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Verschwendung beim Essen

Lebensmittel auf dem Müll

Es ist unvorstellbar: Viele Menschen leiden Hunger - und hierzulande landen Lebensmittel einfach auf dem Müll. Jeder Deutsche wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 310 Euro weg - und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln kann zu Einsparungen von 230 Euro pro Person im Jahr führen. Wahnsinn, oder?

Kisten mit Lebensmittelmüll (Bild: Finkenherd / fotolia.com)
Bild: Finkenherd / fotolia.com

So kommen bis zu 6,6 Millionen Tonnen Müll nur aus den Haushalten zustande. Doch die Lebensmittelverschwendung findet auf allen Stationen vom Acker auf den Teller statt: Gurken wachsen z. B. auch schon mal krumm. Der Handel findet dies aber unpraktisch, da sie so schlechter transportiert werden können - also wird entsprechend aussortiert.


Auch in den Geschäften wird nicht alles an Mann oder Frau gebracht: Verbraucher erwarten, dass die Lebensmittel noch möglichst lange haltbar sind, Obst und Gemüse muss immer knackig aussehen. In den Läden gibt es immer mehr Angebot als Nachfrage: Leere Regale machen einen schlechten Eindruck auf die Käuferinnen und Käufer, glaubt man. Und je mehr Lebensmittel in den Märkten sind, die nicht zeitig verkauft werden, desto mehr durchaus essbare Waren kommen in die Container. Vergleichsweise wenige Lebensmittel kommen zu den so genannten "Tafeln", die Essen an Bedürftige verteilen. Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten sind, dürften durchaus noch verkauft werden. Die Verantwortung liegt dann bei dem Händler.


Würden Lebensmittel nicht weggeworfen, sondern gerecht verteilt, könnte die Weltbevölkerung damit gleich mehrmals ernährt werden. Auch Klima und Umwelt würden es danken, wenn wir nicht so viele Lebensmittel überflüssigerweise produzieren würden. Doch das System ist ein anderes. Die Lebensmittel sind hierzulande so billig, dass es vielen nicht weh tut, selbst ungeöffnete Waren in die Tonne zu hauen.


Zeit für ein Umdenken? Jede Einzelne, jeder Einzelne kann etwas tun, um zumindest die Lebensmittelverschwendung im Haushalt einzudämmen.



Unsere Tipps:

  1. Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum
    Das Mindesthaltbarkeitsdatum besagt nicht, dass wir diese "abgelaufenen" Lebensmittel just an dem Tag wegschmeißen müssen. Es bedeutet lediglich, dass der Hersteller garantiert, dass das Produkt bis zu dem Datum noch genauso ist wie nach der Herstellung. Es ist aber, sofern zum Beispiel der Joghurt gekühlt gestanden hat, keinesfalls verdorben. Achtung: Besonders empfindliche Lebensmittel (zum Beispiel Mett oder ähnliches) haben ein Verfalls- oder Verbrauchsdatum - das sollte man auf jeden Fall beachten: Nach Überschreiten des Verfallsdatums sollte ein sensibles Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden.
  2. Verpackungen entfernen
    Viele Lebensmittel sind in Plastikverpackungen eingeschweißt, oder wir packen Obst beispielsweise selbst in solche Tüten. Diese muss man Zuhause sofort entfernen, da das feucht-warme Klima optimal für Bakterien ist. Diese wiederum lassen die Lebensmittel schneller schlecht werden.
  3. Richtig lagern
    Brot gehört in einen Brotkasten - Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, sollten sofort nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Müsli füllt man am besten in eine luftdichte Dose. Bananen haben neben Äpfeln zum Beispiel nichts zu suchen, sie "vertragen" sich nicht gut. Das sind nur einige Tipps für eine richtige Lagerung der Lebensmittel. Die sorgt dafür, dass Lebensmittel länger frisch und lecker bleiben.
  4. Auf die Menge achten
    Wie schnell sind zu viele Sachen im Einkaufswagen, die dann doch nicht rechtzeitig gegessen werden. Ein Einkaufszettel hilft, wenn die Augen oft größer sind als der spätere Appetit. Viele Geschäfte preisen auch große Verpackungen an. Die sind zwar manchmal billiger - aber nur dann, wenn wirklich alles verzehrt und nicht weggeschmissen wird! Genau wie bei den Portionen im Kino: Die sind oft so riesig, dass man sie sich oft auch teilen kann - das spart Geld und Kalorien!
  5. Überflüssiges vorher vermeiden
    Du magst zum Beispiel keine Gürkchen auf dem Burger? Dann einfach in der FastFood-Kette bei der Bestellung vorher sagen, was man nicht drauf haben will - dann muss das auch nicht weggeschmissen werden. Oder in Schulmensa sind dir die Portionen immer zu groß? Frag doch einfach mal nach, ob du nicht auch eine kleine Portion haben kannst!
  6. Reste essen
    Auch wenn die Birne schon etwas weich ist und die Nektarine auch - in den Müll müssen sie dennoch nicht. Püriert im Quark oder als Milchshake schmecken die beiden immer noch prima. Früher waren die Menschen erfinderisch in Sachen Reste-Essen. Warum nicht auch heute mal ein wenig kreativ sein und schauen, wie man mit Resten kreativ kochen kann?



(AB)

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2 Kommentar(e)

  • Latischa Smith
     

    Lebensmittelverschwendung

    Ich finde den Artikel durchaus nachvollziehbar. Wir müssen gegen die lebensmittelverschwendung ankämpfen! Was mir jedoch unklar erscheint ist, was man machen kann wenn man nicht zu Hause ist. Z.B. im Restaurant

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  • friedi
     

    Lebensmittelverschwendung

    Hierzu möchte ich hinweisen auf lebensmittelretten.de und foodsharing.de, die zusammengewachsen sind und sich zur Aufgabe gemacht haben, in verantwortungsvoller Weise ebensolche noch verwertbaren Lebensmittel abzuholen, selber zu nutzen oder weiterzugeben.

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