Der kleine Bruder vom Notebook heißt Netbook und ist ein echter Winzling: Circa 26 Zentimeter Bildschirmdiagonale messen die Mini-Laptops nur und passen somit in jeden Rucksack. Doch was kann ich von den geschrumpften Notebooks sonst so erwarten?
Während die Verkaufszahlen bei klassischen Rechnern oder Laptops derzeit eher sinken, erleben die Netbooks einen echten Boom. Für viele ist es ein Zweitrechner, Schüler oder Studierende kaufen ihn sich manchmal sogar als Erstgerät. Doch Vorsicht: Bevor man sich so ein handliches Ding zulegt, sollte man genau überlegen, wofür man es wirklich braucht. Denn zum Allround-Einsatz wie ein normales Notebook taugt die Miniatur-Version nur bedingt. Ein Nachteil liegt buchstäblich auf der Hand: Wer große Hände hat, muss sich an die kleine Tastatur zwangsläufig erst einmal gewöhnen. Am besten mehrere ausprobieren – denn die Tastatur ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Auch der kleine Bildschirm kann auf Dauer ein wenig anstrengend werden. Und: Netbooks haben kein DVD- oder CD-Laufwerk. Programme, die nicht werksseitig installiert sind, müssen also per USB-Stick aufgespielt, aus dem Netz gezogen oder durch Verbindung mit einem anderen Rechner übertragen werden. Viele Netbooks haben inzwischen glänzende Displays: Hier muss jeder für sich entscheiden, ob das Spiegeln gerade draußen stört oder nicht.
Auch haben sie in der Regel eine geringere Rechenleistung als die großen Geschwister, wie Stiftung Warentest herausgefunden hat. Das heißt: Bilder oder Videos zu bearbeiten, schaffen sie nicht ganz ohne Probleme.
Dafür sind Netbooks unterwegs ganz groß: Man muss nur wenig Gewicht mit sich herum schleppen und kann – je nach Akku zwischen drei und acht Stunden – bequem per Surfstick im Netz sein. Auch Spiele machen, Filme anschauen oder Texte bearbeiten funktioniert ohne weiteres.
Kurzum: Wer zuhause einen normalen Computer hat oder wer wirklich nur ein Gerät zum E-Mail-Checken, surfen, spielen oder Texteschreiben sucht, ist mit einem Netbook gut bedient. Hilfreich ist ein Netbook vor allem für Leute, die häufig auswärts arbeiten, aber nicht so viel schleppen möchten. Günstige Modelle gibt es derzeit für rund 300 Euro, nach oben gibt es fast keine Grenze. Achtung: Nutzt man sein Netbook oft und lange ohne Netzanschluss, ist ein leistungsstarker Akku wichtig. Bei Akkus mit geringer Speicherdauer vorher erkundigen, wie teuer ein besseres Modell zum Nachrüsten ist! Manchmal lohnt es sich dann, sofort ein teureres Netbook mit längerer Akku-Laufzeit anzuschaffen.
Die Stiftung Warentest hat gerade Note- und Netbooks unter die Lupe genommen.
(AB)


