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Auf die Quelle kommt es an

Die Milch macht's

Milch schmeckt gut und ist gesund. Doch nicht alles, was wie Milch aussieht, kommt von der Kuh. Inzwischen gibt es eine weiße Vielfalt in den Supermarktregalen. Wir haben mal ein bisschen Milch getrunken.

Glas Milch (Bild: sxc.hu / kris69)
Bild: sxc.hu / kris69

Morgens zum Frühstück ein Kakao, zwischendurch ein Müsli. Oder gerade im Sommer lecker: Frisch püriertes Obst, eine Kugel Eis, Milch dazu - fertig ist der Shake! Milch ist zwar kein Durstlöscher, gehört aber für viele zur täglichen Ernährung dazu.


Die Kuhmilch

Der Klassiker: Über 50 Liter Kuhmilch trinkt jeder Deutsche pro Jahr - rein statistisch natürlich. Die Kuhmilch ist, wie der Name schon sagt, ein tierisches Produkt. Und ein ganz natürliches zudem: Kuhmilch ist naturbelassen. All die Vitamine, das Eiweiß, die Mineralstoffe und vor allem das viele Calcium hat diese Milch von Natur aus. Es gibt sie in verschiedenen Fettvarianten: Der ursprüngliche Fettgehalt liegt bei 3,8 bis 4,2 Prozent. Häufig findet man auch fettarme Milch in den Läden - mit 1,5 bis 1,8 Prozent Fett. Oder sogar "Magermilch" mit nur 0,5 Prozent. Milch darf mit jedem Fettgehalt verkauft werden, sofern es entsprechend auf der Packung steht. Auf jeden Fall ist das Fett ein Geschmacksfaktor - je höher, desto intensiver schmeckt's.


Es gibt frische Milch im Kühlregal und haltbare (ultrahocherhitzte), die ungekühlt steht. Ein Zwischending ist die so genannte ESL-Milch. ESL steht für "extended shelf life", das bedeutet längeres Leben im Kühlregal. Auf der Packung steht dann "Länger haltbar". Eine Übersicht gibt es hier.


Die laktosefreie Kuhmilch

Kuhmilch enthält Laktose. Das ist Milchzucker. Und den vertragen manche Menschen nicht. Sie bekommen Bauchweh, Blähungen, Durchfall und andere Beschwerden. Ein Arzt kann herausfinden, ob tatsächlich eine so genannte Laktose-Intoleranz vorliegt. Inzwischen müssen Betroffene nicht mehr auf Milchprodukte verzichten - es gibt mittlerweile laktosefreie Milch. Dafür wird der Milchzucker gespalten, so dass nur noch ganz wenig Laktose übrig bleibt. Laktosefreie Milch und Milchprodukte brauchen wirklich nur Menschen mit einer Unverträglichkeit. Für die sind sie ein Segen.


Soja-, Reis- und Hafer-"Milch"

Es gibt noch weitere "Milchsorten" - und zwar pflanzliche. Aber das ist gar keine Milch, denn die kommt immer von der Kuh. Der Begriff ist gesetzlich geschützt. Wenn die Milch aus einem anderen Tier rausgekommen ist, muss das auf der Packung stehen, z.B. "Ziegenmilch". Und Produkte aus Soja, Reis oder Hafer werden dagegen als "Drink" gekennzeichnet.


Besonders Veganer, die aus Überzeugung auf alles Tierische verzichten, schwören jedenfalls auf solche "Milch". Außerdem sind sie eine weitere Alternative für Menschen mit Laktose-Intoleranz - und vor allem auch für Allergiker, die zum Beispiel auf Kuheiweiß reagieren. Pflanzliche Drinks haben auch viele Vitamine - wobei zum Beispiel Vitamin B 12 und Jod nicht enthalten sind. Bei Reisdrinks fehlen Eiweiße. Calcium wird oft extra zugesetzt, zum Beispiel durch calciumhaltige Meeresalgen. Da pflanzliche Drinks oft etwas fad schmecken und die natürliche Süße nicht so ausgeprägt ist, gibt es Produkte mit Zuckerzusatz. Hier sollte man unbedingt aufs Etikett schauen, um nicht unnötig Zucker zu trinken. Achtung: Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung herausgefunden hat, enthalten Sojadrinks Phytooestrogene. Das sind pflanzliche Hormone - und die sollten nicht in größeren Mengen aufgenommen werden. Soja sollte daher nicht die einzige "Milch"-Quelle sein.


Überhaupt: Wer keine Allergie oder Unverträglichkeit hat, braucht die normale Kuhmilch nicht zu ersetzen. Die Kuhmilch hat wertvolle Inhaltsstoffe und ist zudem günstiger als die anderen Milcharten. Und auch generell gehören Milch und Milchprodukte täglich auf den Speiseplan. An die 20 Prozent des gesamten Essens sollte Milchiges sein: zum Beispiel ein kleines Glas Milch, ein Joghurt und eine Portion Käse.


(AB)

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7 Kommentar(e)

  • Wolfgang
     

    Die Wahrheit über Kuhmilch...

    ... steht hier:

    http://www.peta.de/mediadb/2013-01-Milch-Infografik-PETA.pdf

  • Annika
     

    Nicht wirklich neutraler Artikel

    Und das nennt sich dann Aufklärung.

  • checked4you
     

    Milchproduktion

    Hallo Wolfgang und Annika,
    danke für eure kritischen Kommentare. In dem Artikel geht es zwar nicht um die Produktion von Milch, sondern lediglich um die Darstellung verschiedener Milchsorten, die es auf dem Markt gibt. Dass du, Wolfgang, unseren Artikel mit einer Infografik zur Milchproduktion ergänzt, ist durchaus okay - auch wenn wir nicht nachprüfen können, ob es sich dabei, wie von dir behauptet, wirklich um "die Wahrheit der Kuhmilch" handelt.
    Was an unserem Artikel nicht neutral ist, liebe Annika, erschließt sich uns nicht. Wenn wir eine Milchsorte vergessen haben, mach uns gerne darauf aufmerksam und wir werden eine Ergänzung recherchieren.
    Grüße - eure c4u-Redaktion

  • Wolfgang
     

    Was an diesem Artikel nicht neutral ist, ...

    ... lässt sich ganz leicht an diesem Satz erkennen:
    "Und auch generell gehören Milch und Milchprodukte täglich auf den Speiseplan. An die 20 Prozent des gesamten Essens sollte Milchiges sein..."

    Es handelt sich ganz deutlich um eine durchweg positive Darstellung von Kuhmilch ohne deren ethische und gesundheitliche Probleme zu erwähnen. Von einer Verbraucherzentrale erwarte ich eine vollständige umfassende Aufklärung über die Vor- und Nachteile eines Produktes, besonders aber in jedem Fall Hinweise auf potentielle Risiken bei der Verwendung eines Produktes. Genau diesem Anspruch wird der Artikel nicht gerecht.

    Die Milch-Alternativen hingegen werden als "etwas, dass ihr nicht wirklich braucht, wenn ihr nicht Veganer oder Laktose-intolerant seid" abgetan. Etwas eher exotisches, dass man ohne Not nicht als Ersatz für Milch nehmen sollte. Genau der oben zitierte Satz empfiehlt dann sogar auf keinen Fall auf Milch zu verzichten, da sie so gesund ist.

    Dass ein übermäßiger Verzehr von Milch (z.B. die von Ihmen emofohlenen 20 % der täglichen Ernährung) gesundheitsschädlich sein könnte, wird nicht erwähnt und einfach verschwiegen.

  • Wolfgang
     

    Und kommen Sie mir nicht mit "das können wir nicht überprüfen"!

    Die ethischen Probleme mit Kuhmilch können nicht geleugnet werden, sie sind offensichtlich. Und auch zu gesundheitlichen Schäden durch den Verzehr von Kuhmilch gibt es sehr viele Studien.

    Aber als Verbraucherzentrale benötigen Sie auch keinen Beweis! Ein Verdacht auf Schädlichkeit eines Produktes muss genügen, um die Verbraucher über diesen Verdacht aufzuklären!

    Risiko zu verschweigen ist Aufgabe von Lobby-Gruppen. Verbraucherzentralen haben die Aufgabe neutral zu berichten und aufzuklären.

  • checked4you
     

    Milch-Empfehlungen

    Hallo Wolfgang,
    wir können Ihre ethischen Bedenken nachvollziehen. Auch als Verbraucherzentrale empfehlen wir, beim Einkauf von Lebensmitteln nachhaltige und tierartgerechte Aspekte zu berücksichtigen. Es gibt eine große Auswahl an Biomilch, wo die Haltungsbedingungen der Kühe anders und artgerechter sind als in der konventionellen Milchviehhaltung.
    Zu den gesundheitlichen Problemen: Wir orientieren uns durchaus an wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen der Fachgesellschaften. Uns ist bekannt, dass es Hinweise gibt, dass ein hoher Verzehr von Milch und Milchprodukten das Risiko von Prostatakrebs erhöhen könnte. Hier geht man aber von hohen Milchverzehrmengen aus (mehr als 1,25 Liter am Tag). Grundlage unserer Empfehlungen sind die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund: 1 Glas fettarme Milch, 1 Portion Jogurt und 1 Scheibe Käse werden weiterhin empfohlen (die 20 Prozent waren ein grober Rahmen und können nicht belegt werden). Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt, dass Milch und Milchprodukte fester Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein sollten. Allgemein seien dabei fettarme Produkte zu bevorzugen. Natürlich geht's auch ohne Milch; dann muss man aber genau hinschauen, wie der Bedarf einzelner Nährstoffe, z.B. Kalzium, gedeckt wird.
    Eine gute Zusammenfassung der Studien zur gesundheitlichen Bewertung von Milch gibt es hier:
    http://www.kern.bayern.de/mam/cms03/wissenschaft/dateien/freispruch_fuer_die_milch_dowload.pdf

  • Wolfgang
     

    Eine weitere Zusammenfassung von Studien zur gesundheitlichen Bewertung von Milch ...

    ... liefert dieser Artikel mit vielen Quellenangaben:

    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-krankheiten-ia.html

    Er fasst die Ergebnisse meherere Studien zusammen, die zeigen, welche Gesundheitsrisiken der Konsum von Kuhmilch birgt.

    Nicht alle Studien gehen von hohen Mengen von mehr als 1,25 Liter pro Tag aus.

    Zum so viel beschworenen Calzium in der Milch, allen voran eine Studie Haravrd University:

    http://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/calcium-full-story/
    (ein Bericht in Deutsch dazu: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/28/harvard-milch-von-der-kuh-ist-nicht-gesund/)

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