Keine wirklich schöne Fotostrecke, sondern bittere "Top10": Orte der Erde, die besonders giftig sind. Die Plätze wurden nur durch den Menschen so zugerichtet - und das oftmals, damit wir billige Produkte kaufen können...
Für den Urlaub sucht man sich am liebsten besonders schöne Orte aus, an denen man gerne mal sein will. Das amerikanische
Blacksmith-Institut hat es 2007 andersherum gemacht und sich die zehn Orte ausgesucht, die keiner gerne besucht - weil sie in besonderem Maße vergiftet wurden. Zudem ermitteln sie jedes Jahr die Top10 der härtesten Umweltbelastungen. Hier - eng an der Blacksmith-Auswahl orientiert - eine Zusammenstellung besonders giftiger Orte. Das Dumme: Sie ist leider unvollständig...
Chlor kennen wir meist aus dem Schwimmbad. Es wird aber in vielen Chemikalien wie z. B. Pestiziden gebraucht. In Sumgayit wurde Chlor produziert und weiter verarbeitet. Dumm, dass man für die Chlorherstellung auch das giftige Quecksilber braucht. Die fertigen Chlorchemikalien sind dann auch nicht ohne. Sonst könnte man ja keine Schädlinge damit töten. Weil die Umweltgesetze nicht streng waren, ist nun die ganze Umgebung von Sumgayit mit einem bunten Mix dieser Chemikalien vergiftet. Die fertigen Produkte wurden natürlich weltweit verkauft. Günstiger als aus Fabriken, die sich mehr um die Umwelt gekümmert haben...
(Bildquelle: Adam Klaus
/ Blacksmith Institute 2007 Report
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Das Guinness Buch der Rekorde hat Dzerhinsk zur giftigsten Stadt der Welt gewählt. In Dzerhinsk wurden früher neben Chemiewaffen auch Industriechemikalien hergestellt, die nun gemeinsam mit den Abfällen aus der Produktion den Boden und damit das Trinkwasser vergiften. Männer werden in Dzerhinsk durchschnittlich nur 42 Jahre alt, Frauen 47 Jahre (in Deutschland sind es 77 und 82 Jahre...). Diese Stadt ist ein mahnendes Beispiel dafür, dass alles, was wir in die Umwelt schütten, auch wieder zu uns zurück kommt. Heißt für uns zu Hause: Auch wenn man keine stark giftigen Chemikalien im Haushalt hat, sollte man vorsichtig sein im Umgang mit Lacken, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Motoröl, und Reste korrekt am Recyclinghof oder Schadstoffmobil abgeben.
Bild: Reste von Pestiziden in einer ungesicherten Lagerhalle (Bildquelle: Blacksmith Institute 2010 Report
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In Linfen sieht es aus wie im Ruhrgebiet vor hundert Jahren. Jede Menge rauchende Schlote. Wäsche hängt man am wegen des Staubs nur drinnen zum Trocknen auf. Wenn kein Wind die Abgase weg weht, wird die Luft schnell unangenehm zum Atmen. Filteranlagen, wie wir sie in Deutschland haben, kosten Geld - daher gibt es keine. Schließlich kaufen wir alle gern günstige Produkte, die in China produziert wurden. Zwar mag sich die chinesische Regierung mittlerweile um die Umweltprobleme kümmern, doch bis die Bürger von Linfen wieder tief durchatmen können, werden noch ein paar Jahre vergehen. Und wir sollten derweil überlegen, ob wir wirklich immer neue Billigware aus Asien kaufen müssen oder nicht lieber mal im Secondhand-Laden gucken sollten.
Bild: Junger Bergarbeiter (Bildquelle: Andreas Habermann, Blacksmith Institute 2007 Report
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Viele Einwohner der chinesischen Stadt Tianying verdienen ihr Geld mit der Herstellung und Verarbeitung von Blei. Durch Abfälle und Stäube, die bei der Herstellung entstehen, haben die Menschen viel mehr Blei im Blut als gesund ist. Keine guten Voraussetzungen, um das Rentenalter zu erreichen. Blei findet sich in kleinen Mengen in fast jedem Elektrogerät und auch in vielen Batterien. Was wir da machen können? Unseren Bleikonsum verringern, indem wir z. B. die billigen Batterien im Laden stehen lassen und stattdessen Akkus kaufen.
Bild: Kinder, die in einem mit Blei verseuchten Fluss baden (Bildquelle: Blacksmith Institute 2010 Report
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Verchromte Schuhe, das klingt erst mal ganz luxuriös. Tatsächlich wird das meiste Leder mit Chromsalzen gegerbt. So haben wir das silbrige Metall nicht nur an unseren Stoßstangen und Wasserhähnen, sondern in fast jedem Schuh. Zu dumm nur, dass manche Chromerbindungen giftig sind und sogar krebserregend. An Schuhen ist das unschön, aber die essen wir nicht. Die Leute aus Sukinda in Indien, die das Chrom aus der Erde holen, haben es aber im Trinkwasser und in den Lebensmitteln. Wenn das Chrom in der Erde bleibt, kann es die Menschen nicht vergiften. Wie können wir aber den Chromverbrauch reduzieren? Schuhe ein bisschen länger tragen, bevor neue gekauft werden. Aber natürlich sollten vor allem die Minenbesitzer ihre Arbeiter besser schützen.
(Bildquelle: Petros Morgos
/ Blacksmith Institute 2007 Report
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Den Bürgern von La Oroya geht es genau so wie denen in Tianying. Neben Blei gibt es hier aber als "Bonus" auch noch ein paar andere giftige Schwermetalle wie Zink und Cadmium dazu. In La Oroya wurden bei Kindern die weltweit höchsten Bleiwerte im Blut gemessen. Und das nur, weil das Geld für Luftfilteranlagen und eine Abwasseraufbereitung in der Metallfabrik gespart wurde - warum? Na klar: damit für uns alles schön billig ist...
(Bildquelle: Blacksmith Institute 2008 Report
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An diesem See kann man ungestört baden. Allerdings nicht besonders lange, denn etwa eine Stunde am Ufer bedeutet den sicheren Tod. Der Karatschai See war zumindest 2007 der Spitzenreiter der giftigsten Orte. In den See flossen über Jahrzehnte die Abwässer der geheimen Atomanlage Mayak. Der See wird noch einige tausend Jahre tödliche Strahlung abgeben. Ähnliche, wenn auch weniger stark strahlende Orte finden sich in vielen Atomanlagen der Welt. Alles nur, weil die Menschheit unbedingt Atomkraftwerke haben muss. Dann lieber gleich zu Ökostrom wechseln und sicher Baden gehen.
Vom See gibt es kein Foto, das Fotografieren wäre zu gefährlich. Hier ein Bild von einer Kontrollmessung einer Radioaktiv verseuchten Anlage in Magadan in Russland
(Bildquelle: Blacksmith Institute 2008 Report
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In Norilsk ist eine Metallfabrik die Giftquelle Nr. 1: Hier werden große Mengen Nickel, Kupfer und Cobalt hergestellt - alles giftige Schwermetalle. Sie werden in Elektrogeräten aller Art gebraucht. Vermutlich habt ihr also auch ein klein wenig Metall aus Norilsk in eurem Zimmer stehen. Anstatt das Problem in den Fabriken durch strenge Umweltschutzmaßnahmen zu beheben, hat man die Stadt kurzerhand für Ausländer gesperrt. Die Bürger hier haben eine um ca. 10 Jahre kürzere Lebenserwartung als in anderen russischen Städten.
Bild: Abgase der Metallherstellung über Norilsk (Bildquelle: Hans Wendel / Blacksmith Institute 2007 Report
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Sambia könnte ein ziemlich reiches Land sein, weil dort viele Metalle im Boden sind, die wir alle brauchen. Das viele Geld verdienen aber die ausländischen Minenbesitzer. Für die Arbeiter wird nicht einmal in Sicherheitsausrüstung investiert. Durch die Aufbereitung der Metalle vor Ort gibt es große Halden mit schwermetallhaltigem Staub, der die Menschen und auch den Boden rundherum vergiftet. Dadurch können die Menschen dort kaum Nahrungsmittel für sich anbauen. Damit so etwas nicht passiert, setzen sich einige Banken dafür ein, nur noch Firmen finanziell zu unterstützen, die auf die Gesundheit der Arbeiter achten und die Umwelt schonen.
Bild: Junge Männer auf der Halde einer Bleimine (Bildquelle: Blacksmith Institute 2007 Report
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Davon dürften die meisten schon mal gehört haben. Vor Fukushima war Tschernobyl das Atomkraftwerk, das bewies: Atomkraft ist nicht sicher. Obwohl der Supergau schon 1986 in der Ukraine stattfand, ist das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks noch für Jahrhunderte so verstrahlt, dass niemand dort wohnen darf. Mehrere tausend Menschen starben durch das Unglück, und noch immer erkranken viele an Krebs. Nun haben wir in Japan das zweite "Denkmal". Und immer mehr Menschen denken über eine
Energiewende weg von der Atomkraft nach.
Bild: Verlassener Kindergarten bei Tschernobyl (Bildquelle: Blacksmith Institute 2010 Report
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(C4U)