Der erste Kuss, doch: Iiiiiihhh, der Neue hat Mundgeruch... Ein echter Abtörner – und für viele ein Tabu, das man nicht anspricht. Doch woher kommt Mundgeruch kommt und was kann man dagegen tun?
Eigentlich ist der Atem geruchsneutral. Ein Selbsttest ist ganz einfach: Man atmet in die Hand hinein. Oder man nimmt mit einem Wattestäbchen etwas Belag von der hinteren Zunge ab und schnüffelt daran. Riecht’s müffelig, spricht der Mediziner von Halitosis – und das kann das verschiedene Ursachen haben. Denen muss man auf den Grund gehen! Aber keine Angst: Eher selten sind ernsthafte Krankheiten Schuld am Mundgeruch. Müffeln am Morgen
Wer morgens beim Aufstehen das Gefühl hat, einen schlechten Geschmack im Mund zu haben und auch übel zu riechen, der braucht sich keine Sorgen zu machen. Das ist ganz normal. Nachts schluckt man weniger, dadurch sind weniger Speichel und weniger Sauerstoff im Mund. Fehlt Speichel, können sich bestimmte Bakterien schneller breit machen. Flinke Abhilfe gibt es durch einen Schluck Wasser oder Tee, ein leckeres Frühstück – und natürlich durchs Zähneputzen.
Ernährung
Isst man Knoblauch oder Zwiebeln, riecht auch der Atem danach. Ebenso gibt es stinkige Käsesorten oder Kräuter. Auch Nikotin oder Alkohol miefen. Doch auch wer lange Zeit nichts gegessen hat, fängt an, aus dem Mund zu riechen. Besonders damit zu kämpfen haben Menschen, die fasten oder eine strenge Diät machen. Der Geruch, der sich dann breit macht, erinnert ein wenig an Klebstoff.
Zähne und Zunge
Meist entsteht der schlechte Atem im Mund. Es müssen gar keine faulen Zähne sein – es reicht schon, die Zähne nicht ausreichend zu pflegen. Dann nämlich bleiben Speisereste in den Zahnzwischenräumen. Sie werden durch Bakterien zersetzt, was Gase freisetzt (zum Beispiel Schwefelverbindungen). Und die stinken... Kurzum: Regelmäßig die Zähne putzen und mit Zahnseide die Zwischenräume säubern.
Auch auf der Zunge schlummern Bakterien, die auf Essensreste lauern. Hier hilft es, die Zunge mit einem Zungenputzer zu schaben. Es gibt verschiedene Modelle, mit denen man die Zunge putzen kann – am besten mal den Zahnarzt fragen! Eine ganz weiche Zahnbürste funktioniert auch. Das kitzelt ein wenig, wirkt aber Wunder. Tipps gegen den "Duft"
Habe ich Mundgeruch, nehme ich Mundwasser. Klingt logisch – ist es aber nicht. Im Gegenteil: Gerade scharfe Lösungen können die wichtige Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen und mittelfristig genau das Gegenteil erreichen.
Und was die Inhaltsstoffe angeht, so hat Öko-Test bei einem Test vieles bemängeln müssen. Knapp die Hälfte der getesteten Wässerchen schnitt mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab. Zwölf Lösungen enthalten beispielsweise den antibakteriellen Wirkstoff Cetylpyridiniumchlorid, der, so die Tester, nichts für die tägliche Mundhygiene sei. Etliche der getesteten Mittel enthalten auch Fluor. Das ist zwar gut für die Zähne, ist aber in der Regel schon in der Zahnpasta und in der Nahrung enthalten – und zu viel davon schadet. Auch den Zusatz von Alkohol sehen die Tester skeptisch.
Kurzum: Mundspüllösungen sollte man nur dann nehmen, wenn der Zahnarzt sie verordnet. Das kann zum Beispiel nach einer Zahnbehandlung oder bei Spangenträgern der Fall sein. Ansonsten sollte man eher seine Mundhygiene verbessern.
Ebenfalls gute Tipps: Viel trinken und viel Obst essen – beides regt den Speichelfluss an. (Zuckerfreie) Kaugummis zu kauen, kann ebenfalls hilfreich sein. Nicht, weil der Pfefferminzgeruch stärker ist als der Mund-Mief, sondern weil der Speichelfluss verstärkt wird und die Bakterien so weggespült werden. Ohne lästigen Mundgeruch schmeckt auch der Kuss wieder viel besser!
(AB)


