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Ganz schön nickelig...

Nickelallergie

 
Eine super Jeans auf dem Flohmarkt ergattert, und kaum trägst du sie mit einem bauchfreien Top, entsteht unter dem Hosenknopf ein juckender, roter Fleck? Dahinter könnte sich eine Nickelallergie verbergen. Das ist leider eine lebenslange Freundschaft...


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Bild: Andrea Behnke
Nickel ist das Kontakt-Allergen Nummer eins. Das besagte vor zwei Jahren eine Studie der Zentrale des Informationsverbundes Dermatologische Kliniken (IDVK) im Auftrag des Umweltbundesamtes, an der rund 67.000 Menschen mit einer Kontaktallergie teilgenommen haben. Das Metall kann zum Beispiel in (Mode-)Schmuck, Uhren oder Piercings, in Metallknöpfen, Reißverschlüssen oder in Brillen enthalten sein.

Da die Politik sich dieser "nickeligen Angelegenheit" angenommen hat, dürfen Hersteller seit einigen Jahren nicht mehr so viel Nickel verwenden wie früher - das hat laut der IDVK-Untersuchung zu einem Rückgang der Sensibilisierungen geführt. Eine EU-Richtlinie (die so genannte "Nickel-Verordnung") besagt nämlich, dass jene "Gegenstände, die unmittelbar und länger mit der Haut in Berührung kommen" nur 0,5 µg Nickel pro Quadratzentimeter Haut in der Woche abgeben dürfen.

Unter die Haut...

Gesichtsdetail mit Augenbrauenpiercing
Bild: romychamo / sxc.hu
Bei Ohrringen oder Piercings, die "durchgeschossen" werden, liegt dieser Grenzwert noch niedriger: bei 0,2 µg. Zunächst wurde bei diesen "Erststeckern" der Nickelanteil (also nicht die Freisetzung) gesetzlich begrenzt - dieses Gesetz wurde jedoch im vergangenen Jahr geändert, da es letztendlich weniger entscheidend ist, wie viel Nickel in dem Stecker enthalten ist, als das, was wirklich auf die Haut bzw. in den Körper gerät, sprich: wie viel Nickel freigesetzt wird. Bei Piercings in jedem Fall genau nachfragen, was da ins Fleisch geht!

Bei Schmuck u.ä. haben die Produzenten auch die Möglichkeit, Material mit einer nickelfreien Beschichtung zu versehen - die muss zwei Jahre garantieren, dass nicht mehr Nickel frei wird, als zulässig ist. Vorsicht also bei solchen Gegenständen: Ist der Lack buchstäblich ab, kann die Haut wieder rot sehen.

Nickelfrei ist nicht nickelfrei...

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Bild: Andrea Behnke
Das gilt auch für Second-Hand-Sachen: Alter Schmuck, antike Brillengestelle (heißen nicht umsonst "Nickel-Brillen") oder Knöpfe an älteren Klamotten können mehr Nickel enthalten, als manch ein Allergiker verträgt. Ein Trick, der manchmal hilft: Knöpfe an der Hoseninnenseite mit Pflaster abkleben, Schmuck mit durchsichtigem Nagellack versiegeln. Das gilt aber nicht für Piercings oder Ohrringe! Im übrigen sollte man die schon alleine aus Hygienegründen nie gebraucht kaufen.

Aber auch bei neuen Käufen kann man an schwarze Schafe geraten - denn wo Regeln sind, gibt's auch immer wieder Verstöße. Eine besondere Krux: Manche Firmen versehen ihre Produkte mit dem Hinweis "nickelfrei". Wer davon ausgeht, dass dann gar kein Nickel drin ist, liegt falsch. Denn gesetzlich bedeutet "nickelfrei" lediglich "entspricht dem Grenzwert", was für manch einen mit einer starken Allergie schon zu viel sein kann... am besten im Fachgeschäft beraten lassen!

Übrigens: Bei der Euro-Einführung ging ein Aufschrei durchs Land. Denn unsere nun nicht mehr ganz neuen Geldstücke sind stark nickelhaltig. Doch zumindest die Forscher, die bei der IVDK-Studie aktiv waren, haben keine Sensibilisierungen durch die Münzen festgestellt. Vielleicht bleibt Geld einfach nicht lange genug in der Hand...

Links zum Thema:
www.daab.de
www.aktionsplan-allergien.de

(AB)

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Forum zum Thema "Allergien"
 
Stand: 20.04.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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