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E-Books kaufen

Wie E-Books funktionieren

Wie elektronische Bücher auf den E-Reader oder aufs Tablet kommen und wie es mit dem so genannten Widerrufsrecht aussieht.

Ein gedrucktes Buch mit USB-Stecker ist an einen Laptop angeschlossen. (Bild: Calado / Fotolia.com)
Bild: Calado / Fotolia.com

Wie kommen elektronische Bücher auf den E-Reader oder aufs Tablet und wie sieht es mit dem so genannten Widerrufsrecht? Wir zeigen es euch.

Viele Bücher gibt es nicht nur gedruckt, sondern auch als E-Book. Zudem etablieren sich in Verlagen digitale Reihen, die ausschließlich papierlos sind. Gerade im Jugendbuchbereich hat sich etwas getan. Und besonders schön: Immer mehr kleinere und einfallsreiche "E-Book-only"-Verlage sind auf den Markt gekommen. Einige Verlage setzen bei E-Books auch auf andere Genre: Es erscheinen nicht nur Romane, Anthologien, Ratgeber oder Sachbücher, sondern auch Kurzformen wie Essays oder Experimentelles und Interaktives. So genannte "enhanced E-Books" bieten ein multimediales Plus: zum Beispiel Videos oder Tonmaterial.

Wer gerne auf dem Reader, Smartphone oder Tablet liest, trifft also auf ein großes Buchangebot. Auch für E-Books gilt die Preisbindung, doch im Gegensatz zu gedruckten Büchern sind im Preis 19 Prozent Mehrwertsteuer enthalten und nicht 7 Prozent. Der Europäische Gerichtshof hat im Sommer 2017 den Mitgliedsstaaten erlaubt, die Mehrwertsteuer auf den ermäßigten Satz zu reduzieren. Noch hat die Regierung den Steuersatz in Deutschland jedoch nicht gesenkt.

E-Books sind dennoch zumeist etwas günstiger als die gedruckten Exemplare – Kritiker finden sie jedoch immer noch oft zu teuer im Vergleich zu den Printtiteln, da Kosten fürs Papier, Drucken und Lagern entfallen.

Internetzugang und Shopanbindung

E-Books kann man manchmal direkt bei den Verlagen oder bei einem (Online-)Händler bestellen. Die meisten Buchhandelsketten haben Online-Shops, zudem gibt es einige reine Online-(E-)Buchplattformen.

Und wie kommen die Bücher auf den Reader? Da gibt es zwei unterschiedliche Wege. So kann man das E-Book zum einen aus dem Internet auf den Rechner ziehen. Von dort aus huscht es dann mittels eines USB-Kabels auf den Reader. Das klappt bei einigen Reader-Modellen nur über eine eigene Software, die mitgeliefert wird.

Ein anderer Weg ist es, das E-Book direkt mit dem E-Reader herunterzuladen. Das geht dann, wenn der Reader WLAN, UMTS oder Bluetooth hat – oder wenn man aufs Smartphone oder Tablet lädt. So kann man per Internet sofort auf die Online-Shops zugreifen. Viele Reader-Hersteller haben Kooperationen mit bestimmten Plattformen bzw. Buchhandelsketten.

Oft ist es aber möglich, Zugänge zu anderen Shops einzurichten oder eben per PC zu kaufen. Hier sollte man sich je nach Modell genau informieren, inwieweit man sich an bestimmte Shops bindet. Das ist auch eine Frage des Formats: Der Kindle-Reader liest ein Format, das ausschließlich Amazon anbietet, während andere Reader (beispielsweise Tolino, Kobo, Pocket Book, ...) das Epub-Format erkennen, das es auf vielen Buchplattformen gibt. Seltener findet man E-Bücher als pdf. Es gibt auch Software, mit der man die Formate umwandeln kann. Außerdem bietet Kindle auch eine Lese-App für andere Geräte an. Vor dem Kauf immer schauen, was wirklich kompatibel ist!

Kopierschutz

Die meisten Bücher der großen Verlage sind kopiergeschützt. Die Verlage setzen das sogenannte DRM (Digital Rights Management = digitale Rechteverwertung) ein. Das heißt: Man braucht ein (kostenloses) Programm, Adobe Digital Editions, um diese DRM-geschützten Bücher lesen und verwalten zu können. Man kann sie auf sechs registrierte Geräte übertragen – solange alle Geräte auf das gleiche Konto zugelassen sind. Wenn der Freund oder die Freundin beispielweise auch einen Reader hat, der aber unter einer anderen Adobe-ID autorisiert ist, klappt es nicht. Im Grunde erwirbt man nicht das E-Book, sondern ein Nutzungsrecht, das auf die Käuferin oder den Käufer beschränkt ist.

Manche Verlage verzichten bewusst auf DRM und bieten die E-Books als offenes Epub an. Einige Verlage hingegen setzen auf weichen Schutz – und verwenden zum Beispiel ein Wasserzeichen oder eine Signatur, das Kundeninfos unsichtbar in den Datensatz einbettet. Bei Missbrauch – zum Beispiel wenn ein E-Book in Tauschbörsen auftaucht – können Käuferin oder Käufer aufgespürt werden.

Die Shopbetreiber müssen in den Beschreibungen der Bücher angeben, ob ein Buch kopiergeschützt ist und auf welchen Geräten es lesbar ist.

Widerrufsrecht: E-Books zurückgeben

Wenn ich ein Papier-Buch online bestelle, dann gilt das Widerrufsrecht. Das besagt, dass ich innerhalb von 14 Tagen vom Kaufvertrag zurücktreten kann: Ich muss das Buch (in der Regel auf meine Kosten) zurückschicken und bekomme mein Geld zurück. Dieses Widerrufsrecht galt bis 2014 nicht für digitale Bücher. Prinzipiell existiert heute die Ausnahme für "digitale Inhalte" nicht mehr, das heißt: Auch E-Books können zurückgegeben werden. Doch gibt es im Gesetz eine Möglichkeit für Anbieter, dieses Rückgaberecht zu umgehen. Wenn das E-Book sofort zum Herunterladen bereitsteht, was normalerweise der Fall ist, dann kann damit das Widerrufsrecht erlöschen. Das passiert jedoch nur, wenn du zugestimmt hast, dass das E-Book sofort zur Verfügung gestellt wird. Wichtig: Der Händler muss dich informieren, dass du dadurch das Widerrufsrecht verlierst. Und du musst bestätigen, dass du das zur Kenntnis genommen hast – zum Beispiel indem du ein Hinweis-Kästchen anklickst.


Von diesem Recht machen viele Download-Anbieter Gebrauch. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn ich ein Printbuch zurücksende, ist es entweder noch eingeschweißt oder man erkennt, dass es noch ungelesen ist. Das geht bei einem E-Book, also einer schnöden Datei, nicht. So kann das Widerrufsrecht missbraucht werden: Man bestellt ein E-Book, lädt es herunter, liest es und widerruft. Oder – was natürlich nicht erlaubt ist – behält gar eine Kopie auf dem Reader zurück. Dennoch gibt es einige Anbieter, die trotz dieser Gefahr ein Widerrufsrecht auch bei digitalen Büchern anbieten.

Ein Tipp: Gerade beim E-Book-Kauf sollte man sich ganz genau die Allgemeinen Geschäftsbedingungen anschauen. Und auch im "Warenkorb" schauen, ob sich da noch ein Kasten mit weiteren Hinweisen befindet. Auch das Kleingedruckte sollte man tatsächlich lesen, bevor man ein Häkchen setzt und einkauft.


(AB)

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