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Nicht einfach in die Tonne...

Computerschrott

Das ist eines von den Themen, wo Viele vielleicht sagen: "So einen Computer wirft man doch nur alle paar Jahre mal weg, das kann ja wohl nicht so viel sein!" Tja, aber die Gesamtmenge spricht eine deutliche Sprache...

Ein Haufen Platinen (Bild: Eisenhans / fotolia.com)
Bild: Eisenhans / fotolia.com

Ungefähr 23 Kilogramm Elektroschrott, also alte Computer, MP3 Player, Handys und noch viel mehr, fallen pro Einwohner bei uns in Deutschland jedes Jahr an. In einem Güterzug gefüllt würden die Wagons von Hamburg bis Hannover reichen - was für ein Haufen Schrott! Und genau den entsorgen Viele noch über den ganz normalen Hausmüll. Dann sind die enthaltenen Metalle aber für das Recycling verloren.


Altgeräte im Handel loswerden

Dabei ist es ganz einfach, die Geräte los zu werden. Man kann nämlich in fast allen großen Elektrofachgeschäften seine alten Geräte abgeben - einfach mal nachfragen! Kleine Geräte bis 25 cm Kantenlänge kann man jederzeit abgeben; größere Geräte nur bei Kauf eines neuen Geräts. Das gilt auch für den Online-Handel: Schaut mal auf den Internet-Seiten der Händler nach. Die meisten bieten einen Rücksendeservice an. Kleinere Geräte, auch mehrere, kann man jederzeit kostenfrei zum Recycling schicken. Dafür kann man sich einen Paketaufkleber ausdrucken. Bestellt ihr euch ein großes Gerät wie z. B. einen Kühlschrank, könnt ihr bei der Bestellung angeben, ob das alte Gerät mit abgeholt werden soll. Außerdem könnt ihr natürlich immer Elektrogeräte kostenfrei an den Recyclinghöfen eures städtischen Entsorgers abgeben. Wer Glück hat, wohnt in einer Stadt, in der es neben dem Recyclinghof noch zusätzliche Sammelcontainer für Elektroschrott gibt. Die Homepage des örtlichen Entsorgungsunternehmens sollte darüber Auskunft geben.

Hinweisschild für eine Mülltonne
Bild: rgbstock.com / Sanja Gjenero

Moderne Recyclingverfahren schaffen, dass über 90 Prozent des Elektroschrotts verwertet werden, entweder als Ersatzteile oder als recycelte Rohstoffe (u.a. Gold, Aluminium, Kupfer...). Recycling lohnt sich doppelt für die Umwelt und für uns: Einmal brauchen die wiedergewonnenen Metalle nicht mehr aus der Erde geholt werden. Man spart sich dadurch Umweltverschmutzung durch Bergbau. In den Ländern, in denen die Metalle abgebaut werden, vergiften Bergwerke oft Flüsse und die Umgebung der Minen, wo die Bergarbeiter auch wohnen. Und außerdem sind in den Elektronikbauteilen Giftstoffe, die nichts auf normalen Müllhalden oder in Verbrennungsanlagen zu suchen haben. Sie werden nach der Rückgabe an den Recyclinghöfen so entsorgt, dass sich Mensch und Umwelt nicht daran vergiften können.


Mit dem Müll ist es wie mit den Wahlen: Die einzelne Stimme zählt nicht so viel, aber viele letztlich eben doch. Je mehr Leute mitmachen, desto größer also der Effekt.


Bei Druckern gibt es die nette und eher seltene Kombination, dass man Geld sparen und die Umwelt schonen kann, und zwar durch die Benutzung von "Refill"-Patronen: Zuerst nachfüllbare Patronen kaufen und hinterher die entsprechenden Nachfüll-Packungen, die halt billiger sind als jedes mal eine komplett neue. Alternativ gibt es auch Systeme, bei denen man nicht nachfüllt, sondern statt der ganzen Patrone nur den Tintentank auswechseln kann.


Übrigens sind die Wertstoffe in alten Handys so wertvoll, dass ihr damit noch Gutes tun könnt. Hättet ihr gedacht, dass in Deutschland jeder Bewohner im Durchschnitt ein altes Handy in der Schublade liegen hat? Bei circa 24 mg Gold, die in einem Handy verbaut sind, macht das eine Menge von zwei Tonnen oder 66 Mio. Euro. Es wäre doch schade, wenn das viele Geld in der Mülltonne landet und auch noch die Umwelt dadurch geschädigt wird. Einige Organisationen wie der NABU oder der BUND nehmen alte Handys an und verkaufen sie an Recyclingunternehmen. Das Geld dass sie dafür bekommen, verwenden sie für einen guten Zweck. Im Internet könnt ihr euch schlau machen, welche Organisation gerade wofür Handys sammelt. Wenn ihr euch für Handy und Umweltverschmutzung interessiert, dann schaut doch auch mal hier vorbei.


Noch besser als den Müll zu recyceln ist es, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Wusstet ihr das ein Computer durchschnittlich schon nach 3 Jahren auf dem Müll landet? Handys ergeht es selten besser. Kein Wunder, dass so viel Elektroschott anfällt. Dabei sind fast alle aussortierten Geräte noch funktionsfähig.



Was Du selber tun kannst:

  • Geräte länger nutzen: Noch besser als die Mülltonne ist die längere Nutzung, auch wenn die Geräte dann nicht mehr auf dem neuesten Stand sind. Wer keinen topaktuellen Gamercomputer braucht kann damit immer noch bequem im Internet surfen.
  • Nachrüsten: Alte Computer kann man ohne viel Mühe so nachrüsten. Das ist oftmals auch billiger als der Kauf eines neuen Geräts. Wenn du es nicht selber kannst, kennst du bestimmt jemanden, der dir hilft. Bei Handys kann ein Softwareupdate und der Austausch des Akkus für Besserung sorgen.
  • Verkaufen und Second Hand: Soll das gute Stück doch dein Zimmer verlassen, verdienst du viel mehr daran, es im Internet zu verkaufen als es weg zu werfen. Kostensparend ist es auch, selber gebrauchte Geräte zu kaufen. Ein Computer vom letzten Jahr ist immer noch relativ aktuell, aber deutlich günstiger als ein neues Gerät.

(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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5 Kommentar(e)

  • Geräte/Extras

    Container mit Elektroschrott (Bild: djama / fotolia.com)

    Besuch beim Recyclinghof

    Wo landet welcher Müll im Recyclinghof und was muss ich dabei beachten? Unser Film zeigt Eindrücke aus der Welt der Müllverwertung.