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Gute Finanzierungsquelle

Wann bekommt man BAföG?

Bares dank BAföG: Ausgeschrieben heißt es Bundesausbildungsförderungsgesetz und soll helfen, dass nicht nur Kinder reicher Eltern studieren können.

Bafoeg-Antrag mit Brille und Taschenrechner (Bild: FM2 / fotolia.com)
Bild: FM2 / fotolia.com

Schon vor zwei Jahren hat die Bundesregierung eine BAföG-Reform verabschiedet. Darin enthalten ist auch eine Erhöhung, die viele als längst überfällig ansehen. Jetzt, zum Wintersemester 2016/17 tritt die Reform endlich in Kraft – sechs Jahre mussten Studierende auf eine Erhöhung warten. Zu lange, wie auch das Deutsche Studentenwerk (DSW) findet.


Grundlage ist das 25. BAföG-Änderungsgesetz. Darin wurde festgehalten, dass der Bund ab 2015 die volle Finanzierung der BAföG-Zahlungen übernimmt und damit die Länder entlastet. Die sollen dadurch mehr Geld für Schulen und Hochschulen im Topf haben. Und: Verhandlungen mit 16 Bundesländern gehören der Vergangenheit an, das soll künftige Erhöhungen beschleunigen.


Und die werden sicher bald nötig. Denn die Krux ist: Die jetzige Erhöhung berücksichtigt nur die Einkommens- und Preisentwicklung bis 2014. Daher fordert DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: "Im Jahr 2017 wird der nächste, der 21. BAföG-Bericht vorliegen, der dann aufzeigt, wie das BAföG erhöht werden muss. Bis zum Sommer 2017 könnte die Bundesregierung darauf reagieren und noch vor der Bundestagswahl die nächste BAföG-Novelle klarmachen."


Studium soll nicht an finanziellen Möglichkeiten scheitern

Bereits seit weit über 40 Jahren können Studierende BAföG beantragen. Dahinter steht das Ziel, dass ein Studium nicht am Geld scheitern soll. Reichen die finanziellen Möglichkeiten der Eltern nicht, springt der Staat mit einer monatlichen Förderung ein. Studi-BAföG ist zur Hälfte "geschenktes Geld": Das heißt, die eine Hälfte ist ein staatlicher Zuschuss, die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen.


Noch nicht einmal jeder Dritte bekommt zurzeit in den ersten sechs Semestern diese staatliche Förderung. Knapp die Hälfte der Geförderten erhielt den Höchstbetrag. Ein Großteil der BAFöG-Empfängerinnen und –Empfänger sagt: "Ohne BAföG könnte ich nicht studieren." BAföG ist und bleibt eine Finanzierungsquelle, die Studierende – wenn möglich – anzapfen sollten (daneben gibt es übrigens auch das Schüler-BAföG).

Für diejenigen, für die BAföG bisher ein Fremdwort war, klären wir hier die entscheidenden Punkte – inklusive der wichtigen Änderungen.


Wer hat Anspruch auf Studierenden-BAföG?

Antragsteller dürfen derzeit bis auf Ausnahmen nicht älter als 30 Jahre sein. Wer jedoch einen Master aufsattelt (das ist ein weiterführender Abschluss nach dem Bachelor), der darf bis zu 35 Jahren alt sein. Ausschlaggebend ist dabei das Alter bei Aufnahme des Studiums: Wer rechtzeitig beginnt, wird auch dann weiter gefördert, wenn er während der Ausbildung die Altersgrenze überschreitet.

Weiterhin müssen Studierende "ihre Eignung" nachweisen. Im Klartext: Für ein Bummelstudium gibt's keine Kohle – es werden "Eignungsnachweise" verlangt, zum Beispiel bestimmte Prüfungen. Wer einen Bachelor-Studiengang belegt, der muss die übliche Zahl der Leistungspunkte nachweisen. Wird die Regelstudienzeit überschritten, ist zumeist Schluss mit lustigen Zahlungen. Erfüllt man diese Rahmenbedingungen, kommt es in der Regel auf das eigene Einkommen und das Einkommen der Eltern an.

Das Gute: Auslandsstudien sind möglich. Häufig können Studis mit dem Auslands-BAföG ein komplettes Studium in der Europäischen Union oder in der Schweiz absolvieren. Ein Auslandsjahr ist auch weltweit mit BAföG-Unterstützung drin.


Wie viel BAföG gibt's?

Grundsätzlich soll BAföG die Lücke schließen, die sich zwischen der Geldbörse der Eltern (bei Verheirateten auch des Ehepartners oder des eingetragenen Lebenspartners) und dem, so das Bürokratendeutsch, "Bedarf" ergibt. Dieser Bedarf ist unabhängig vom konkreten Fall – vielmehr wurde ein "abstrakter Bedarf" als Pauschalbetrag ermittelt. Die Höchstfördersätze liegen zurzeit bei Studis im Hotel Mama bei 451 Euro, bei jenen, die ausgezogen sind, bei 649 Euro. Wer nicht in der Familienversicherung ist, bekommt auch noch einen Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung.

Je nachdem, wie viel die Eltern verdienen, kann man mit dem Förderungs-Höchstsatz oder eben mit weniger (bzw. auch gar nichts) rechnen – das wird individuell festgestellt. Das Einkommen der Eltern wird nicht voll angerechnet – es werden verschiedene Pauschal- und Freibeträge (für die Eltern, eventuell für Geschwister) abgezogen. Diese Sätze haben sich erhöht.

Auch Einkommen und Vermögen des Studierenden zählen mit! Bis zu 450 Euro dürfen Studis jetzt im Monat hinzuverdienen, ohne dass die BAföG-Leistungen gekürzt werden – was darüber hinausgeht, wird angerechnet. Somit ist jetzt ein klassischer „Minijob“ möglich. Gespartes müssen Studenten bis auf einen Sockel ebenfalls zur Studienfinanzierung einsetzen – dieser Vermögensfreibetrag ist auf 7.500 Euro angehoben worden.



Unter www.studentenwerke.de gibt's Links zu verschiedenen BAföG-Rechenmaschinen.


Wie läuft die Rückzahlung?

Das Gute: Die BAföG-Schulden sind inzwischen auf maximal 10.000 Euro begrenzt, selbst wenn man eigentlich mehr zurückzahlen müsste. Erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer klopft der Bund an und möchte die ersten BAföG-Rückzahlungen sehen, und das auch nur, wenn der Ex-Student zu dem Zeitpunkt mehr als 1.070 Euro monatlich verdient. Die Tilgung des zinslosen Darlehens erfolgt in Mindestraten von 105 Euro, längstens 20 Jahre lang. Wer seine BAFöG-Schulden ganz oder teilweise vor Fälligkeit tilgt, bekommt eine Minderung.


Wo stelle ich einen Antrag?

Die Anlaufstelle ist das Amt für Ausbildungsförderung am Hochschulort – in der Regel ist das Studentenwerk der Hochschule zuständig. Dort erhält man die amtlichen Antragsformulare – ebenso wie im Netz. Ab 1. August 2016 soll es möglich sein, im Netz einen Antrag zu stellen. Daran wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet.


Da es bekanntlich keine Regel ohne Ausnahmen gibt, sollte man sich bei allen Unklarheiten in jedem Fall informieren. Und das frühzeitig: Gezahlt wird erst ab Antragstellung – rückwirkend gibt's nichts! Unentbehrlich sind ausführliche Beratungen auch bei Schwangerschaft oder beim Studium mit Kind (hier gibt es nämlich einen Kinderbetreuungszuschuss), als Studierender mit Behinderung, beim Fachwechsel oder beim Studium im Ausland.


Zwischen Bachelor und Master

Ein Pluspunkt ab 1. August: Wer einen Bachelor macht, hat bisher nur bis zur letzten Prüfung Geld bekommen. Das wird sich jetzt ändern: Zahlungen gibt es nun bis man das Abschlusszeugnis in der Hand hält. Somit gibt es keine finanzielle Lücke mehr, wenn man direkt nach dem Bachelor ein Masterstudium aufnimmt. Schon bei vorläufiger Zulassung zum Masterstudium läuft das BAföG weiter.


Deutschlandstipendium

Schon seit fünf Jahren gibt es an vielen staatlichen Hochschulen das Deutschlandstipendium. Davon können auch BAföG-Empfängerinnen und -empfänger profitieren. Mit 300 Euro können besonders begabte Studierende unterstützt werden – unabhängig vom Einkommen. Das Geld wird nicht aufs BAföG angerechnet.




(AB)

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1 Kommentar(e)

  • Katja
     

    Bafög Erhöhung

    Einen interessanten Artikel zur Bafög Erhöhung gibt es auch auf http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-12/32345149-bafoeg-wird-erhoeht-aber-erst-in-knapp-zwei-jahren-016.htm
    Die Erhöhung ist schon lange überfällig, schade nur, dass man jetzt trotz einer Entscheidung so lange darauf warten muss.

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