Für viele ist Au-Pair nach wie vor schwer angesagt: Man macht mal was wirklich Aufregendes, geht für eine längere Zeit ins Ausland, lernt neue Leute kennen, macht sich mit einer Fremdsprache vertraut...
Allerdings ist das Ganze kein Urlaub, sondern auch Arbeit - und man muss sich auch vorher um ein paar Dinge kümmern, bevor es auf große Fahrt gehen kann. Geben und Nehmen
Ein Au-Pair-Aufenthalt dauert normalerweise zwischen sechs und zwölf Monaten. "Au Pair" ist französisch und bedeutet "auf Gegenseitigkeit": Zweck der Sache ist es, dass der Au-Pair seiner Gastfamilie bei der Hausarbeit und nicht zuletzt auch bei der Kinderbetreuung hilft. Allerdings liegt die Arbeitszeit nicht im freien Ermessen der Gastfamilie, sondern es gibt da klare Regeln: Arbeitszeit im Haushalt täglich fünf Stunden bzw. 30 Stunden pro Woche; zwei bis drei Abende pro Woche Kinderbetreuung bzw. Babysitter. Dabei kann die Arbeit individuell verteilt werden, und man hat Anspruch auf mindestens einen freien Tag in der Woche.
Als Gegenleistung für seine Arbeit bekommt man zunächst mal ein eigenes Zimmer sowie Verpflegung. Neben dem freien Tag gibt’s außerdem auch Urlaub, nämlich bei einem Jahr Aufenthalt ganze vier Wochen. Und obendrein noch Taschengeld: Mindestens 205 Euro müssen pro Monat rüberkommen, damit man in den Zeiten zwischen Spülen und Babys wickeln auch mal ‘ne Cola trinken gehen kann. Damit man dafür dann nicht immer zu Fuß gehen muss, steht einem für den örtlichen Nahverkehr ein Monatsticket zu - oder man wird von der Gastfamilie herumgefahren. Die Anreise selber muss man allerdings selber zahlen, und Ausflüge innerhalb des Gastlandes auch. Das Gleiche gilt übrigens für Sprachkurse, die man möglicherweise noch für notwendig hält. All diese Rechte und Pflichten als Au-Pair müssen ausdrücklich im Au-Pair-Vertrag festgehalten werden, den man im Vorfeld abschließt. Auf den Seiten des Arbeitsamtes zum Thema "Au-Pair" kann man sich so einen Vertrag auch mal ansehen bzw. downloaden.
Au Pair ist nicht unbedingt nur was für Mädchen: Grundsätzlich kann das jeder zwischen etwa 18 und 24 Jahren machen. Nur sollte man schon was für kleine Kinder übrig haben; idealerweise hat man schon zuhause als Babysitter gearbeitet (oftmals ist das sogar Voraussetzung). Und bei Hilfsarbeiten in der Küche sollte man sich vielleicht nicht regelmäßig ein paar Finger abschneiden oder Kartoffeln mit einem Löffel schälen wollen. Wichtig ist aber auch: Als Au-Pair ist man kein einfacher Angestellter, sondern so was wie ein Familienmitglied auf Zeit - man nimmt am täglichen Leben teil, und ein offenes Wesen, etwas Kommunikationsfähigkeit und Interesse an den Gebräuchen und Menschen des Gastlandes im allgemeinen können da nicht schaden. Ach ja: Wenigstens Grundkenntnisse in der Landessprache wären wohl auch nicht übel... Nicht die erstbeste Agentur...
So, wenn das alles kein Problem zu sein scheint, stellt sich die Frage, wie man denn überhaupt an so einen Au-Pair-Job ran kommt. Dafür gibt es einen Haufen Agenturen, die vor allem zwischen Bewerbern und Gastfamilien Kontakte herstellen und vermitteln, sich um den Au-Pair-Vertrag kümmern, usw. Natürlich findet man hier auch schwarze Schafe, und um dieses Risiko klein zu halten, sollte man sich an eine seriöse Agentur wenden. Die meisten von ihnen sind in der "Au Pair Society e.V.", dem Bundesverband der Au-Pair-Vermittler, organisiert. Auf seiner Internetseite hat der Verband auch eine Mitgliederliste veröffentlicht.
Aber damit es überhaupt zu einem Au-Pair-Vertrag kommen kann, brauchen die natürlich eine Bewerbung. Die muss dann u.a. Lebenslauf, Fotos, ein ärztliches Attest, Referenzen (z.B. Bescheinigung über eine Tätigkeit als Babysitter) usw. enthalten - was genau drin sein muss, erfährt man dann aber auch von der Agentur, die den Aufenthalt vermittelt.
Neben der Sorgfalt, die man bei der Wahl der Agentur an den Tag legen sollte, ist es ratsam, so viele Infos wie möglich über seine Gastfamilie zu bekommen und sich von Zuhause aus auch schon mal mit ihr brieflich, telefonisch oder per mail auszutauschen - und man sollte dabei auch sehr offen in Bezug auf sich selber sein, denn es soll ja möglichst gut zusammenpassen. Wenn sich aber vor Ort zeigen sollte, dass das Ganze einfach nicht funktioniert, sollte man sich direkt an seine Agentur wenden, damit man dann an eine andere Gastfamilie weitervermittelt wird. Wenn die Umstände bei der Gastfamilie tatsächlich mal richtig übel sein sollten, kann es auch nicht schaden, ein paar Beweise zu sichern wie z.B. Fotos, wenn die Unterkunft unzumutbar ist usw. Die "Au-Pair-Society" rät auch dazu, möglichst nur Agenturen zu beauftragen, die mit einer Partneragentur im Gastland zusammenarbeiten - dann hat man einen direkten Ansprechpartner vor Ort, der von dort aus auf die Einhaltung des Au-Pair-Vertrages achten kann. Ein weiteres Qualitätskriterium ist übrigens: Niemals Vorkasse! Seriöse Agenturen kassieren ihre Gebühr erst nach erfolgreicher Vermittlung. Und vergleichen sollte man die Preise der Agenturen natürlich auch, denn da bestehen schon mal große Unterschiede. Ein Restrisiko wird aber wohl immer bleiben, denn letztlich lernt man seine Gastfamilie erst so richtig kennen, wenn man da ist. Aber das ist eben Teil des Abenteuers...
(C4U)
Links zum Thema:
www.au-pair-society.org
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Forum zum Thema "Au-Pair werden"Bisher 2 Beiträge, letzter Beitrag vom 26.02.2009, 20.02 Uhr



