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Greenwashing

Wenn sich Konzerne grün anstreichen...

 
Wenn man nach der Werbung geht, sind ja quasi alle Konzerne Umweltschützer: Klimafreundliche Autos hier, CO2-sparende Geräte dort - wenn das nicht in vielen, vielen Fällen nur "Greenwashing" wäre...


Ein Eimer mit grüner Farbe - Thema: Greenwashing
Bild: sxc.hu / A. Syed
Viele Konzerne versuchen, sich durch entsprechende Werbung ein umweltfreundliches Image zu geben, um bessere Verkaufsargumente zu haben. Denn "ökologisch", "klimafreundlich" "CO2-neutral" und andere Schlagworte kommen beim Käufer gut an. "Greenwashing" bedeutet "Grünwaschen" oder auch, frei übersetzt, "Grünfärben" - es ist also mehr Schein als Sein, mehr Reden als Handeln. Nebensächliches wird dabei groß betont, wichtige Infos werden bewusst weggelassen, manchmal sind die Behauptungen sogar schlicht falsch, und als Ergebnis steht der Konzern da wie der große Bruder von Greenpeace.

Energiekonzerne, Ölfirmen, Autos, Waschmaschinen...
Ein paar Beispiele? Wenn ein Energiekonzern mehrere Millionen in Windkraft investiert, klingt das erst mal fein - und ist es ja so weit vielleicht auch. Natürlich wirbt dieser Konzern dann damit, super-turbo-ökologisch zu sein. Weiß man jedoch, dass genau dieser Konzern gleichzeitig das zigfache dieses Betrags in Kohle- und Atomkraftwerke steckt, sieht die Sache plötzlich irgendwie anders aus... Oder: Der Ölkonzern BP versuchte in den letzten Jahren, sich unter dem Motto "Beyond Petroleum" einen ökologischeres Image zu geben - u. a. 2007 mit Schulmaterialien (!) zum Thema Klimaschutz. Speziell vor dem Hintergrund der BP-Ölkatastrophe im Golf im Jahr 2010 wirkt ein solches Öko-Image-Bestreben ein wenig - nun ja - fragwürdig...?

Aber es wird auch in nicht ganz so riesigen Dimensionen "gewaschen": Autos werden als "klimafreundlich" beworben, "umweltfreundliche CO2-Emissionen" als Werbeaussage sind ein Widerspruch in sich, und auch die Bewerbung von Elektroautos - so prima die grundsätzlich sein mögen - mit "Null Emissionen" ist so nicht richtig, so lange der Strom dafür mit Unmengen CO2 erzeugt werden muss. Waschmaschinenhändler werben für ihre Apparillos mit "Stromersparnis" durch "Solarstarke Waschleistung", obwohl man dafür erst mal eine zusätzliche Solaranlage im Haus haben muss. Und wie sehr es bei solchen Werbeaktionen meist mehr um die Verpackung als den Inhalt geht, wird am Beispiel des Fast-Food-Produzenten und -verpackers McDonalds doppelt deutlich: Dort wurde laut "Spiegel Online" und anderer Zeitungen 2009 ein Farbwechsel des Logos von rot zu grün angekündigt, der mittlerweile auch an vielen Stellen zu sehen ist. Besser könnte der Ausdruck "Grünfärben" kaum illustriert werden.

Auch in Schulen!
Neben Werbung sind Partnerschaften mit Umweltorganisationen, irgendwelche Öko-Zertifikate oder Umwelt-Preisverleihungen beliebte PR-Methoden der Konzerne. Und auch die Tätigkeit an Schulen: Sollten mal Vertreter der Auto-, Benzin- oder Energielobby bei euch eine Unterrichtsstunde abhalten, wird es sich lohnen, sehr genau nachzufragen, wie weit der Umweltschutz im Konzern selbst wirklich geht. Das Problem ist ja: Um zu erkennen, ob und wie sehr das grüne Image einer Firma mehr Dichtung als Wahrheit ist, braucht man Hintergrund-Wissen. Wer also mal wieder so eine Werbung sieht und mehr wissen will, muss ein wenig recherchieren - z. B. bei Umwelt- oder Verbraucherorganisationen. Dann ist man auch besser für die Firmen-Schulstunde vorbereitet...


(C4U)

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Forum zum Thema "Umweltschutz"
Bisher 6 Beiträge, letzter Beitrag vom 16.03.2011, 15.38 Uhr
 
Stand: 17.08.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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