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Hefte aus Umweltpapier

Auch du kannst Bäume retten

Schule ist praktisch jeden Tag, und mit jeder Unterrichtsstunde wächst die Papierflut. In jedem Blatt steckt ein Stück Baum - und wir Deutsche sind Weltmeister im Papierverbrauch.

Ein Wald (Bild: Rainforests of the Olympic Coast (http://www.flickr.com/photos/hiimniko/2963767326/) von hiimniko (http://www.flickr.com/photos/hiimniko/) unter CC-BY-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de)
Bild: Rainforests of the Olympic Coast von hiimniko unter CC-BY-LizenzDer Ort, der den Rohstoff liefert: Den Wald gilt es zu schützen - und das kann man als Käufer mit seinem Papierverbrauch beeinflussen.

Wir Deutsche gehören zu den weltweiten Spitzenreitern im Papierverbrauch. Fast 250 Kilogramm bekritzelte und bedruckte jeder von uns durchschnittlich im Jahr 2015. Für unseren Papierbedarf werden jährlich Waldflächen gerodet, die so groß sind wie die gesamte Waldfläche des Landes Baden-Württemberg. Dabei müssen aber nicht unsere Bäume dran glauben, sondern meist welche aus Schweden, Finnland, Brasilien, Uruguay, Russland und vielen weiteren Ländern. Das Holz und der Zellstoff für unser Papier kann auch aus Urwaldgebieten oder aus speziell angelegten Plantagen stammen, die ökologisch umstritten sind. Vor allem aber trägt unser Rohstoffverbrauch erheblich dazu bei, dass der Druck auf die Wälder weltweit – insbesondere der verbliebenen Urwälder – zunimmt.


Umweltzeichen Blauer Engel/Rechte: Goebel

Am Zeichen erkennen

Jedes Schuljahr bzw. Semester werden massenhaft Hefte, Schreibblöcke und Papier angeschafft. Die meisten sind aus frischen Papierfasern - strahlend weiß und mit viel Energie hergestellt. Dabei gibt es längst Umwelthefte, für die nicht extra Bäume fallen mussten. Sie sind aus Recyclingpapier. Die Klassenbesten sind Recyclinghefte, die das Umweltzeichen "Blauer Engel" tragen. Es steht nicht nur dafür, dass die Hefte aus 100 Prozent Altpapier hergestellt wurden. Auch schädliche Bleich-Chemikalien, optische Aufheller und andere Chemikalien dürfen nicht eingesetzt werden. Es gibt noch ein paar weitere Zeichen, an denen ihr Recyclinghefte oder Recyclingpapier erkennen könnt: "FSC-recycelt", "ÖKOPAplus" oder "Klimaschutzpapier". Aufpassen, denn ganz schön verwirrend: Auf vielen Heften findet ihr das FSC-Mix Zeichen, diese Siegel steht eben nicht dafür, dass 100 Prozent Altpapierfasern eingesetzt wurden.


Kein Altpapier steckt dafür in Schulheften mit dem Aufdruck "Aqua pro natura" oder "Weltpark Tropenwald". Diese Hefte wurden nur ohne schädliche Chlorbleiche hergestellt. Der Aufdruck "holzfrei" könnte euch auch in die Irre leiten, denn die Hefte sind nicht aus einem anderen Rohstoff hergestellt. Vielmehr besteht das Papier aus reinem Zellstoff ohne holzhaltige Bestandteile oder Altpapier. Im Klartext: für diese Hefte braucht man besonders viel Holz! Die Verbraucherzentrale NRW hat zudem herausgefunden, dass vielfach Hefte und Blöcke verkauft werden, auf denen kein Hinweis steht, welche Rohstoffe - Altpapier oder Frischfaser - verwendet wurde und womit gebleicht wurde.


Was steckt in deinem Federmäppchen?

Buntstifte/Rechte: Goebel

Federmäppchen aus Kunststoff sehen oft hübsch bunt aus, bestehen aber meist aus PVC und damit aus bedenklichen Weichmachern. Besser sind da welche aus Leder, Stoff oder Holz.

Wer Mäppchen komplett mit Stiften gefüllt kauft, hat oft nur Billig-Ware ergattert. Bei billigen Buntstiften brechen zum Beispiel schneller die Minen ab. Außerdem können im Lacküberzug mancher Stifte Schwermetalle lagern. Achtet auch mal auf den Geruch! Wenn der schon beißend oder irgendwie eklig ist, lasst lieber die Finger davon. Besser sind Stifte aus Wasserbasis ohne viel Chemie. Texte lassen sich auch mit Trockentextmarkern gut markieren. Achtung: Tintenkiller enthalten häufig gesundheitschädliche Inhaltsstoffe. Alternativ dazu gibt es Korrekturbänder oder -roller.



Hilfe für die Suche nach Recyclingheften

Nicht nur die Verbraucherzentrale NRW macht sich für die Hefte mit dem Engel stark. Mit der Kampagne „Schulstart mit dem Blauen Engel“ ruft die Jury Umweltzeichen dazu auf, die umweltfreundlichen Hefte zu kaufen. Händler fordert sie auf, diese Hefte bevorzugt in ihr Sortiment aufzunehmen – zuletzt erfolgreich bei einigen überregionalen Handelsketten. Engel-Hefte sind aber immer noch nicht überall zu bekommen. Wer auf der Suche nach dem Engel nicht durch die Läden ziehen will, der kann im Netz nach Einkaufsmöglichkeiten suchen oder eine Umweltberatung fragen. Bei www.heftefinder.de sowie www.blauer-engel.de/papierfinder gibt es Adressen von Händlern, die Engel-Hefte führen.


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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2 Kommentar(e)

  • colouredwolf
     

    Nicht Weltmeister im Papierverbrauch

    Deutschland ist nicht Weltmeister im Papierverbrauch, höchstens sechster oder siebter:
    unangefochten Nummer 1 beim absoluten Verbrauch, aber auch Pro-Kopf-Verbrauch sind die USA. Die Plätze dahinter werden belegt von Japan, Kanadaund einigen anderen.
    Weltmeister sind wir nur beim Sammeln von Altpapier.
    Auch beim Einsatz von Altpapier im neuen Papier steht Deutschland gut da, nur Spanien, Niederlande und Korea recyclen mehr Sekundärfasern - allerdings nicht aus eigener Sammlung.

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  • Joy
     

    Papierflut stoppen

    Vielen Dank für den Interessanten Artikel.
    Ich versuche Papier so gut wie möglich zu umgehen indem ich mir die Sachen digital aufschreibe bzw. Papier benutze welches auf einer Seite schon genutzt wurde. Auch überlege ich zweimal bevor ich mir Dinge ausdrucke. Brauch ich es ausgedruckt oder kann ich es mir einfach immer wieder aufrufen wenn ich es benötige.

    Viele Grüße

    Joy
    [Web-Link von der Redaktion entfernt]

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