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"Open Source" macht's möglich...

 
Extra für ein bißchen Hausarbeiten gleich ein teures Office-Paket kaufen? Nur weil man seine Urlaubsfotos bearbeiten möchte, hunderte von Euros für eine Profi-Bildbearbeitungssoftware ausgeben? Nö, es gibt doch "Open Source"...


Das Pinguin-Maskottchen für Linux, genannt TuxAuch wenn ihr meint, dass das nach erhobenem Zeigefinger klingt: Raubkopien von kommerzieller Software sind letztendlich nichts anderes, als etwas im Kaufhaus zu klauen. Doch man muss auch gar keinen Software-Diebstahl begehen oder eine Bank überfallen, um sich gute Programme leisten zu können, denn es gibt in vielen Fällen eine kostenlose Alternative: Open-Source-Software.

Was genau ist denn "Open Source"?
Open-Source-Software darf einfach genutzt, kopiert und weitergegeben werden, ohne dass dafür bezahlt werden muss. Ganz im Gegenteil, für die Software an sich darf sogar kein Geld verlangt werden! Bedingung ist allerdings, dass zusammen mit dem Programm auch dessen Quellcode weitergegeben wird - daher auch der Name Open Source ("offene Quelle"). Das Programm darf außerdem beliebig bearbeitet, verbessert oder erweitert werden, meist unter der Bedingung, dass dokumentiert wird, wer was geändert hat. Was man mit der Software unter welchen Bedingungen machen darf ist, wie bei kommerziellen Programmen auch, alles in einer so genannten Lizenz geregelt. Eine besonders bekannte und verbreitete Open-Source-Lizenz ist die GNU General Public License.

Wer macht Open-Source-Software?
An Open-Source-Programmen arbeiten meist Programmierer aus aller Welt, die die Software selbst nutzen und an ihr das verbessern, was sie stört oder was ihnen fehlt. Gerade an größeren Open-Source-Projekten beteiligen sich aber nicht nur Programmierer, sondern beispielsweise auch Leute, die die Programme und Anleitungen in andere Sprachen übersetzen, so dass es die eine oder andere Software auch auf deutsch gibt.

Was gibt's denn da überhaupt?
Eines der bekanntesten Open-Source-Programm ist das Betriebssystem Linux. Während es früher nur etwas für Freaks war, lässt es sich heute ähnlich einfach installieren wie Windows. Für Linux gibt es eine kaum überschaubare Menge an Open-Source-Software, von Browser und E-Mail-Programmen über Office-Software bis hin zu richtig guten Games.

Aber man muss nicht gleich sein vertrautes Betriebssystem aufgeben, um in den Genuss der kostenfreien Software zu kommen, denn auch für Windows gibt es inzwischen einiges:

    Das Logo von Open Office
  • Open Office ist ein vollständiges Office-Paket mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm, das auch als deutsche Version zu haben ist. Zwar nutzt Open Office ein eigenes Dateiformat, das nicht von anderen Programmen geöffnet werden kann. Ihr könnte eure Dateien aber auch so abspeichern, dass sie zu Microsoft- oder Star Office Programmen kompatibel werden.

  • The Gimp ist ein umfangreiches Bildbearbeitungsprogramm, das wie professionelle Programme zum Beispiel mit mehreren Bildebenen arbeiten kann.
    Das komplette Logo von GimpUm Gimp benutzen zu können, müsst ihr unter gimp-win.sourceforge.net gleich zwei Dateien herunterladen und erst die Datei 'GTK +' und dann das Programm 'The Gimp' installieren.


  • Ein Screenshot aus dem Spiel Flightgear
  • FlightGear ist nur ein Beispiel von vielen dafür, dass auch das Spiele-Vergnügen mit Open Source nicht zu kurz kommt: Das Programm ist ein Flugsimulator, der unter anderem unter Linux und Windows läuft.

Für alle, die eine eigene Website haben und dort mehr als nur HTML machen wollen, ist Open-Source eine wahre Fundgrube: der Webserver Apache, die Sprache PHP, die Datenbank MySQL, eine vielzahl an Content Management Systemen - das alles steht euch zur freien Verfügung!

Wo bekomm' ich das alles her?
Nahezu alles in Sachen Open Source ist im Internet zu finden. Eine sehr umfangreiche Zusammenstellung der unterschiedlichsten Programme findet ihr bei Sourceforge.net. Ohne Flatrate und mit langsamer Internetverbindung kann für die Downloads einiges an Zeit und Online-Kosten zusammenkommen - hier lohnt es, sich mit Freunden abzusprechen und die Programme untereinander auszutauschen. Oft sind Open-Source-Programme auch auf CD-Beilagen von Computerzeitschriften zu finden oder können bei Online-Computerhändlern zu relativ niedrigen Preisen auf CD-ROM bestellt werden.

Open Source ist doch umsonst - warum gibt es dann Programme zu kaufen?
Für Open-Source-Software dürfen zwar keine Lizenzgebühren verlangt werden. Anfallende Kosten - zum Beispiel für Kopien oder Vertrieb - und Serviceleistungen dürfen allerdings berechnet werden. So bieten die so genannten Distributoren von Linux wie Suse oder Red Hat den Service, dass sie komplette Softwarepakete zusammenstellen, in denen neben dem eigentlichen Betriebssystem viele andere Programme enthalten sind (die nicht alle Open Source sein müssen). Man bezahlt also dafür, dass die Firma die Programme zusammenstellt, auf CD oder DVD brennt und ein Handbuch dazu erstellt, den Kunden eine kostenfreie Hotline bietet und so weiter. Das eigentliche Linux kann aber auch direkt runtergeladen werden, das Linux der Firma Suse findet ihr beispielsweise unter http://www.suse.de/de/private/download/index.html.

Und was ist der Unterschied zu Freeware?
Freeware-Programme kosten ebenfalls nichts und in der Regel darf man sie - wie Open-Source-Software auch - beliebig kopieren und weitergeben, sie sind eben "frei". Im Gegensatz zu Open-Source-Software darf man sie allerdings nicht verändern. Was jeweils ganz genau erlaubt ist, steht in den Lizenzbedingungen. Da die meisten von euch wahrscheinlich gar nicht auf die Idee kämen, ein Programm nicht nur zu benutzen, sondern es auch noch zu verbessern, scheint für den "Normaluser" gar kein Unterschied zwischen Freeware und Open-Source-Software zu bestehen. Als Freeware gibt es allerdings meistens nur eher kleine Progrämmchen, einfache Spiele beispielsweise. In Open-Source-Projekten werden hingegen auch große Anwendungen entwickelt, an denen viele Programmierer arbeiten - für vergleichbare Programme von kommerziellen Herstellern müsste man richtig viel Geld bezahlen.

(C4U)

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Bisher 8 Beiträge, letzter Beitrag vom 22.11.2007, 05.28 Uhr
 
Stand: 07.11.2010 | Seite drucken | Seite empfehlen
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