Schule ist praktisch jeden Tag, und mit jeder Unterrichtsstunde wächst die Papierflut. In jedem Blatt steckt ein Stück Baum - und wir Deutsche sind Weltmeister im Papierverbrauch.

- Bild: Rainforests of the Olympic Coast von hiimniko unter CC-BY-Lizenz
Wir Deutsche sind Weltmeister im Papierverbrauch. 243 Kilogramm bekritzelte und bedruckte jeder von uns durchschnittlich im Jahr 2010. Für unseren Papierbedarf werden jährlich Waldflächen gerodet, die so groß sind wie die gesamte Waldfläche des Landes Baden-Württemberg. Dabei müssen aber nicht unsere Bäume dran glauben, sondern meist welche aus Brasilien, Schweden, Finnland und Kanada. Viele Urwälder sind dort schon abgeholzt worden.
Am Zeichen erkennen
Jedes Schuljahr werden massenhaft Hefte, Schreibblöcke und Papier angeschafft. Die meisten sind aus frischen Papierfasern - strahlend weiß und mit viel Energie hergestellt. Dabei gibt es längst Umwelthefte, für die nicht extra Bäume fallen mussten. Sie sind aus Recyclingpapier. Ihr könnt sie an verschiedenen Zeichen erkennen: "Blauer Engel", "Ökopa", "ökopa plus" oder "Klimaschutzpapier". Kein Altpapier steckt dafür in Schulheften mit dem Aufdruck "Aqua pro natura" oder "Weltpark Tropenwald". Diese Hefte wurden nur ohne schädliche Chlorbleiche hergestellt. Der Aufdruck "holzfrei" könnte euch auch in die Irre leiten, denn die Hefte sind nicht aus einem anderen Rohstoff hergestellt. Vielmehr besteht das Papier aus reinem Zellstoff ohne holzhaltige Bestandteile oder Altpapier. Im Klartext: für diese Hefte braucht man besonders viel Holz! Die Verbraucherzentrale NRW hat zudem herausgefunden, dass vielfach Hefte und Blöcke verkauft werden, auf denen kein Hinweis steht, welche Rohstoffe - Altpapier oder Frischefaser - verwendet wurde und womit gebleicht wurde. Ganz besonders krass sind extrem billige Hefte mit dem Aufdruck "Made in Indonesia", die es z. B. in den Filialen von KiK zu kaufen gibt. Bei den Kollegblöcken haben wir durch eine Analyse nachgewiesen, dass auch Fasern aus Tropenholz drin stecken. In all diesen Fällen gilt: Finger weg! Was steckt in deinem Federmäppchen?
Federmäppchen aus Kunststoff sehen oft hübsch bunt aus, bestehen aber meist aus PVC und damit aus bedenklichen Weichmachern. Besser sind da welche aus Leder, Stoff oder Holz. Wer Mäppchen komplett mit Stiften gefüllt kauft, hat oft nur Billig-Ware ergattert. Bei billigen Buntstiften brechen zum Beispiel schneller die Minen ab. Außerdem können im Lacküberzug mancher Stifte Schwermetalle lagern. Achtet auch mal auf den Geruch! Wenn der schon beißend oder irgendwie eklig ist, lasst lieber die Finger davon. Besser sind Stifte aus Wasserbasis ohne viel Chemie. Texte lassen sich auch mit Trockentextmarkern gut markieren. Achtung: Tintenkiller enthalten häufig gesundheitschädliche Inhaltsstoffe. Alternativ dazu gibt es Korrekturbänder oder -roller.
Wir suchen engagierte Klassen
Schulhefte und Blätter aus Recyclingpapier sind in unseren Einkaufsläden immer schwerer zu finden. Das wollen wir ändern und ihr könnt uns dabei helfen. Mit dem bundesweiten Netzwerk "Papierwende" setzen sich Umwelt- und Verbraucherschützer für mehr Recyclinghefte ein. Wir suchen Schulklassen, die bei der Gemeinschaftsaktion "Wir setzten Zeichen - Schulen pro Recyclingpapier" mitmachen. Und das geht so: Ihr könnt euch mit eigenem Namen oder als Klassenverband in eine Liste eintragen und damit versichern, dass ihr künftig Schulmaterialien aus Recyclingpapier benutzt. Fast 1200 Schulen in NRW machen bereits bei dieser Aktion mit, bundesweit über 3100.
Auf die Liste, fertig, los
Auch ihr könntet leicht Projekte zum Thema Recyclingpapier in eurer Schule anregen und mit einem Eintrag in die Liste zum aktiven Umweltschutz beitragen. Seid ihr dabei? Dann schickt die Liste an die Verbraucherzentrale NRW, Bereich Umwelt, Friederike Farsen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf.
Jede Schule, die sich beteiligt wird auf den Internetseiten der Initiative 2000 plus aufgeführt
Ach ja, auch Anbieter von Recyclingpapier können sich bei uns in eine Liste eintragen. Die bereits eingetragenen Shopadressen findet ihr hier
(C4U)


