Bio-Plätzchen gibt's auch für Allergiker - zum Beispiel hefe- oder eiweißfrei.
Beispiel Süßigkeit Schleckereien sind keine Hauptmahlzeit - daran ändert auch der Aufkleber "Bio" nichts... Obwohl Bio-Hersteller nach der Methode "So süß wie nötig" verfahren, ist und bleibt Schokolade Schokolade. Doch: Der Kakao ist häufig fair gehandelt, gesüßt wird mit Honig oder Rohrohrzucker, und Füllungen sind nicht künstlich hergestellt, sondern "echt". Auch Bio-Gummibärchen schmecken nicht nur fruchtig, sondern sind es tatsächlich: Für Farbe und Geschmack sorgen nämlich Fruchtsaftkonzentrate und Zitronensäure. Farbstoffe oder Aromen kommen hier nicht in die Tüte.
Öko-Dschungel Auf der Suche nach Bio-Produkten muss man einen Siegel-Dschungel
durchforsten: Da gibt es die Zeichen der Anbauverbände (z.B. Demeter, Bioland oder Naturland) oder Öko-Handelsmarken... Um Transparenz zu schaffen, hat das Bundesverbraucherministerium 2001 das einheitliche, staatliche Bio-Siegel eingeführt - nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung. Alles, was das Bio-Siegel trägt, entspricht mindestens der EU-Ökoverordnung - laufende Kontrollen inbegriffen. Zusätzlich gibt es seit 2010 ein EU-weites Siegel, mehr dazu hier.
Aber Achtung: Manche Firma versucht, mit ökologisch klingenden Versprechungen Käuferinnen und Käufer zu locken. Doch hinter den Ausdrücken "alternativ", "kontrollierter Anbau", "umweltverträglich", "unbehandelt", "naturgedüngt" u.ä. verbergen sich in der Regel keine Öko-Lebensmittel. Einzig und allein die Bezeichnungen "biologisch" und "ökologisch" dürfen nur dann verwendet werden, wenn die Produkte der EU-Ökoverordnung entsprechen.
(AB)
Links zum Thema:
www.allesoeko.net
www.oekolandbau.de


