Millionen Menschen in Deutschland sind Vegetarier, darunter auch Kinder und Jugendliche. Eine streng vegane Ernährung ist aber besonders für junge Menschen nicht ratsam...
Nachdem sich die 17-jährige Mandy gründlich über Tiertransporte und Massentierhaltung informiert hatte, stand für sie fest: Ich möchte nichts mehr essen, was mal gelebt hat. Mittlerweile ernähren sich fast 6,6 Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch. Das sind immerhin knapp 8 Prozent. Der Hauptgrund für Jugendliche, auf Fleisch zu verzichten, ist der Tier- und Umweltschutz", weiß Norbert Moch, Ernährungsberater beim Vegetarier-Bund. Später kommen gesundheitliche Überlegungen hinzu. Bei den Vegetariern kann man vier verschiedene Gruppen unterscheiden*:
| Ovo-Lacto-Vegetarier (kein Fleisch, kein Fisch) |
Lacto-Vegetarier (kein Fleisch, Fisch, kein Ei) |
Ovo-Vegetarier (Kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch) |
Veganer (generell keine vom Tier stammenden Nahrungsmittel oder Gegenstände) |
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"Eine streng vegane Ernährung ist bei Kindern und Jugendlichen nicht ratsam", sagt Ursula Plitzko, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale NRW. Wenn man zu wenig Ahnung hat, kann es zu Calcium- oder Eisenmangel kommen. Eine ausgewogene ovo-lacto-vegetarische Kost hingegen sei überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, leben Vegetarier gesünder als "Fleischesser". Sie haben, so die DGE, seltener Übergewicht, ihre Cholesterinwerte sind niedriger. Außerdem bekommen sie seltener Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.
| "Ich finde es schlimm, dass Tiere wie Rohstoffe behandelt werden. Auf der einen Seite sind sie Haustiere, auf der anderen Seite werden sie als Fleisch serviert." (Mandy, 17 Jahre) | ||
Das gilt natürlich nur dann, wenn man sich ausgewogen ernährt. Als "Pudding-Vegetarier", der zwar kein Fleisch, aber ansonsten nur Süßes und Fettes isst, hat man nichts gewonnen. "Vollkornprodukte und viel Obst und Gemüse sind wichtig", so Ursula Plitzko. Wer sich abwechslungsreich und gesund ernährt, braucht sich auch über Eisenmangel keine Sorgen zu machen. Eisenhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel Getreide (Müsli, Vollkornbrot, Bratlinge...), Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen), Nüsse, Trockenfrüchte und bestimmte Gemüsearten ( Fenchel, Grünkohl, Spinat oder Rosenkohl).
Und: Auf ausreichend Vitamin C achten, da Vitamin C die Ausnutzung des Eisens im Getreide verbessert! Am besten eine Vollkornschnitte mit einen Apfel, einer Orange oder einer Paprika kombinieren.

Was Proteine, also Eiweiß angeht, so empfiehlt es sich, immer verschiedene eiweißhaltige Lebensmittel zu kombinieren: Milch und Getreide, Getreide und Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen), Milch und Kartoffeln oder Getreide und Ei.
Kein Fleisch heißt nicht unbedingt tierfrei
Eine gesunde vegetarische Ernährung klappt mit "ganz normalen" (aber frischen!) Lebensmitteln aus dem Supermarkt. Dabei ist vegetarische Ernährung grundsätzlich nicht teurer als Mischkost. Selbst dann nicht, wenn man mal etwas Leckeres im Reformhaus oder Bioladen kauft (zum Beispiel Tofu, wenn man Lust auf Wurstgeschmack hat). Denn Fleisch hätte ja auch seinen Preis.
Aber Achtung: Nicht alles, was pflanzlich aussieht, ist tatsächlich "tierfrei". Viele Süßigkeiten (Gummibärchen oder Kaubonbons etwas) enthalten Gelatine, und die wird aus Schweinen oder Rindern gewonnen. Auch in manchen Joghurts, Quarkspeisen oder Pudding ist Gelatine enthalten. In Fertiggerichten wie Suppen oder Risotto schwimmt nicht selten Fleischbrühe. Das Gleiche gilt für Essen in der Kantine oder in Restaurants: Besser nachfragen, ob das Gericht wirklich vegetarisch ist und nicht nur so heißt...
Klebt dieses Zeichen auf Lebensmitteln, so enthalten sie keine Zutaten von getöteten Tieren. Steht noch der Zusatz "vegan" dabei, sind keinerlei tierische Stoffe drin.
Mandy weiß, was auf den Tisch kommt. Denn sie kocht auch mal selber. Für sich und ihre Familie. Die isst zwar noch Fleisch, ist aber durch sie auf den Gemüse-Geschmack gekommen.
(AB)
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Forum zum Thema "Die richtige Ernährung"Bisher 9 Beiträge, letzter Beitrag vom 28.04.2011, 14.16 Uhr








