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Handy + Telefon

Per SMS in die Abo-Falle

Wenn Handyspiele richtig teuer werden

 
In einer Fernsehzeitung hat Marko sie entdeckt. Rund 40 Handyspiele konnte er sich da kinderleicht per SMS bestellen - zum Sparpreis für 1 Euro das Stück. Nach der Bestellung hatte der 13-Jährige ein Abo an der Backe.

Die Seite ist verdammt bunt und vollgetextet. Das Auge liest erst einmal nur das, was groß geschrieben ist. "50%", "Alles muss raus" oder "SMS-Sparpaket" steht da. Oben eine Liste mit lauter "Top Hits" oder "Realsounds" fürs Handy. Unten kann man Spiele ordern wie "Sniper Shot", "Dirty Dynamite Girls" oder "Jungle Twister". Pro Stück wird "nur" 1 Euro fällig.

Kinderleicht per SMS bestellen

HandyspielwerbungFlaggen verschiedener Länder sind auf der Seite abgebildet. Neben der Deutschlandflagge gibt es auch noch eine Schweizer Flagge, eine aus Österreich und eine aus Luxemburg - inklusive dazugehöriger Telefonnummer. Das Bestellen eines Handyspiels ist kinderleicht. Einfach eine SMS mit der Bestellnummer an die entsprechende Landes-Nummer simsen, auf die Bestätigungs-SMS warten und über einen darin mitgeschickten Link das Spiel downloaden - fertig.

Achtung Sternchen
Über der Deutschlandflagge und der Preisangabe von einem Euro steht groß "SMS-Sparpaket-Bestellung". Das Sternchen hinter der Deutschland-Bestell-Telefonnummer kann man in diesem ganzen Bilder-Tumult glatt übersehen. Unten auf der Seite taucht das Sternchen wieder auf - zusammen mit einem ziemlich kleingedruckten Hinweis. Der Anbieter preist den günstigen Clubvorteil an und teilt mit, dass für Österreich, die Schweiz und Luxemburg bestimmte Abo-Kosten anfallen. Von Deutschland ist da aber nicht die Rede.

Sparpaket gleich Abo?

HandyspielwerbungKurzum - Marko hat das Spiel bestellt. Und hinter dem Begriff "SMS-Sparpaket" verbarg sich ein Abo. Der Anbieter buchte von da an fleißig ab - und zwar wöchentlich. Irgendwann war dann die Prepaid-Karte abtelefoniert. Markos Vater, auf dessen Namen Markos Handy läuft, hat das Abo telefonisch gekündigt. Und gleich mal den Kartenanbieter gewechselt. Wer weiß, ob der Spieleanbieter nicht in Sekundenschnelle das neue Guthaben einziehen würde, wenn die Karte neu geladen wird. Ach, ja: Das Spiel hat auf Markos Handy übrigens auch nicht funktioniert!

Die Verbraucherzentrale hat indes eine klare Haltung zu solchen Abofallen: "Teilt der Anbieter die Vertragsbedingungen nicht mit und stellt trotzdem Kosten in Rechnung, muss die Rechnung nicht gezahlt werden", sagt Thomas Bradler, Jurist bei der Verbraucherzentrale NRW. "Auch bei einer Bestellung per SMS muss eine Bestätigung des Anbieters kommen, in der die Vertragsbedingungen stehen." Wer sich also vor bösen Überraschungen bei der nächsten Handyrechnung schützen will, sollte immer die Vertragsbedingungen studieren. Sind die aber nur unverständlich formuliert und nicht auf einen Blick zu finden, solltet ihr besser die Finger von der Bestellung lassen.

Die Kündigung solcher Abos hat der Anbieter übrigens meist recht kniffelig gestaltet. Wir haben das für euch in unserem Beitrag "Klingeltonabo kündigen" einmal zusammengetragen.

(kat)

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Forum zum Thema "Abzocke per SMS"
Bisher 15 Beiträge, letzter Beitrag vom 26.11.2009, 10.54 Uhr
 
Stand: 08.01.2010 | Seite drucken | Seite empfehlen
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