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Patentrezept eher Mangelware: Dauerthema Diät

Welche Diät hilft wirklich?

Viele der unzähligen Diätangebote sind nicht zu empfehlen. Wir sagen euch, welche und warum - und wie man stattdessen am besten vorgehen sollte.

Bauch mit Maßband (Bild: industrieblick / fotolia.com)
Bild: industrieblick / fotolia.com

Wir verraten es gleich zu Beginn: Viele der Diäten, von denen man so liest und hört, halten wir für nutzlos. Entweder, ihr werdet davon krank oder ihr nehmt nach kurzer Zeit umso mehr zu. Man spricht dabei auch vom "Jojo-Effekt": Während der Diät nimmt man zunächst ab und der Körper schaltet wegen der Entbehrungen auf Sparflamme. Danach will er nun zunächst seine Lager wieder füllen. Außerdem braucht weniger Gewicht auch weniger Kalorien als vorher. Also nimmt man – wenn man nicht aufpasst – leicht wieder zu, macht wieder Diät, nimmt wieder zu... auf und ab, genau wie ein Jojo. Wer euch erzählt, ihr könntet Gewichtsprobleme in kürzester Zeit dauerhaft lösen, will nur Geld verdienen! Wer immer wieder aufs Neue diätet, riskiert letztlich sogar schwere Ess-Störungen. Wenn das Gewicht dabei tendenziell immer weiter nach oben klettert, steigt die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.


Soweit das Wort zum Sonntag. Nun ein paar konkretere Hinweise, was eher Blödsinn ist (das ist die eindeutige Mehrzahl), was - in manchen Fällen - vielleicht Nutzen hat und was okay ist. Grundregel vorweg: Es muss auf Dauer funktionieren und nicht nur ein paar Tage oder Wochen. Außerdem ist Bewegung ein alter, aber immer noch guter Tipp. Klickt auf die einzelnen Diät-Bezeichnungen für nähere Infos!


Schlecht:

Trennkost

Prinzip: Man trennt Eiweiß und Kohlenhydrate, isst also immer nur Lebensmittel, in denen das eine oder andere ist - nur bringt das gar nichts und ist in der Praxis auch nicht wirklich durchführbar. Denn das Problem liegt im Kopf: Man muss sich ständig kontrollieren - und das macht wirklich keinen Spass.

Max-Planck-Diät

Hat nichts mit gleichnamigem wissenschaftlichem Institut zu tun. Ändert außerdem auf Dauer auch nichts am Essverhalten und ist sehr einseitig. Soll angeblich den Stoffwechsel verändern, aber das ist unrealistisch. Und ungesund, denn man nimmt zuviel Eiweiß zu sich, und das belastet die Nieren.

Atkins-Diät

So richtig übel: Fett und Eiweiß ohne Ende, aber dafür kaum Obst oder Gemüse; das kriegt man auch ohne Diät hin. Und kann davon auf Dauer regelrecht krank werden.

Appetithemmer

Aua: Medikamente zum Einnehmen. Zum einen lässt die Wirkung nach 4-6 Wochen nach, zum anderen kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen. Wenn überhaupt, dann nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Die meisten sind sowieso verschreibungspflichtig – bloß nicht im Internet kaufen!

Entwässernde Mittel

Na toll: Wenn ich das Fett schon nicht weg kriege, dann wenigstens das Wasser, das wiegt ja auch was! Im Ernst: Wasser ist nun wirklich nicht das Problem, also vergesst es. Das ist im Grunde wie eine Amputation: Mit nur einem Arm würde man auch weniger wiegen ...

Abführmittel

Das kann man sich eigentlich denken, was davon zu halten ist. Abnehmen durch... na ja, jedenfalls verliert der Körper auch hierbei am Ende nur Wasser. Und (wichtige!) Mineralstoffe obendrein. Abgelehnt!

Nulldiät

Manche (ohne Gewichtsprobleme) machen das für ein paar Tage unter ärztlicher Betreuung, aber das ist was anderes. Wer abnehmen will, muss seine Ernährung umstellen, aber nicht komplett beenden!



Kommt (sehr) drauf an:

Formula-Diäten

Z.B. Slim Fast, Almased oder Herbalife. Meist Shakepulver zum Anrühren mit fettarmer Milch oder Wasser. Nährstoffe sind vorhanden, wie im Gesetz vorgeschrieben - allerdings bezieht sich das auf den Bedarf von Erwachsenen, nicht von Jugendlichen! Also, unter 18 besser nicht nehmen, und auf Dauer (länger als drei Wochen) geht "immer nur Pulver" auch nicht. Deshalb: Bei starkem Übergewicht evtl. als Einstieg geeignet, aber dann muss auch was passieren beim grundsätzlichen Essverhalten und bei der Bewegung. Genug Schlaf nicht vergessen!



Gut:

Brigitte-Diät

Die Zeitschrift von Mutti! Falls Ihr gerne kocht, ist das vielleicht das Richtige: Eine Reihe verschiedener, abwechslungsreicher Rezepte, die alle eine bestimmte Kaloriengrenze und ausreichend Nährstoffe gemeinsam haben. Also weder hungern noch irgendwelche Chemikalien. Man sollte aber auch hinterher weniger essen, um nicht wieder zuzunehmen. Falls ihr nicht gerne kocht: Mutti fragen.


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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2 Kommentar(e)

  • Paul Regenwurm
     

    Diäten

    Liebes Redaktionsteam! Auf welchem Geschlechterklischee-Stern lebt ihr denn, wenn ihr "Vati" nicht fragt, wenn es was leckeres zu kochen gibt? Oder der letzte Satz: "Falls ihr nicht gerne kocht: Mutti fragen.", die macht das dann schön für Euch....aha...das wird dann aber nichts mit dem WG Leben! :) Schöne Grüße und immer schön umrühren, damit nix anbrennt! ;)
    PS: Die Seiten sind echt gut, aber das musste mal geschrieben werden!

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  • checked4you
     

    Re: Diäten

    Hallo, Paul - da spielen wir in der Tat ein bisschen mit den Klischees, und eigentlich was das auch ganz bewusst so gemacht und eher ironisch gemeint. Denn klassisch betrachtet - und vom Selbstverständnis her - ist Brigitte eben eine Frauenzeitschrift. Aber richtig ist: Man darf natürlich gerne auch Vati fragen oder es eben doch selbst mit dem Kochen versuchen ;-) Viele Grüße, Heiko / checked4you

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