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Der Giftcocktail im Hausmüll

Alte Batterien

Wo braucht man nicht überall Batterien oder Akkus - die Liste ist endlos! Wenn die Dinger dann alle sind, landen sie meistens im Müll. Und da erwachen sie dann zu ihrem zweiten Leben als Giftschleuder.

Alte verrostete Batterie (Bild: sxc.hu / jeinny)
Bild: sxc.hu / jeinny

Im Handy, im MP3-Player, im Fotoapparat, im Wecker, in Taschenlampen, auf dem Mainboard des PCs, in Uhren, in der tragbaren Spielekonsole... in der Tat wird die Liste ganz schön lang, wenn man mal zu sammeln anfängt.


Batterien erzeugen Strom auf chemischer Basis. Und daher ist da so einiges drin: Besonders Cadmium und Blei sind stark umweltbelastende Schwermetalle, die sowohl für den Menschen direkt als auch für Tiere und Ökosysteme giftig sind - und über Tiere und Umwelt auch wieder indirekt den Menschen erreichen können. Nickel, Zink oder Lithium können ebenfalls die Umwelt schädigen und sind außerdem Rohstoffe, die man eigentlich noch ganz gut gebrauchen könnte. Dann wären da neben vielen anderen Batterie-Zutaten auch noch solche ätzenden Leckerchen wie Kalilauge oder Schwefelsäure.


Zwei kleine Batterien
Bild: sxc.hu / buzzybee

Hausmüll-Verbot

Im Hausmüll sind Batterien eigentlich sowieso verboten. Es hält sich nur kaum einer dran. An Cadmium, dass vor allem in so manchem Akku zu finden ist, landen z. B. etwa 150 bis 200 Tonnen jährlich in unserer Umwelt. Laut "Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien" wurden im Jahr 2011 etwa 1,47 Milliarden Gerätebatterien und Akkus in Deutschland verkauft - davon wurden rund 45 Prozent wieder über Sammelboxen

oder auf Recyclinghöfen gesammelt! Weit über die Hälfte wurde in den Hausmüll oder - schlimmer noch - wild in die Landschaft geworfen. Oder sie "schlafen" noch zu Hause, weil sich einfach keiner drum kümmert. Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) sollte man übrigens sowieso am besten gar nicht kaufen, wegen des Cadmiums halt. Besser sind Nickel-Metallhydrid-Akkus, die obendrein eine höhere Kapazität haben und keinen "Memory-Effekt" aufweisen.


batterie3

Nun will man natürlich nicht jedes mal zur Sondermülldeponie latschen, wenn mal eine Batterie alle ist. Muss man aber auch gar nicht: Man kann sie sammeln und meistens schon im Laden um die Ecke wieder loswerden. Mittlerweile gibt es über 170.000 Abgabestellen - im Handel und bei den Kommunen - die Batterien zurücknehmen. Jedes Geschäft das Batterien verkauft muss auch alte Batterien zurücknehmen. Meistens stehen dafür grüne Sammelboxen im Kassenbreich. Wenn ihr keine Box seht fragt einfach mal nach. In der Regel sind das die Läden, bei denen man auch welche kaufen kann - also Elektrohändler, Unterhaltungselektronik-Anbieter oder auch Supermärkte. Dort findet man dann spezielle Behälter, auf denen meist "Altbatterierücknahme" oder "Batterie-Sammelbehälter" drauf steht. Auch größere Akkus aus Laptops oder anderen Geräten kann man im Handel abgeben, wenn sie nicht mehr nutzbar sind. Daheim sollte man aber nicht erst allzu große Mengen ansammeln und darauf warten, dass sie irgendwann auslaufen und sich den Weg zur Wohnung darunter freiätzen. Lieber eine kleinere Schachtel oder ein Glas, und nach einiger Zeit beim Shopping mitnehmen und ausleeren. Der Effekt erscheint für den Einzelnen zwar gering (kennt man ja: "was sollen die paar Batterien im Müll schon schaden?"), aber in der Summe mit vielen anderen... Eine praktische Sammelbox für Daheim gibt es übrigens in vielen Beratungsstellen in NRW auch kostenlos.


Kartons zum Sammlen von alten Batterien

Was passiert mit den extra gesammelten Batterien?

Die so gesammelten Batterien werden aber nicht einfach nur gut verschlossen irgendwo versenkt oder vergraben. Vielmehr werden die Dingerchen sortiert und dann je nach Machart unterschiedlich verwertet. Die Sortierung hat mit der ihnen innewohnenden Chemie zu tun: Nickel-Cadmium-, Lithium-, Zink-Kohle-Batterien/Akkus usw. So können Stoffe wie Cadmium, Nickel oder Zink recycelt und für neue Batterien oder auch andere Dinge verwendet werden. Stahl wird gesammelt und anfallende Schlacke findet im Straßenbau einen neuen Einsatzbereich. Nur weniger als ein Prozent der zurück gegebenen Batterien wie Spezialbatterien und nicht identifizierbare Batterie-Gemische müssen heute noch über den Sondermüll entsorgt werden. Mit der Rückgabe schont man die Umwelt sogar doppelt: Wenn man Recyclingmaterial hat, muss man weniger neue Erze zur Metallgewinnung aus der Erde holen. Bergwerke sind Unternehmen, die die Natur in ihrer Umgebung häufig stark verschmutzen. Da ist es gut, wenn man mit der Batterierückgabe dafür sorgen kann, dass es nicht so viele davon gibt.


Die Recyclingquote ist übrigens von Jahr zu Jahr besser geworden. Von den zurückgegebenen Batterien wurden 2012 fast 100 Prozent verwertet, vor zwölf Jahren waren es gerade mal 19 Prozent. Wenn die Batterie also erst mal zurückgegeben wurde, lässt sich eine Menge damit machen und das ist weitaus besser, als die kompletten Batterien einfach in die Umwelt zu knallen.


Link zum Thema:

www.grs-batterien.de


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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