Alles entwickelt sich, man muss nur die Augen aufmachen: Handys werden immer kleiner, Computer auch oder kommen gleich als Notebook daher. Navigationssysteme, Mp3-Player und Co ziehen mit. Sogar das gute alte Medium Buch steigt mit in die Welle ein...
: Auf der Buchmesse in Leipzig ist es mittlerweile deutlich zu sehen: Der Buchmarkt besteht schon lange nicht mehr nur aus Schmökern und dicken wie dünnen Schinken, deren Inhalt in Seitenzahlen angegeben wird. Nein, die Hörbücher oder Audiobooks, wie sie im neudeutschen Sprachgebrauch heißen, haben mächtig aufgeholt. So kann man an der Anzahl der mitgelieferten CDs erkennen, wie lange der Sprecher mit dem neu erworbenen Buch im digitalen Format für Unterhaltung sorgen wird. Und wer noch einen Schritt weiter geht, der kann die Länge seines "Buches" in Megabyte am MP3-Player ablesen: Sogar per Download werden Bücher inzwischen vertrieben.
Auswahl und Qual der Wahl werden also immer mehr erweitert. Die Einsatzmöglichkeiten wachsen: Nicht nur auf dem Sofa, im Auto, Bett oder zu Hause kann Literatur genossen werden. Dank Disc-Man, MP3-Player und Handy kann auch unterwegs, auf der Straße und eigentlich überall Literatur gehört werden. Der Nachteil: Echte Buchliebhaber, die unter "Buch" nur eine Darstellungsform in Printform akzeptieren und für dessen Erhalt kämpfen, müssen sich damit abfinden, dass der Markt immer mehr Alternativen mit ins Programm nimmt. Gerade die Bildungspäpste und Pädagogen schwören oft auf Papierwälzer. Doch auch die werden gezwungenermaßen gefallen an der Digitalisierung der Buchwelt finden: Denn gerade im Bildungsbereich kommen die digitalen Varianten sinnvoll zum Einsatz. Oft ergänzen sich dabei auch Buch und CD oder Buch und Download-Variante. Zum Verstehen gehören schließlich zwei Sinne: Augen und Ohren.
Beispielsweise im Sprachenbereich: Ob man einen Selbstlernkurs einer Sprache nimmt, weil man gerne mal als Au-Pair arbeiten würde oder ein Sprachtraining wählt, das das Gelernte aus der Schule unterstützt, ist egal, denn die Lernpakete enthalten meistens beides: Buch und CD, oft sogar noch ein Computerprogramm, schließlich will das Auge auch mit beteiligt sein. Da gibt es zum Beispiel Firmen, die sich speziell auf interaktive Lernprogramme spezialisiert haben. Besonders junge Leute sollen hierbei auf unterhaltsame Art und Weise Geschmack an Sprache finden: Auf einer CD werden z.B. Redewendungen aus dem Alltag erst auf Deutsch und dann zum Beispiel auf Spanisch gesprochen. Und der Clou der ganzen Geschichte: Untermalt wird das ganze mit Pop-/Jazz- oder Latino-Grooves. Musikalisch und vielleicht noch tanzend lernen heißt da das Motto! Wer die Augen auch einsetzen will, kann im Begleitbuch die Redewendungen mitlesen. Und mal ganz ehrlich: Das Argument, dass die Kombination aus digitaler und gedruckter Welt Sinn machen, kann kein Bildungspapst widerlegen, die Arbeit wurde ihnen durch bestätigende Studien erspart: Je mehr Sinne am Verstehensvorgang beteiligt sind, desto besser das Verständnis.
Dass haben auch die Verlage auf dem Buchmarkt erkannt. So bietet ein Verlag zum Beispiel Lernkrimis zum Miträtseln an. Während es vor einem Jahr nur das Buch gab, stehen heute Audio-CD mit Begleitbuch im Regal. Sehr sympathisch übrigens für Lernfaule: Die Kombi-Angebote machen nicht nur Spaß und verpassen dem Begriff "Lernen" ein neues Gesicht, auch die Wahrscheinlichkeit, dass Aussprachefehler beim Pauken hängen bleiben, ist geringer. Schließlich wurde alles einmal richtig auf der Audio-CD vorgesprochen. Sogar traditionellen Schulbuchverlage bieten keine einsamen Lernschinken im Printformat mehr an: Auch hier gibt`s bei Bedarf die CD dazu.
Aber nicht nur im Lernbereich hat das Monstrum "digital" Einzug erhalten: Auch die traditionelle Literatur steht immer öfter als Hörbuch zur Ergänzung oder Ersetzung bereit. Preislich kann es hier zu großen Unterschieden kommen, wenn es sich um sehr dicke Wälzer handelt, die ungekürzt vorgelesen werden. Da bringt es ein 800 Seiten Schinken im Audio-Format schon mal auf satte 22 CDs. Die kosten dann bei unserem Beispiel 50 Euro während sich die gebundene Buchausgabe mit 20 Euro zufrieden gibt. Hier ist Vorlesen Luxus! Doch gerade bei gekürzten Lesungen und relativ normal dicken Büchern ist der Preisunterschied zum Hörbuch oft kaum nennenswert... (sh)
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Forum zum Thema "Bücher"Bisher 5 Beiträge, letzter Beitrag vom 05.09.2010, 12.10 Uhr


