Transparenz beim Fleischkauf
Kotelett mit Tierschutzlabel
Transparenz beim Fleischkauf – das war bisher Fehlanzeige. Produzenten werben zwar durchaus mit Aussagen wie "artgerechte Tierhaltung" oder "tiergerechte Aufzucht". Doch diese Begriffe sind nicht geschützt und sind somit eher nichtssagend. Auch unternehmenseigene Siegel sagen wenig aus. Inwiefern sich die Erzeuger sich nun wirklich um Tierschutz scheren, blieb bisher für die Käufer ein Rätsel. Nur bei Biofleisch ist es gesetzlich geregelt, dass die Tiere ein besseres Leben hatten als die meisten Tiere in konventionellen Betrieben. Aber Biofleisch ist teuer, und man muss oft ganz schön lange danach suchen.

Nun sollen zwei neue Siegel Licht ins Dunkel bringen: das Siegel "Für mehr Tierschutz" des Deutschen Tierschutzbundes und "Tierschutz kontrolliert" der internationalen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". Die beiden Labels sind ungefähr vergleichbar. Es gibt jeweils zwei Stufen, die Einstiegsstufe und die Premiumstufe. Schon die Einstiegsstufe bietet eine Verbesserung des Tierschutzes gegenüber den gesetzlichen Anforderungen für die Tierhaltung. Bei der Premiumstufe kann man wirklich von tiergerechter Haltung sprechen. Neutrale Kontrollen und die Trägerschaft der Tierschutzorganisationen machen die Siegel glaubwürdig. Der Deutsche Tierschutzbund startet mit Schweine- und Hähnchenfleisch. Seit Januar 2013 gibt es die ersten gelabelten Produkte im Handel. "Vier Pfoten" siegelt bisher nur Hähnchenfleisch.

Beide Labels sorgen für Orientierung – doch da es zwei sind, bleibt es dennoch ein wenig verwirrend. Die Verbraucherzentralen (also wir) bedauern, dass sich die Tierschutzverbände nicht auf ein einziges Siegel einigen konnten. Zusätzlich verschafft die unterschiedliche Anzahl von Sternen bei der Premiumstufe, die bei beiden ein vergleichbares Tierschutzniveau bietet, keinen wirklichen Durchblick. Dennoch: Es ist wichtig, dass es nun überhaupt glaubwürdige Siegel gibt. So lange keine einheitliche staatliche oder gar EU-weite Kennzeichnung in Sicht ist, sind die beiden Label eine gute Übergangslösung.
(AB)

2 Kommentar(e)
Meat ist murder
Meat ist murder
Die Wahrheit über das Tierschutzlabel
Bedauerlicherweise wird dem Verbraucher einfach nur das schlechte Gewissen genommen und Massentierhaltung weiter gerechtfertigt. Jetzt sogar mit Siegel! Der Verbraucher wird den Unterschied zwischen dem blauen Label mit dem einen Stern und dem mit zwei Sternen nicht beachten und in der Erwartung er "tue etwas Gutes" weiter Tiere aus quälerischer Massentierhaltung konsumieren. Die Verbesserungen in der Einstiegsstufe sehen leider nur auf dem Papier gut aus, bringen in der Realität dem Tier aber so gut wie gar nichts. Weitere Informationen: http://www.youtube.com/watch?v=Fwgm_QEdzBM