Du bist hier:
• 4 Kommentar(e)
  • Diesen Artikel drucken
  • Diesen Artikel empfehlen

Gefährliche Werbebanner

So schnell war ich in der Smartphone-Abofalle

Ein unbedachtes Wischen auf dem Handydisplay und zack - ein teures Abo abgeschlossen. Ein Erlebnisbericht.

Mensch entsetzt mit Smartphone in der Hand (Bild: Sergey Nivens / fotolia.com)
Sergey Nivens / fotolia.com

Jetzt bin ich also auch hineingetappt – in die Abofalle auf dem Smartphone. Gemerkt habe ich die ganze Geschichte allerdings erst mit dem Blick auf die Handyrechnung. Die war nicht nur höher als sonst, da tauchte auch plötzlich ein Posten auf, mit dem ich gar nichts anfangen konnte. „Nutzung Sonderdienste Drittanbieter“ stand da zu lesen. Angeblich soll ich drei Downloads für 14,97 von meinem Handy aus gestartet haben. Aber ich weiß von nichts.


Der mysteriöse Anbieter hat laut Angabe auf meine Rechnung seinen Sitz in Rom! Außerdem steht auch noch eine Mailadresse dieses ominösen Italieners und eine Festnetznummer mit Düsseldorfer Vorwahl darunter.


Die ganz große Abzockmasche

Eine Blitzrecherche im Netz ergibt: Die Firma ist kein Unbekannter in Deutschland. Reihenweise Einträge gibt es dazu im Web. Der Anbieter steht offensichtlich für die ganz große Abzockmasche – und das schon seit Jahren. Und er ist nicht allein. Zig Drittanbieter machen ihr Geld mit der immer gleichen Masche. Da tauchen plötzlich Werbebanner auf dem Handy auf. Mit einem Klick auf das Banner, um es zu löschen, ist schon ein Abo abgeschlossen. Auch bei mir haben sich irgendwann mal gehäuft die bunten Seiten aufgemacht. Zum Beispiel, wenn ich einfach nur eine WhatsApp schreiben wollte. Dann poppte plötzlich eine fremde Seite auf. Um sie weg zu bekommen, habe ich sie durch einen Klick auf das „x“ weggedrückt. Dachte ich zumindest.


Mobilfunkanbieter geben sich hilflos

Ein Anruf bei meinem Mobilfunkanbieter. Ich will wissen, wie die 14,97 Euro auf meine Handyrechnung kommen und wie ich mich dagegen wehren kann. Der Mitarbeiterin genügt ein Blick auf die Rechnung und sie spult ihren Text ab. Es klingt, als habe sie das schon sehr oft erzählt. Ich solle sofort mündlich und schriftlich bei dem genannten Drittanbieter widerrufen. Außerdem mit einer Frist mein Geld zurückfordern. „Wenn Sie einen langen Atem haben, haben Sie gute Chancen das Geld wieder zu bekommen. Machen Sie aber keine persönlichen Angaben“, mahnt sie noch. „Die haben bis jetzt ja nur Ihre Handynummer.“


Dann rät sie mir zu einer Drittanbietersperre und einem guten Virenschutz auf dem Handy. „Den könnte ich ihnen für 1,99 Euro im Monat einrichten.“ Die Drittanbietersperre, verspricht sie mir am Telefon, werde jetzt eingerichtet. Und wie zum Trost sagt sie am Ende noch: „Da haben Sie ja noch richtig Glück gehabt, andere haben gleich 120 Euro auf ihrer Rechnung stehen.“


Abzocker gehen nicht an Telefon

Anruf beim „Drittanbieter aus Rom“ unter der angegebenen Düsseldorfer Nummer. Niemand meldet sich. Auf meine Mail mit dem Widerruf bekomme ich Minuten später eine SMS mit dem Wortlaut: „Schade, dein Abo ist ab jetzt gestoppt. Für weitere coole&Aktuelle Contents klicke einfach auf …. Bis bald.“


Ganz schön dreist, denke ich. Aber ok, das hat schon mal geklappt. Jetzt schreibe ich also noch mal eine Mail, fordere mein Geld zurück und setze eine Frist. Die Antwort kommt prompt. Eine weitere Firma, die bisher in der Geschichte noch gar nicht aufgetaucht war, schreibt mir jetzt: Angeblich, so ist dort zu lesen, hätte auf meiner Mobilnummer ein „WAP Abo-Dienst mit dem Namen WAP:SPIELPLATZ PLUS“ bestanden. „Der Abo-Dienst wurde durch den Nutzer des Mobilfunkgerätes über das mobile Internet (WAP) bestellt und muss explizit durch das Drücken des entsprechenden Buttons bestätigt werden, bevor dieses aktiv und berechnet wird“, klärt mich das Schreiben auf. Nur weiß ich ganz genau – einen Bestätigungsbutton habe ich nie gedrückt.


Schon wieder ein Abo

Dann die nächste Handyrechnung in der Post. Der Posten über 14,97 Euro ist tatsächlich weg, dafür steht jetzt ein neuer da – wieder vom römischen Drittanbieter aus Düsseldorf. Diesmal soll ich 4,99 Euro bezahlen. Wofür steht diesmal nicht dabei.


Wütender Anruf beim Mobilfunkanbieter. Wieso funktioniert die Drittanbietersperre nicht? „Wurde erst einen Tag nach Abbuchung frei geschaltet“, lautet die lapidare Erklärung. Also wieder das ganze Prozedere. Abo stoppen, das nervt.


Seitdem ist Ruhe auf der Rechnung. Das Geld wurde allerdings bis heute nicht zurückgebucht. Das werde ich jetzt noch mal bei meinem Mobilfunkbetreiber versuchen. Mal sehen, ob das klappt...





(kat)

Wie hat dir der Artikel gefallen? Top oder Flop?

4 Kommentar(e)

  • ERCAN C.
     

    Es ist ein Schande.Die Abofalle wird sogar von Staat geduldet und genehmigt.

    Es kann wirklich nicht war sein.Das solch ein Betrug in Deutschland legal noch seit Jahren funktioniert.Ich lese hier im internet reinweise komentare in dem sie schreiben ,wie glücklich sie sind ,dass sie die Abofalle gekündigt haben.Das bisher bezahlte Geld ist natürlich weg.Keine hat interesse dies wieder zurück zu fordern.Es ist ja nur ein kleine Betrag.Das mit dem kleinen Beträgen machen die Betrüger ganz bewust,sie machen den Geschädigten sogar leicht die Abos zu Kündigen.Damit sie nicht weiter gegen sie vorgehen.Aber man kann ganz leicht rechnen was dieser Betrüger mit minimale Aufwand verdienen.Es sind Hunderttaausender vielleicht Millionen Geschädigter auch wenn der Betrag klein ist der Gewin ist durch die Anzahl der Geschädigte enorm Gross.
    ICH FRAG MICH WO FÜR IST DIE VERBRAUCHERSCHUTZ MINISTERIUM DA.???WAS MACHT DIE GESETZGEBER...??????

    Nach oben zum Artikelanfang
  • Michael
     

    Contnet AG

    Hallo zusammen,
    der Drittanbieter Contnet AG / Haidenauplatz 5 / 81667 München / Tel.:08001004333 / Fax:08992334410.
    Firmensitz:Crownmobil D.O.O. / Trpanjska Ulica 47 / 1000 Zareb / Kroatien / Tel:08001003781 / Support@crownmobile.net
    berechnete mir monatlich 29,97€ für die Kurzwahl 84666.
    Ich weiß überhaupt nicht was das für ein Drittanbieter ist
    Ein Abo habe ich auch nicht abgeschlossen.
    Habe auch nie eine Rechnung von diesem Anbieter erhalten.
    Heute habe ich meinen Telekom Anbieter angerufen und eine Sperre für Drittanbieter einrichten lasse.
    Das Callcenter der Contnet at mit Sitz in Wien habe ich unter der 08008466600 erreicht.Dort hat mir ein Herr Batista mitgeteilt das ich auf meinen Wunsch das Abo sofort löschen lassen kann.Dass tat ich dann auch.
    Ich hoffe dass ich nie wieder von diesem Anbieter etwas in Rechnung gestellt bekomme,denn die Beträge wird man wohl nicht mehr zurück erstattet bekommen.Da sich der Firmensitz im Ausland befindet würde ein Rechtsstreit unangemessen hoch ausfallen.
    Sollte trotz allem jemand damit Erfolg gehabt haben,würde mich dass sehr interessieren.

    Nach oben zum Artikelanfang
  • Armin Lindemann
     

    Java Spiele Abo

    Ich spiele nicht auf meinem SmartPhone und habe auch nie ein ABO bestellt. Jetzt wird mir auf meiner Telefonrechnung €14,97 für ein ABO berechnet.
    Firma: freenet digital GmbH Ringtoneking Karl-Liebknecht-Straße 32 in 10178 Belin Tel.01806 999500 E-Mail info@ringtoneking.de. Die Firma ist telefonisch nicht zu erreichen und auf meine E.Mails reagiert Sie nicht.
    Ich werde jetzt Anzeige wegen Betruges stellen. Es kann doch nichtm sein das unser Staat solche Betrügerm schützt

    Nach oben zum Artikelanfang
  • michael
     

    abo falle

    heute beim schließen von yt ausversehen auf ein banner von silly guru gekommen. Spontaneous Minds Ltd.
    Dept 1272, 43 Owston Road, Carcroft,
    Doncaster DN6 8DA, England

    da callya karte waren nur 4,99€ weg.danach gleich bei vodafon angerufen und die sperre reinmachen lassen.echt eine sauerei.vodafon verdient da mit und bekommt die hälfte der kohle..

    Nach oben zum Artikelanfang
  • Abzocke/Kosten

    Smartphone mit Kettenschloss (Bild: Calado / fotolia.com)

    Smartphone-Abzocke verhindern

    In manchen Apps verstecken sich fiese Fallen, bei denen man schon mit einem einzigen versehentlichen Finger-Tipp ein Abo aktiviert. Aber man kann das sperren lassen. Wir sagen, wie.

    Weiterlesen
  • Abzocke/Kosten

    Über dem Spiel "Kater Tom" das blaue Banner mit Link zu einer anderen Seite (rechts). Bild: c't Magazin, Artikel v. 22.10.2010 (http://www.heise.de/ct/artikel/Inkasso-auf-Fingertipp-1102753.html)

    Abzocke per Smartphone

    Nur ein Fingertipp auf dem Touchscreen genügt, und schon kann man ein Abo abgeschlossen haben. Da schnappt die Kostenfalle bei iPhone und Co. noch viel schneller zu als bei "klassischer" Internetabzocke.

    Weiterlesen