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Tier + Umwelt

Obst als Klimakiller?

Äpfel und Bohnen auf Weltreise

 
Die Obst- und Gemüsetheke im Supermarkt ist eine echte Multi-Kulti-Gesellschaft. Äpfel aus Neuseeland, Himbeeren aus Chile, Bohnen aus Kenia. Bis diese Feldfrüchte bei uns landen, haben sie allerdings schon tausende Reisekilometer auf dem Buckel. Muss das eigentlich sein?


Detail eines roten Apfels
Bild: Goebel
Friedlich liegt er da, zwischen all den anderen ausländischen Kollegen. Rot-gelb, die Schale auf Hochglanz poliert, sieht man ihm die Strapaze der langen Reise gar nicht an. Dabei hält er kilometermäßig einen echten Rekord – dieser Braeburn-Apfel aus Übersee. Gepflückt wurde er irgendwo in Neuseeland, dort hat man ihn mit vielen anderen knackigen Früchtchen in eine Kiste gepackt. Dann ging die Reise über Land in einem LKW. Irgendwann kam er dann auf ein Schiff und schipperte Tage lang durch die Ozeane der Welt, bis er irgendwann in einer holländischen Hafenstadt landete. Dort packte man die Kisten gleich wieder auf einen LKW und es ging über Landstraßen und Autobahnen nach Deutschland. Bevor er endlich in einer Obsttheke im Supermarkt zum Liegen kam, war er in rund 28 Tagen Tausende von Kilometern durch die Welt gereist. Ganz schön viel Aufwand für eine Obstsorte, die auch in Deutschland wächst, oder?

Dieser Reisebericht ist konstruiert, aber genauso denkbar. Immer mehr Früchte aus allen Teilen der Welt bevölkern unsere Supermärkte, obwohl Vieles direkt in Deutschland oder zumindest in europäischen Nachbarländern wächst. Je weiter die Reise, desto höher ist meist auch der Energieverbrauch für den langen Transport.


Viele Bohnen auf einem Haufen
Bild: sxc.hu / dafalias
Wer zum Beispiel im März unbedingt frische Bohnen essen will, findet im Supermarkt tatsächlich welche. Die kommen dann allerdings aus Kenia und sind mit dem Flugzeug angereist. Das ist sehr klimabelastend. Der Transport durch die Luft verursacht je Tonne Lebensmittel und Kilometer bis zu 220 mal mehr Treibhausgase als der Hochseeschifftransport und immer noch bis zu fünfzehn mal mehr als Transporte per Lkw. Wird also ein Kilo Bohnen die 6.200 km von Nairobi nach Frankfurt geflogen, fallen beim Transport etwa 400 bis 600 mal höhere Emissionen an als wenn die Bohnen aus einem Umkreis von 150-200 Kilometer per Lastwagen kommen.


Ein Obststand
Bild: rgbstock.com / hapekla
Doch nicht nur an die miese Ökobilanz solltet ihr beim nächsten Einkauf denken: Wenn der Weg zur Ladentheke besonders lang ist, wird Obst und Gemüse oft unreif geerntet. Direktvermarkter und heimische Landwirte bieten hingegen häufig Waren aus eigenem Anbau an und zwar zur passenden Erntezeit. Frische Früchte von Baum, Strauch und Feld, die reif geerntet werden und keine weiten Transportwege hinter sich haben, schmecken besser und können mehr gesunde Inhaltsstoffe enthalten. Schaut doch beim nächsten Einkauf einfach etwas genauer auf das Etikett. Dort steht bei den meisten Obst- und Gemüsesorten das Herkunftsland. Und: Schaut doch mal in unserem Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse nach, was gerade Saison hat.

(kat)

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Forum zum Thema "Umweltschutz"
Bisher 6 Beiträge, letzter Beitrag vom 16.03.2011, 15.38 Uhr
 
Stand: 13.07.2011 | Seite drucken | Seite empfehlen
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