Viele Bundesländer haben seit 2005 Studienbeiträge auch fürs Erststudium eingeführt. Das hat das Studium vielerorts verteuert. Viele Studis jobben – andere greifen, um schneller studieren zu können, auf Kreditprogramme der Banken und Sparkassen zurück. Checked4you.de hat sich einmal umgesehen, was da inzwischen so auf dem Markt ist.
Eines vorweg: Einige Angebote, die es noch vorein paar Jahren gab, sind wieder verschwunden, so zum Beispiel der Deutsche Bank FlexiStudienkredit sowie einige Angebote kleinerer Banken. Und: Die Zinsen sind in den letzten Jahren teilweise gesunken, besonders bei den staatlichen Angeboten. Schon derzeit gibt ein Studierender rund 812 Euro pro Monat aus, so das Deutsche Studentenwerk in der Sozialerhebung 2009: für Miete, Bücher, Kleidung, Essen und so weiter. Kommen noch Studiengebühren hinzu – in NRW beispielsweise dürfen Unis und Fachhochschulen bis zu 500 Euro pro Semester verlangen –, erhöht sich das Ganze noch einmal um knapp 100 Euro monatlich. Ein ganz schöner Batzen. Längst nicht alle bekommen BAföG – und manchmal reicht dieser staatliche Zuschuss (oder das, was die Eltern geben können) nicht aus. Eine Lücke, die Banken oder Fonds schließen wollen.
Die Bedingungen, zu denen Kredite vergeben werden, sind sehr unterschiedlich. Daher ist Informieren und Vergleichen angesagt.(Anmerkung: Alle folgenden Informationen wurden im Juni 2010 recherchiert; für die Richtigkeit wird keine Haftung übernommen)
KfW-Studienkredit
Von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Studierende unabhängig vom Studienfach oder Einkommen ihrer Eltern zwischen 100 und 650 Euro monatlich bekommen, und zwar bis zu zehn oder – unter der Bedingung, dass das Studium dann abgeschlossen sein wird – sogar 14 Semester lang. Der Kredit kann mit BAföG und dem Bildungskredit kombiniert werden. Die Rückzahlung startet spätestens 23 Monate nach Studienende, die Tilgung kann bis zu 25 Jahre mit entsprechend niedrigen Raten laufen. Der Zinssatz beträgt zurzeit 3,34 Prozent effektiv, um das Ganze kalkulierbarer zu machen, sichert die KfW einen Höchstzinssatz für jeweils 15 Jahre zu. Die Zinsen fallen auch schon während der Auszahlungsphase an – es kann jedoch ein Zinsaufschub gewährt werden, wenn Leistungsnachweise vorgelegt werden.
Deutsche Bank StudentenKredit Von der Deutschen Bank können Studierende bis 60 Monate lang eine Rate von bis zu 800 Euro bekommen – bei Studierenden in den ersten beiden Semestern ist die Auszahlung begrenzt auf 200 Euro. Welches Fach studiert wird, ist egal. Die Tilgungen sind flexibel und können über 144 Monate gehen. Die Rückzahlung muss drei Monate nach Berufsstart beginnen, spätestens jedoch zwölf Monate nach dem Examen. Der effektive Zinssatz liegt derzeit bei 5,9 Prozent während der Auszahlungszeit. Die Zinsen, die später während der Tilgung anfallen, werden später neu geregelt. Eine Besonderheit: Wer ein überdurchschnittliches Abi oder später Examen hingelegt hat, bekommt Sonderkonditionen.
VR-Bildungsfinanzierung
Die Volks- und Raiffeisenbanken haben seit einigen Jahren ein Rahmenprogramm, das eine Teilfinanzierung des Studiums abdecken soll. Vor allem in Bayern haben etliche Banken die VR-Bildungsfinanzierung im Angebot, die Zinssätze sind unterschiedliche. Maximal 250 Euro im Monat können über den Kredit bis zu zehn Semestern finanziert werden. Das soll die Studiengebühren sowie einen Teil der Lebenshaltungskosten abdecken. Es gibt ein tilgungsfreies Jahr.
Haspa Studentenkredit
Auch der Dachverband der Sparkassen hat ein Rahmenkonzept für "Sparkassen-Bildungskredite". Diese werden von den Sparkassen vor Ort abgewickelt (zumeist für die Studis der Region). Die Konditionen legen die Sparkassen selber fest. Ein Beispiel ist die Hamburger Sparkasse. Mindestens 250 Euro monatlich muss man aufnehmen bei einer Laufzeit von maximal sechs Jahren. Die Rückzahlung muss in zehn Jahren erledigt sein, wobei man bis zu zwei Jahren nach Studienende eine Ruhepause haben kann. Der Zinssatz liegt zurzeit bei 3,58 Prozent effektiv – die Sparkasse bietet auch eine Versicherung an, die dann eine Höchstgrenze garantieren würde. Zinsen müssen während der Aus- und Rückzahlung gezahlt werden, der Zinssatz ist gleich .
Bildungsfonds Auf ein anderes Konzept bauen Anbieter von so genannten Bildungsfonds. Etliche werden über den Finanzdienstleister Career Concept abgewickelt, darunter sowohl bundesweite als auch regionale und lokale. In den Genuss kommen nur ausgewählte Studierende. Gefördert werden können oft auch Aufbau- oder Promotionsstudiengänge. Der Unterschied zu herkömmlichen Studienkrediten: Die Rückzahlung erfolgt verdienstabhängig. Das heißt: Vertraglich wird festgelegt, wie viel Prozent des späteren Einkommens in den Fonds zurück gezahlt werden muss. Daher ist das finanzielle Risiko niedriger: Geringer Verdienst – kleine Raten, so lautet die Rechnung. Viele private Hochschulen setzen auf Bildungsfonds für ihre Studierenden, aber auch zum Beispiel die TU München hat einen solchen. Finanziert werden sie die Fonds durch private Geldgeber, durch Stiftungen oder Unternehmen. Für Studierende technischer Studiengänge engagiert sich beispielsweise das Unternehmen Festo mit einem eigenen Fonds.
DKB-Studentenbildungsfonds
Auch die Deutsche Kreditbank (DKB) hat einen Bildungsfonds. Der funktioniert allerdings eher wie ein Studienkredit. Maximal 650 Euro monatlich sowie einen Extra-Zuschuss für Auslandsaufenthalte oder Praktika gibt’s dort für Studierende aller Fachbereiche. Der Zinssatz effektive beträgt 6,49 Prozent pro Jahr, er ist festgeschrieben für die gesamte Laufzeit. Die Auszahlung läuft längstens zwei Semester über die Regelstudienzeit hinaus. Die Rückzahlung startet zwölf Monate nach Abschluss des Studiums und läuft über höchstens 20 Jahre.
Studiengebührenkredite
Einige Banken bieten auch "kleine Kredite", mit denen die Studiengebühren finanziert werden können. Bei der NRW-Bank beispielsweise können jene 500 Euro pro Semester aufgenommen werden, die die staatlichen Hochschulen nun verlangen dürfen. Das Geld wandert direkt an die Hochschule, die Zinsen werden bis zur Rückzahlung gestundet. Besondere Konditionen gibt’s für BAföG-Empfängerinnen und –Empfänger. Die müssen teilweise weniger zurückzahlen. Die Zinsobergrenze ist bis 2011 festgelegt.
Erst rechnen! Wer einen Bildungskredit in Anspruch nimmt, kann unter Umständen mit einem ganz schönen Batzen Schulden in den Beruf starten. Daher haben einige Banken von sich aus die Darlehenshöhe gedeckelt, um den Studi nicht vor Eintritt in den Job in den Ruin zu treiben... Trotzdem: Nicht ohne nachzudenken einen Kreditvertrag abschließen – und schon gar nicht den erstbesten. Heute schon an morgen denken, lautet die Devise... Brauche ich überhaupt einen Kredit – habe ich wirklich alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft? (BAföG, Eltern, Jobben, Stipendium, Kosten senken... Und: Wie viel Geld benötige ich? So viel wie nötig, so wenig wie möglich!
Sollte die Entscheidung für einen Kredit gefallen sein, dann gibt’s hier ein paar Fragen, mit denen man die Angebote abklopfen und vergleichen kann:
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Weitere Infos:
- Einen Tilgungsrechner findet man unter www.kfw-foerderbank.de.
- Einen Überblick über die Konditionen der verschiedenen Angebote gibt’s ganz aktuell beim Centrum für Hochschulentwicklung: www.che-studienkredit-test.de.
- Weitere Infos rund um Studienkredite: www.studilux.de
- Jede Menge Infos zum Studieren (u. a. auch mit Studienkredit-Vergleich) findet man bei www.studis-online.de
- Buchtipp: Infos zum Thema Studieren und Finanzieren findet man in einem Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW. "Clever studieren – mit der richtigen Finanzierung" für 9,90 Euro.
(AB)


Wer einen Bildungskredit in Anspruch nimmt, kann unter Umständen mit einem ganz schönen Batzen Schulden in den Beruf starten. Daher haben einige Banken von sich aus die Darlehenshöhe gedeckelt, um den Studi nicht vor Eintritt in den Job in den Ruin zu treiben... Trotzdem: Nicht ohne nachzudenken einen Kreditvertrag abschließen – und schon gar nicht den erstbesten. Heute schon an morgen denken, lautet die Devise... Brauche ich überhaupt einen Kredit – habe ich wirklich alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft? (BAföG, Eltern, Jobben, Stipendium, Kosten senken... Und: Wie viel Geld benötige ich? So viel wie nötig, so wenig wie möglich!
Sollte die Entscheidung für einen Kredit gefallen sein, dann gibt’s hier ein paar Fragen, mit denen man die Angebote abklopfen und vergleichen kann:
