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Tier + Umwelt

Bio-Sprit bringt’s auch nicht wirklich

Rapskoller und brennende Regenwälder

 
Klingt ja eigentlich nach einer guten Idee – mit Hilfe von so genanntem "Bio-Sprit" weiterrasen können, als gäb’s kein morgen, und dabei noch die Umwelt schonen. Funktioniert nur leider gar nicht...


Detail eines AuspuffsEs ist schon ärgerlich: immer, wenn man das Gefühl hat, jemand hat was echt Gutes für die Umwelt gefunden, wird’s einem auch schon wieder mies gemacht. Aber beim Thema Agro-Sprit (die Bezeichnung "Bio-Sprit" ist falsch, da die Pflanzen für die Produktion alles andere als biologisch angebaut werden) ist es auch mal wieder so. Die ach so grüne Lösung in Form von Raps-, Soja- oder Palmöl macht’s eher schlimmer als besser – oder ist zumindest kein realistischer Ersatz für den Sprit, den wir bisher in die Luft jagen.

Da wäre schon mal das Problem der schieren Menge. Laut Bundesumweltamt würde man in Deutschland die Hälfte der gesamten deutschen Ackerfläche brauchen, um gerade mal 5 Prozent des benötigten Dieselkraftstoffs zu ersetzen. Wollte man also wirklich auf Rapsöl umsteigen, müsste man praktisch ganz Europa zu einem einzigen Rapsfeld umgestalten. Also kann man zwar hier oder da mal ein bisschen was mit Raps ergänzen, aber nix ersetzen.

Hinzu kommen die Auswirkungen in südlicher gelegenen Ländern wie z.B. Borneo oder Brasilien – denn da wird zugunsten von Palmöl- oder Sojafeldern ohne Ende Regenwald platt gemacht. Wäre zum Lachen, wenn’s nicht so übel wäre: für Aro-Kraftstoffe wird der Regenwald abgeholzt, und wir fühlen uns dann so richtig gut und öko, wenn Papi mal wieder so genannten „Bio-Diesel“ getankt hat. Ach ja, solche riesigen Monokultur-Felder mit hohem Pestizid- und Wasserverbrauch sind übrigens auch ohne Abholzung ein mittelschwerer Öko-Gau, aber das nur nebenbei. Heißt also: Wäre eine nette Idee für die Atmosphäre gewesen, aber durch Düngung der Felder bei uns und die Brandrodungen im Regenwald geht das alles doch nur wieder nach hinten los. Oder besser: nach oben, nämlich in die Atmosphäre. Ach so, und hatten wir erwähnt, dass in manchen Ländern die Nahrungsmittel bereits knapper und teurer werden, weil dort so viele Bauern ihre Felder auf Agro-Sprit umstellen?


Ein RapsfeldEigentlich müsste man bei uns also ganz andere Dinge vorantreiben, z.B. kleinere, verbrauchsärmere Motoren produzieren und – und da ist dann jede/r einzelne gefragt! - schlicht und ergreifend viel weniger fahren. Die "freie Fahrt für freie Bürger", die gleichzeitig auch ökologisch ist, gibt es nicht. Aber hier im Lande versucht man, den Leuten weis zu machen, dass man ruhig weiter drauftreten kann, weil es ja jetzt Agro-Sprit fürs "grüne Gewissen" gibt. Tja, schön wär’s...

Links zum Thema:
www.vz-nrw.de
www.regenwald.org

(C4U)

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Bisher 6 Beiträge, letzter Beitrag vom 16.03.2011, 15.38 Uhr
 
Stand: 16.03.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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