Du bist hier:
• 2 Kommentar(e)
  • Diesen Artikel drucken
  • Diesen Artikel empfehlen

Transparenz beim Fleischkauf

Kotelett mit Tierschutzlabel

Manchen vergeht der Appetit, wenn sie beim Fleischkonsum an die Tiere denken, die vielleicht nicht gut behandelt wurden. Seit Anfang 2013 wollen zwei Label von Tierschützern helfen.

Ein Kotelett (Bild: Lsantilli / fotolia.com)
Bild: Lsantilli / fotolia.com

Transparenz beim Fleischkauf – das war bisher Fehlanzeige. Produzenten werben zwar durchaus mit Aussagen wie "artgerechte Tierhaltung" oder "tiergerechte Aufzucht". Doch diese Begriffe sind nicht geschützt und sind somit eher nichtssagend. Auch unternehmenseigene Siegel sagen meist wenig aus. Inwiefern sich die Erzeuger sich nun wirklich um Tierschutz scheren, blieb bisher für die Käufer ein Rätsel. Nur bei Biofleisch ist es gesetzlich geregelt, dass die Tiere ein besseres Leben hatten als die meisten Tiere in konventionellen Betrieben. Aber Biofleisch ist teuer, und man muss oft ganz schön lange danach suchen.


Das Tierschutzlabel Premiumstufe (Bild: Deutscher Tierschutzbund e. V.)
Bild: Deutscher Tierschutzbund e. V.

Zwei Siegel sollen Licht ins Dunkel bringen: das Siegel "Für mehr Tierschutz" des Deutschen Tierschutzbundes und "Tierschutz kontrolliert" der internationalen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". Die beiden Labels sind ungefähr vergleichbar. Es gibt jeweils zwei Stufen, die Einstiegsstufe und die Premiumstufe. Schon die Einstiegsstufe bietet eine Verbesserung des Tierschutzes gegenüber den gesetzlichen Anforderungen für die Tierhaltung. Bei der Premiumstufe kann man wirklich von tiergerechter Haltung sprechen. Neutrale Kontrollen und die Trägerschaft der Tierschutzorganisationen machen die Siegel glaubwürdig.


Leider sind die Produkte noch immer zu selten in Geschäften zu finden. Hähnchenfleisch gibt es mit dem Label des Deutschen Tierschutzbunds und von Vier Pfoten – aber beide nur in der Einstiegsstufe. Hähnchenfleisch der Premiumstufe gibt es bislang gar nicht. Schweinefleisch wird zur Zeit nur vom Deutschen Tierschutzbund ausgezeichnet, überwiegend nach den Anforderungen der Einstiegsstufe. Schweinefleisch der Premiumstufe gibt es nur in wenigen Läden in Baden-Württemberg.



Label des Vereins "Vier Pfoten" (Bild: VIER PFOTEN)
Bild: VIER PFOTEN

Beide Labels sorgen für Orientierung – doch da es zwei sind, bleibt es ein wenig verwirrend. Die Verbraucherzentralen (also wir) bedauern, dass sich die Tierschutzverbände nicht auf ein einziges Siegel einigen konnten. Dennoch: Es ist wichtig, dass es nun überhaupt glaubwürdige Siegel gibt. So lange keine einheitliche staatliche oder gar EU-weite Kennzeichnung in Sicht ist, sind die beiden Label eine gute Übergangslösung.


(AB)

Wie hat dir der Artikel gefallen? Top oder Flop?

2 Kommentar(e)

  • treehugger
     

    Meat ist murder

    Meat ist murder

  • Alfred
     

    Die Wahrheit über das Tierschutzlabel

    Bedauerlicherweise wird dem Verbraucher einfach nur das schlechte Gewissen genommen und Massentierhaltung weiter gerechtfertigt. Jetzt sogar mit Siegel! Der Verbraucher wird den Unterschied zwischen dem blauen Label mit dem einen Stern und dem mit zwei Sternen nicht beachten und in der Erwartung er "tue etwas Gutes" weiter Tiere aus quälerischer Massentierhaltung konsumieren. Die Verbesserungen in der Einstiegsstufe sehen leider nur auf dem Papier gut aus, bringen in der Realität dem Tier aber so gut wie gar nichts. Weitere Informationen: http://www.youtube.com/watch?v=Fwgm_QEdzBM

Schreibe einen Kommentar

Maximale Kommentarlänge 2000 Zeichen


Dieser Spamschutz soll den Missbrauch der Kommentarfunktion verhindern. Bitte gib vor dem Absenden den Buchstabencode in das Textfeld ein (angezeigt werden nur Großbuchstaben, eintippen kann man sie aber groß oder klein).

  • Tiere

    Eng beieinander stehende Hühner (Bild: danielschoenen / fotolia.com)

    Artgerechte Tierhaltung

    Hmm, lecker Schnitzel vom Grill oder Nudeln mit Gehacktes-Sauce... Dass für diesen Genuss Lebewesen unter Bedingungen leben und sterben müssen, die oft sehr belastend und stressig sind, das stellen wir uns beim Essen lieber nicht so deutlich vor.

    Weiterlesen