Das Problem ansprechen

Was tun, wenn die Freundin eine Essstörung hat? Viele fühlen sich zunächst hilflos... Andrea Behnke sprach mit Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), über den Umgang mit Betroffenen.

Frau Dr. Pott, wie soll ich mich verhalten, wenn ich bei meiner Freundin oder Schwester eine Essstörung vermute?
Wenn der Verdacht besteht, sollte man das auf jeden Fall thematisieren. Man sollte klar machen, dass man sich Sorgen macht, und das Mädchen auch auf professionelle Beratungsstellen hinweisen. Dabei sollte man liebevoll vorgehen. Übervorsorglich zu sein ist jedoch ebenso fehl am Platz wie Vorwürfe.

Und was mache ich, wenn sie es nicht wahr haben möchte und sich zurückzieht?
Wichtig ist zu versuchen, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Zieht sich die andere zurück: Auch das offen ansprechen! Man sollte gemeinsame Unternehmungen vorschlagen, beispielsweise Kino oder Spaziergänge, also nichts, was mit Essen zu tun hat. Hilfreich ist es auch, die Freundin oder Schwester zu bestärken und ihre positiven Eigenschaften zu betonen. Jedoch sollte man das Problem nicht tot schweigen, sondern weiter nachfragen und Unterstützung anbieten, ohne sich aufzudrängen.

Gibt es weitere Fehler, die ich vermeiden kann?
Ein nahezu klassischer Fehler ist, wenn man versucht, Verantwortung für die Person zu übernehmen. Natürlich fällt es manchmal schwer, das Verhalten der anderen zu akzeptieren, aber letztendlich kann man Hilfe nur anbieten – und darf nicht beleidigt sein, wenn sie abgelehnt wird.

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