Ein Kussmund, der spannt und von eingerissenen Mundwinkeln eingerahmt wird, ist nicht sooo sexy. Gerade im Winter brauchen die Lippen etwas mehr Beachtung, damit sie nicht trocken und spröde werden. Doch wie pflege ich sie am besten?
Lippen sind Schleimhäute und daher besonders empfindlich. Sie haben keine Talg- oder Schweißdrüsen (wie unsere Körperhaut) und können daher kein Fett und keine Feuchtigkeit produzieren. Kalten Temperaturen, Sonne und trockener Heizungsluft stehen sie – dünnhäutig wie sie sind – recht schutzlos gegenüber. Gesprungene, gerissene Lippen sind nicht nur ein Schönheits-Problem, sondern tun weh und bieten auch einen wunderbaren Nistplatz für Keime. Für viele heißt es daher als Vorbeugung: Einschmieren. Aber womit? In den Drogeriemärkten und Apotheken ist die Palette an Lippenpflegeprodukten riesig.
Klassische Lippenpflegestifte in Drehhüllen gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Vor genau 100 Jahren kam der erste Pflegestift in Deutschland auf den Markt. Hinzu gesellen sich inzwischen Lippenbalsam in Töpfchen oder – etwas hygienischer – in Tuben. Die Pflegestoffe (meistens eine Mischung aus Wachsen und Ölen) legen eine Fettschicht auf die Lippen und sorgen so dafür, dass die Feuchtigkeit nicht nach draußen entweichen kann.
Es gibt sogar Lippenpeeling, das trockene Hautpartikel wegrubbeln soll. Das geht jedoch einfach und effektiv auch mit einer ganz weichen Babyzahnbürste: Eine vorsichtige Lippenmassage lässt Hautschuppen rieseln und wirkt Wunder!
Während im Sommer Produkte mit einem höheren Feuchtigkeitsanteil gute Dienste leisten, sind sie im Winter eher schädlich: Das Wasser lässt die Lippen bei der kalten eher rauer als geschmeidiger werden. Eine Variante mit etwas mehr Fett ist empfehlenswerter.
Dabei ist es nicht ganz leicht, die persönlich richtige Pflege-Kombi zu erwischen. Viele haben das Gefühl, dauernd nachfetten zu müssen. Sie sind dann aber nicht, wie mancher denkt, süchtig nach Lippenpflege. Vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass entweder die benutzte Lippenpflege nicht ausreichend wirkt – oder dass man sich, andersherum, zu sehr an den angenehmen Film auf der Lippenhaut gewöhnt hat. Wer dauernd zum Pflegestift greift, muss er erst einmal wieder lernen, ein trockeneres Lippen-Gefühl auszuhalten...
Inhaltsstoffe beachten
Vor allem, wer zu empfindlicher Haut neigt oder gar Allergien hat, sollte auf die Inhaltsstoffe achten: Weniger ist mehr. Es gibt Lippenpflege ohne Farb- und Konservierungsstoffe. Auch Duft- oder Geschmacksstoffe sind entbehrlich, um zarte Lippen zu bekommen. Übrigens: Naturkosmetika können ebenfalls Allergien auslösen – zum Beispiel, wenn der Lippenpflege ätherische Öle beigemixt sind. Es gibt auch ganz einfache (Haus-)Mittel, um den Lippen etwas Gutes zu tun – Quark zum Beispiel. Oder Honig, der wirkt entzündungshemmend und hautberuhigend. Oder nachts Wollfett (Lanolin) beziehungsweise Vaseline auf den Mund macht Rissen den Garaus. Wer sich oft in der Sonne aufhält, sollte den Lippen einen UV-Schutz gönnen. Beim Skifahren in den Bergen ist er unentbehrlich. Hilfreich kann beispielsweise ein zinkhaltige Salbe aus der Apotheke sein.
Zu guter Letzt: Zu seinen Lippen sollte man freundlich sein. Also nicht bei Stress darauf herumkauen, sie mit den Fingern kneten oder ständig (unbewusst) mit Zähnen oder der Zunge bearbeiten. Das entzieht ihr die wichtige Feuchtigkeit. Ein Kuss dann und wann schadet natürlich nicht...
(AB)



