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Ernährungstrends und Lebensmittelmoden

Was essen wir morgen?

 

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Bild: sxc.hu / Zsuzsanna Kiliàn
Keine Angst: Es wird nicht so sein, dass wir bald nur noch Astronautennahrung essen. Doch tatsächlich ist Ernährung immer im Wandel. Und wohin fährt der Essens-Zug in den kommenden Jahren? Wir haben mal ein wenig probe gegessen...


Die Zahl 1
Trend Nummer 1: Chilled Food

Die Menschen haben immer weniger Zeit. Doch sie wollen sich gesund ernähren. Die Zeiten von ekligen Fertigprodukten, die nach Einheitsbrei schmecken, ist vorbei. Chilled Food ist im Kommen. Das sind Fertiggerichte aus der Kühltheke: zum Beispiel Salate, fertig geschnittenes Obst, gefüllte Nudeln, die in drei Minuten gar sind, oder gebratene Frikadellen. Das Ganze fällt unter "Convenience Food" - also "bequemes Essen". Der Wunsch der Käufer: Es soll schnell gehen und dennoch frisch schmecken.

Check: Ein klares "Kommt-drauf-an". Nicht alles, was es an gekühlten Fertiggerichten gibt, ist notwendig und gut - und nicht alles muss man verteufeln. Gegen Ravioli ist sicher nichts einzuwenden. Doch muss zum Beispiel Obst tatsächlich schon vorgeschnitten sein? Da wird aus "bequem" schnell "faul"... Wichtig ist es, auf Haltbarkeit, Preis und Qualität zu achten. Und wer zu faul ist, sich das Obst selber zu schneiden, muss halt dafür zahlen!


Die Zahl 2
Trend Nummer 2: Bio und Regionales

Es ist kein Trend für alle - aber für viele werden sie immer wichtiger: Lebensmittel in Bio-Qualität. Biosupermärkte sind längst an den kleinen Bioläden vorbeigerauscht, Biomarken der Discounter holen Bio-Lebensmittel aus der Nische. Immer mehr Menschen achten beim Essen nicht nur auf den Geschmack, sondern beziehen auch ökologische und soziale Aspekte ein. Sie kaufen vor allem Bioqualität - oft von regionalen Anbietern. Auch "Fair Trade" ist im Kommen. Insgesamt steht über allem: Die Käuferinnen und Käufer wollen Vertrauen in ihre Lebensmittel haben. Die vergangenen Lebensmittelskandale lassen grüßen...

Check: Bio kostet manchmal etwas mehr, bietet aber auch mehr. Daher unsere Meinung: Daumen hoch. Das ist ein Trend, den man mitmachen kann. Es muss natürlich nicht alles in Bio-Qualität sein. Ein Schritt in die richtige Richtung ist es auch schon, häufiger zu Produkten aus der Region zu greifen.


Die Zahl 3
Trend Nummer 3: Funktionelle Lebensmittel / "functional food"

Dieser Trend ist nicht neu - er ist aber nicht zu stoppen. Funktionelle Lebensmittel sind angereichert mit zusätzlichen Inhaltsstoffen, die angeblich gut tun sollen: Das können Vitamine, Bakterien oder Mineralstoffe sein. Zwei Beispiele: ACE-Saft (mit einem Plus an Vitamin A, C und E) oder probiotischer Joghurt. Die Wellness-Welle gibt dem Functional Food noch einmal richtig Schwung.

Check: Ganz ehrlich: Ein gesunder, junger Mensch braucht keine "Lebensmittel mit Funktion". Wer sich abwechslungsreich ernährt, bekommt alles, was er braucht! Funktionelle Lebensmittel reichern vor allem die Kassen der Hersteller an.


Die Zahl 4
Trend Nummer 4: Globalisierung des Geschmacks

Die Welt wächst zusammen. Das gilt auch für die Ernährungswelt. Pizza, Pasta, Döner und Co. haben längst schon unseren Speiseplan erobert. Dieser Trend zu internationalem Essen wird sich noch weiter ausweiten - zum Beispiel auf afrikanische und asiatische Gerichte. Die Menschen wollen immer wieder was Neues. Gerade junge Menschen stehen nicht immer unbedingt auf deutsche Hausmannskost. Sie sind experimentierfreudig beim Essen.

Check: Warum nicht? Was wäre Deutschland ohne Sushi? Oder ohne das knackige Wok-Gemüse? Ohne Wraps? Wenn's gesund ist und schmeckt: Immer her mit den neuen Rezepten!


Die Zahl 5
Trend Nummer 5: Kreative Küche für wenig Geld

Essen soll nicht nur eine Frage der Geldbörse sein. Aber wie kann man sich gesund und ausgewogen ernähren, wenn das Geld knapp ist? Ein neuer Trend soll Schule machen: die so genannte Subsistenz-Kreativität (also "Lebenshaltung mit Erfindungsreichtum"), wie Fachleute es nennen. Inzwischen gibt es sogar Kochbücher und Kochkurse, die die kreative Küche mit wenig Geld beibringen. In erster Linie geht es dabei "zurück zu den Wurzeln". Wie haben die Menschen früher gekocht? Daher ist dieser Trend nicht nur für Wenigverdiener und Sparfüchse, sondern auch bei all jenen angesagt, die "Genuss pur" suchen.

Check: Ein Trend mit Daumen-hoch-Faktor. Denn die Hausfrauen früher haben schmackhaft und gesund gekocht - auch ohne großes Budget. Omas Rezepte erleben ein Revival!


Die Zahl 6
Trend Nummer 6: Geschmacks-Mix

Schokolade ist in Zukunft nicht mehr einfach nur süß, und Chips schmecken nicht mehr nur nach Paprika. Angesagt ist der Geschmacks-Mix, der die Geschmacksknospen zum Blühen bringt: Schokolade mit Pfeffer oder Chilli, Ingwer- oder Balsamico-Eis, Melonen-Brause oder Chips, die nach Käse oder Hühnchen schmecken. Ebenfalls neu: eine Mischung aus Joghurt und Kuchen. Überhaupt wünschen Kunden den "besonderen Geschmack", und die Forscher experimentieren. Das Ziel: Lebensmittel, die dem Einheitsbrei trotzen...

Check: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Klingt alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber wer's mag... Einzig: Bei einigen neuen Geschmacksmischungen werden künstliche Aromen eingesetzt - und die täuschen häufig unseren Geschmack.


Die Zahl 7
Trend Nummer 7: Fleischlos glücklich

Viele Menschen verzichten auf Fleisch - in verschiedenen Abstufungen: Die einen essen noch Eier und Milchprodukte (oder Eier oder Milchprodukte), die anderen ernähren sich vegan. Das heißt, sie verzichten auf alles, was vom Tier kommt. Also auch auf Honig, Gelatine oder Lederschuhe. Vegetarier haben verschiedene Gründe. Tierschutz, Umweltschutz und Gesundheit sind die häufigsten. Gerade Jugendliche machen sich immer mehr Gedanken über ihren Fleischkonsum. Und: Frauen ernähren sich häufiger vegetarisch als Männer.

Check: Eine ovo-lakto-vegetarische Ernährung (kein Fisch, kein Fleisch, aber Eier und Milchprodukte) ist auch für Jugendliche kein Problem - sofern man sich insgesamt ausgewogen ernährt. Sich vegan zu ernähren, ist für junge Menschen nicht empfehlenswert. Da kann es schnell zu einem Mangel an Mineralstoffen kommen.


Die Zahl acht
Trend Nummer 8: Zukunftsmusik: Essen aus dem Labor

Und jetzt noch ein Blick in die ferne Zukunft - und zwar mit "Essen aus dem Labor". Viele Forscher tüfteln am Essen für übermorgen. Zum einen geht es da um Lebensmittel mit Funktion. Das heißt auch Designer-Food. Im Fokus stehen nicht nur die funktionellen Lebensmittel, die es heute schon im Handel gibt, sondern auch andere Kreationen: zum Beispiel Milch, die sich verfärbt, wenn sie nicht mehr gut ist. Ein großer Wunsch vieler Wissenschaftler ist es darüber hinaus, künstliches Fleisch herzustellen. Das soll aussehen und schmecken wie Fleisch - aber mit echtem Tier wird das Ganze nichts zu tun haben. Das Fleisch wird künstlich gezüchtet.

Check: Ob man wirklich auf diesen künstlichen Geschmack kommen muss? Wir denken: Nein. Zum Glück bleibt es noch abzuwarten, wie viel aus der künstlichen Küche sich tatsächlich durchsetzen wird...

Zu guter Letzt: Ein Trend kommt also selten allein. Also lasst es euch schmecken!


(AB)
 
Stand: 12.09.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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