Du liebst Pferde und reitest für dein Leben gern? Dein größter Wunsch ist ein eigenes Pferd? Was so ein Vierbeiner, abgesehen von sehr viel Zeit, im Monat kosten kann, haben wir für dich mal abgecheckt.
Ein Pony oder Pferd ist "schon" für ein paar tausend Euro zu haben. Je nach Rasse, Alter, Abstammung und Ausbildungsstand ist die Preisskala nach oben allerdings sehr weit offen. Doch der Kaufpreis macht nur den Anfang einer langen Rechnung! Übernachtung mit Vollpension
Egal ob klein oder groß - irgendwo wohnen müssen alle Pferde. Wer sein Pferd in einem Reitverein oder bei einem Landwirt unterstellt, muss dafür monatlich bezahlen. Die Stallmiete für ein Pferd beträgt durchschnittlich zwischen 150 und 350 Euro. Die Höhe der Miete hängt auch davon ab, ob Futter und Fütterung im Preis enthalten sind, ob der Stallbesitzer dein Pferd auch auf die Weide stellt oder ob jemand die Box für dich mistet. Manchmal kann man etwas Geld sparen, wenn man seinen Stall selbst sauber hält oder sein robustes Pferd ganzjährig auf einer Weide mit Unterstand hält.
Haftpflicht und "Nummernschild"
Die monatlichen Mieten sind aber nicht die einzigen festen Kosten. Als Pferdebesitzer brauchst du auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung. Schließlich kann dein Pferd mal von der Weide ausbrechen und einen schweren Unfall verursachen. So ein Schaden kann leicht in die Millionen gehen. Eine Pferdehaftpflicht kostet je nach Versicherer und Deckungssumme durchschnittlich 80-200 Euro im Jahr. Wer hier sparen will, muss die Angebote der Versicherer vergleichen. Mittlerweile gibt es viele kostenlose Tarifrechner im Netz.
Wer im Gelände reitet und Reitwege benutzt braucht ein "Nummernschild". So eine Reitmarke vergibt normalerweise die untere Landschaftsbehörde der Stadt, in der du wohnst. Die Plakette muss jedes Jahr erneuert werden und kostet in NRW derzeit um die 30 Euro.
"Fußpflege", Impfen und Kuren gegen Würmer Ungefähr alle sechs bis acht Wochen muss übrigens der Schmied vorbeischauen und die Pferdehufe kontrollieren. Ist ein Pferd beschlagen, müssen die Eisen regelmäßig erneuert werden. Durchschnittliche Kosten pro Komplett-Beschlag: 80-110 Euro. Doch auch wenn ein Pferd "barfuß", also ohne Eisen läuft, muss der Schmied oder Hufpfleger regelmäßig Hand anlegen, um das wachsende Hufhorn zu schneiden. Durchschnittliche Kosten: 25-35 Euro.
Selbst ein kerngesundes Pferd muss regelmäßig zum Tierarzt. Zum Beispiel um es gegen Tetanus oder Pferde-Husten impfen zu lassen. Da ist man je nach Impfstoff schnell mal 20 bis 100 Euro los. Wer sein Pferd ausreichend gegen Würmer schützen will, muss alle paar Monate eine Wurmkur verabreichen. Die kostet zwischen 10 und 20 Euro.
Wird ein Pferd ernsthaft krank, kann das ziemlich ins Geld gehen. Richtig teuer wird es dann, wenn Operationen anstehen oder das Pferd in stationärer Behandlung in der Tierklinik bleiben muss. Dann entstehen schnell Kosten von mehreren tausend Euro! Angeboten werden auch Krankenversicherungen für Pferde. Für durchschnittlich 35 Euro im Monat übernimmt der Versicherer dann 60 Prozent der Tierarztkosten. Doch Achtung: Erstattungen beziehen sich immer nur auf den so genannten "einfachen Satz der Gebührenordnung". An den muss sich aber ein Tierarzt nicht halten, er kann auch mehr abrechnen. Wer ein Pferd mit schweren Vorerkrankungen hat, wird es auch schwer haben, überhaupt einen Versicherungsvertrag abzuschließen.
Sattel, Trense & Co Wer reiten will, braucht auch Trense und Sattel für's Pferd. Eine solche Ausrüstung kann man allerdings auch gebraucht kaufen. Hauptsache, sie passt dem Pferd. Für einen Sattel kannst du zwischen 500 und 5000 Euro hinblättern. Je nach Qualität und Fabrikat. Dazu kommt dann noch eine Satteldecke, die je nach Qualität und Sattel zwischen 30 und 300 Euro kostet. Ein komplettes Zaumzeug mit Gebiss ist zwischen 50 und 300 Euro zu haben. Zur nötigen Pferde-Ausrüstung gehört auf jeden Fall ein Stallhalfer mit Führstrick (zusammen ab ca. 15 Euro) sowie Putzzeug, also diverse Bürsten, Hufkratzer ect. Hier werden im Fachhandel schon preisgünstige Komplett-Sets angeboten. Eine verschließbare Putzkiste mit dem nötigsten Inhalt kostet ungefähr 60 Euro.
Outfit und Unterricht Nicht nur das Pferd braucht den richtigen Dress, auch für dich sind ein paar Klamotten Pflicht. Wichtigstes Utensil beim Reiten ist die Reitkappe. Tüv-geprüfte Helme gibt es schon ab 30 Euro. Lass dich hier auf jeden Fall beraten. Der Helm muss unbedingt richtig sitzen. Also nicht nur auf den Preis achten! Reithosen und Stiefel sind nicht zwingend notwendig, aber praktisch. Eine Jeans und feste, halbhohe Schuhe, mit denen du nicht im Bügel hängen bleibst, tun es aber auch.
Reiten lernen sollte man am besten bei einem erfahrenen Lehrer. Reitvereine bieten oft Unterricht an. Trainer kommen aber auch stundenweise an den Hof. Eine Reitstunde kostet im Durchschnitt zwischen 15 und 30 Euro.
Halbes Pferd auf Zeit
Du siehst, so ein Pferd kann dich schnell 300-400 Euro im Monat kosten. Um zu sehen, ob ein eigenes Pferd auf Dauer das Richtige für dich ist, solltest du die ultimative Probe machen. Viele Besitzer haben zu wenig Zeit für ihre Pferde und bieten Reitbeteiligungen an. Gegen einen Unkostenbeitrag darfst du das Pferd dann je nach Vereinbarung mehrmals in der Woche pflegen und bewegen. Dabei merkst du schnell, ob du wirklich bei Wind und Wetter zum Stall fahren willst, tägliches Boxen-Misten echt dein Ding ist und du deinem tierischen Freund auch dann noch treu bist, wenn er mal nicht so will wie du.
Linktipp:
Jugendseiten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
(kat)
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Forum zum Thema "Pferde und Reiten"Bisher 25 Beiträge, letzter Beitrag vom 21.05.2012, 16.58 Uhr


