Wie verhindert man Modewettkampf und Markenterror? Alle ziehn das gleiche an!? Pro & Contra Schuluniformen - und ein Interview mit einer "Betroffenen".
Mit schöner Regelmäßigkeit beschweren sich Erwachsene darüber, dass ihr teure Markenklamotten haben wollt. In den Schulkassen sei regelrecht ein Modewettkampf ausgebrochen, der finanzschwache SchülerInnen benachteilige. Die Lösung für Viele: Alle ziehen das Gleiche an! Schützenverein, Krankenschwestern, Fußballspieler - überall gibt Einheitskleidung. Warum es dann nicht mal mit Schuluniformen probieren? Die immer wiederkehrenden Argumente sind: Pro:
- Man schaut den Mitschüler/innen eher ins Gesicht als auf die Klamotten
- Schulkleidung spart Geld, weil man nicht ständig mit der Mode gehen muss
- Einheitliche Kleidung stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl
- Integration von neuen Mitschüler/innen wird erleichtert
- Schüler/innen, deren Eltern nicht so viel Geld haben, werden nicht zu Außenseitern, nur weil sie keine Markenklamotten tragen
- ...?
Contra:
- Man muss nicht gleich aussehen, um gleichwertig zu sein
- Die Schuluniform nimmt einem die Möglichkeit, seine Indivitualität mit Kleidung auszudrücken
- Mode macht Spaß, Uniformen sind langweilig
- ...?
Die Bundesschülerkonferenz hatte sich im Oktober 2006 auch zu dieser Frage geäußert: sie meinte damals, dass Schuluniformen zum einen auf keinen Fall staatlich vorgeschrieben sein sollten und außerdem lieber "Schuleinheitliche Kleiderregelung" genannt werden sollten.
Die Idee mit der Schulkleidung ist übrigens nicht so neu. Das Museum "Kindheit und Jugend" in Berlin hat in einer Ausstellung gezeigt, wie Anfang des Jahrhunderts Jungen und Mädchen kleine Hüte aufsetzen mussten. Gymnasiasten trugen farbige Mützen, die sie auch im Straßenbild von den Volksschülern und Lehrlingen abhoben. Bunte Streifen zeigten den Klassenfortschritt an und blamierten diejenigen öffentlich, die sitzen geblieben waren. Und die Sache von wegen "Schuluniform gegen Markenkleidung" kann auch mal nach hinten los gehen: In der Süddeutschen Zeitung wurde berichtet, dass einige Schüler einer englischen Schule in eine Strafklasse versetzt wurden, weil ihre Eltern die Schuluniform nicht in einem Fachgeschäft gekauft hatten. Anstatt den vorgeschriebenen Blazer mit dem Schulemblem für umgerechnet 36 Euro zu kaufen, hatten die Eltern die Jacke im Supermarkt für die Hälfte des Geldes erstanden und das Wappen selbst aufgenäht. Das hatte dem Direktor nicht gefallen...
| Interview mit Susan Miller (Name geändert), die als Schülerin in England eine Uniform tragen musste. | ||
(C4U)
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Forum zum Thema "Schuluniformen"Bisher 351 Beiträge, letzter Beitrag vom 12.05.2011, 14.24 Uhr


