Tierversuche für Kosmetikprodukte sind in in der EU (also auch Deutschland) verboten. Das Problem: Es gibt Lücken - Ausnahmen sind möglich und werden natürlich auch genutzt.

- Bild: sxc.hu / nmy
Folgt man den Ausführungen des Deutschen Tierschutzbundes, so wird in der Gesetzgebung komplizierterweise zwischen den fertigen Produkten und den Inhaltsstoffen unterschieden: Tierversuche für Kosmetikprodukte sind in der EU (also auch Deutschland) verboten - und das gilt mittlerweile sowohl für bereits fertige Produkte wie auch für neue Inhaltsstoffe. Auch fertige Kosmetika aus Ländern außerhalb der EU, die in Tierversuchen getestet wurden, dürfen seit 2009 nicht mehr in der EU vermarktet werden. Aber erst ab 2013 soll das Verbot auch für Kosmetika, deren Inhaltsstoffe außerhalb der EU mit Tierversuchen getestet wurden, gelten. Und da gibt's gleich noch ein "aber": Offenbar versucht die EU-Kommission derzeit, genau diesen Zeitpunkt aufzuschieben...
Das eigentliche Problem ist jedoch: Es gibt sowieso Lücken - Ausnahmen sind möglich und werden natürlich auch genutzt. So können Tierversuche z.B. "zur Prüfung von Rohstoffen uneingeschränkt durchgeführt werden, wenn diese nicht nur in Kosmetika, sondern auch in anderen Produkten verwendet werden", wie der Tierschutzbund erklärt. Dumm für die Tiere: Das gilt für eine Menge Stoffe... Hier würde im Grunde erst ein generelles Tierversuchsverbot für alle Prüfungen von "chemischen und natürlichen Substanzen" helfen, so die Tierschützer.
Was man tun kann
Tausende von Versuchstieren werden laut dem Deutschen Tierschutzbund jährlich zur Entwicklung neuer Wirkstoffe, die auch in Kosmetika Verwendung finden können, eingesetzt. Zugleich sind all die Rohstoffe, die sich schon in Form von Kosmetik auf dem Markt befinden, längst erfolgreich getestet - man forscht halt immer weiter nach neuen Möglichkeiten. Wird in der Werbung bzw. auf der Packung von irgendwelchen neuen Zusatzstoffen in einem Shampoo, einer Reinigungscreme oder was auch immer gesprochen, so muss man damit rechnen, beim Kauf die dafür angestellten Tierversuche gleich mitzubezahlen. Was man dann noch tierversuchsfrei kaufen kann?
Der Deutsche Tierschutzbund e.V. hat eine Liste mit Herstellern veröffentlicht, welche die vom Tierschutzbund selbst verfassten Richtlinien für eine tierversuchsfreie Kosmetik erfüllen sollen. Durch das nebenstehende Symbol werden sie erkennbar gemacht. Aber auch andere Zeichen garantieren Kosmetik ohne Tierversuche wie z.B. die Zeichen "BDIH - kontrollierte Naturkosmetik" oder "Natrue". (C4U)
Deine Meinung ist gefragt!
Forum zum Thema "Tierversuche für Kosmetik"Bisher 18 Beiträge, letzter Beitrag vom 30.10.2011, 17.16 Uhr



