Du bist hier:
• 5 Kommentar(e)
  • Diesen Artikel drucken
  • Diesen Artikel empfehlen

Der Weg zur Homepage oder zum Blog

Wer sich der Welt mitteilen will, aber nicht allein auf soziale Netzwerke bauen möchte, betreibt eine eigene Website oder einen Weblog. Hier erklären wir, was du dafür brauchst und worauf du achten solltest.

Junge Frau tippt auf einem Laptop, um sie herum Magazine und Bastelsachen. Bild: bonninturina / Fotolia
Bild: bonninturina / Fotolia

Ob man von einer Reise berichten, ein privates Hobby pflegen oder einen beruflichen Expertenstatus aufbauen möchte – Gründe für eine eigene Homepage oder einen eigenen Blog gibt es viele. Damit das Projekt aber nicht zum Reinfall oder gar zu einer teuren Falle wird, solltest du ein paar Dinge wissen.

Inhalte strukturieren

Wer über eine eigene Homepage oder ein eigenes Blog nachdenkt, sollte sich zunächst darüber bewusst werden, welche Inhalte er vermitteln und welche Besucher er damit ansprechen möchte. Im nächsten Schritt solltest du dir dann überlegen, wie sich diese Inhalte online gut darstellen lassen: Wie viele Seiten brauche ich? Wie sollen sie angeordnet sein? Wie kann also das Menü aussehen? Dabei kann es sinnvoll sein, einfach mal einen Stift und ein Stück Papier zur Hilfe nehmen.

Webpräsenz gestalten

Die Gestaltung des Web-Auftritts hängt vom Thema, der Zielgruppe und den persönlichen Vorlieben ab: Wer auf seiner Homepage zum Beispiel eigene Fotos präsentieren möchte, sollte natürlich genügend Platz für Bilder einplanen. Und wer seine Bewerbungschancen bei einem potentiellen Arbeitgeber durch ein Experten-Blog verbessern möchte, sollte auf schrille Farben vielleicht eher verzichten.

Generell gilt das Motto "Weniger ist mehr": Eine klare Struktur und kurze Texte kommen bei Nutzern gut an, Bleiwüsten und blinkende Animationen dagegen eher nicht so. Wer unsicher ist, kann sich Anregungen von anderen Seiten holen. Am besten nimmst du einfach mal Homepages oder Blogs unter die Lupe, die du selbst besonders gern besuchst.

Wenn du planst, Bilder online zu stellen, solltest du immer bedenken: Das Web vergisst nicht! Stelle also keine Bilder ein, die dir später im Leben (zum Beispiel bei der Jobsuche) Probleme bringen könnten.

Webspace organisieren

Um die Inhalte online stellen zu können, braucht man Speicherplatz, so genannten Webspace. Bei zahlreichen Anbietern bekommt man diesen kostenfrei, darunter auch verschiedene Provider. Es lohnt sich also vielleicht, beim eigenen Internet-Anbieter mal nachzufragen. Wenn du für den Webspace nicht zahlen möchtest, musst du allerdings in der Regel in Kauf nehmen, dass auf deiner Web-Präsenz Werbebanner erscheinen.

Alternativ kann man für eine einmalige Einrichtungsgebühr und eine monatliche Nutzungsgebühr bei verschiedenen Anbietern Speicherplatz kaufen, der werbefrei ist. Informiere dich genau über die Laufzeiten und Zahlungsweisen. Und auch das Thema Datenschutz ist in diesem Zusammenhang wichtig: Erkundige dich, wo die Server stehen, ob und wie die Daten verschlüsselt sind und ob du Programme auf dem eigenen Rechner installieren musst, um auf den Server zu kommen. Auch wichtig: Verträge kann man erst ab 18 selbst abschließen.

Technik auswählen

Häufig gibt es bei den verschiedenen Webspace-Anbietern auch die Möglichkeit, deine Web-Präsenz mit Hilfe von Baukasten-Systemen oder Web-Editoren zu gestalten. Dabei gilt: Die kostenlosen Angebote sind oft einfach zu bedienen und reichen für den Einstieg in vielen Fällen aus. Doch wer nichts zahlen möchte, muss sich in der Regel mit einer kleineren Auswahl angebotener Vorlagen zufrieden geben.

Wenn du für deinen Webspace zahlst, hast du häufig mehr Möglichkeiten, deinen Auftritt individuell zu gestalten. Vergleiche, welche Kosten anfallen, wie viel Speicherplatz zur Verfügung gestellt wird und wie viel Traffic inklusive ist, das heißt, welche Datenmengen die Besucher herunterladen können. Alternativ kann man die Web-Präsenz auch mithilfe von anderen kostenlosen oder kostenpflichtigen Web-Editoren oder Content-Management-Systemen gestalten. Kläre dafür aber, welches System auf dem Server des Providers funktioniert.

Domain sichern

Der Domainname sollte gut gewählt sein, denn er lässt sich nicht mehr ändern: Je besser er zum Thema der Web-Präsenz passt und je eingängiger er ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich auch Besucher kommen und bleiben. Wichtig ist auch, dass du keine Namen von fremden Personen oder Firmen verwendest. Mit etwas Glück ist die Wunschdomain noch frei, ansonsten kann man sie dem Inhaber unter Umständen auch abkaufen.

Viele Webspace-Anbieter registrieren Ihren Kunden eine Domain. Bei kostenfreien Angeboten enthält sie in der Regel neben dem selbstgewählten Namen auch den Namen des Anbieters. Übrigens: Wer eine Domain für eine private Seite registriert, ist auf denic.de mit seiner Adresse zu finden. Wer das nicht will, kann keinen eigenen Web-Auftritt betreiben – es sei denn, er lässt das eine Firma machen, die dann aber wieder Geld haben will.

Rechte wahren

Um auf der eigenen Webpräsenz nicht die Rechte anderer zu verletzten, solltest du nur selbst gemachte Fotos zeigen. Darauf dürfen aber keine Personen zu sehen sein, die gegen die Veröffentlichung sind oder nichts davon wissen. Achtung auch, wenn du Filme, Musik und Texte online stellen willst, die du nicht selbst gemacht hast: Wer nicht aufpasst, verletzt leicht die Urheberrechte anderer. Es gibt aber durchaus auch legale Möglichkeiten, Bilder zu finden, und Creative-Commons-Musik, die du nutzen kannst.

Außerdem gilt es, die so genannte Impressumspflicht zu beachten: Rechtlich ist es so, dass nach § 5 Abs. 1 TMG (Telemediengesetz) auf jeden Fall ein Impressum vorhanden sein muss, wenn man Waren oder Dienstleistungen anbietet – also z.B. wenn du deine eigenen Texte, Fotos, Videos etc. an andere verkaufst. Ein Impressum sollte deinen Namen, deine Anschrift und deine E-Mail-Adresse enthalten. Dient deine Seite oder dein Blog rein privaten Zwecken oder zeigst du ein privates Fotoalbum, brauchst du kein Impressum.

Leser finden

Der beste Weg, Leser zu finden, ist: Regelmäßig interessante Inhalte zu bieten. Über persönliche Kontakte und soziale Medien kann man auf diese Beiträge aufmerksam machen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich mit thematisch ähnlichen Web-Auftritten zu vernetzen und sich in Homepage- und Blogverzeichnisse einzutragen.

Viele Anbieter von Webspace bieten eine Suchmaschinen-Optimierung an, aber man kann die eigene Homepage oder das eigene Blog auch direkt bei den großen Suchmaschinen anmelden. Und wer das noch weiter perfektionieren möchte, findet dazu im Internet unter dem Stichwort "SEO" (das steht für "Search Engine Optimization", also Suchmaschinenoptimierung) jede Menge Anregungen.

Social Plugins

Soziale Netzwerke wie Google+, Facebook oder Twitter bieten ihren Nutzern Plugins für die eigenen Internetseiten an. Das sind Codes, die du in deine Homepage oder dein Blog einfügen kannst und die deine Besucher direkt zu deinen Accounts in den entsprechenden Netzwerken führen. Das aber ist datenschutzrechtlich problematisch. Bei jedem Aufruf deiner Seiten werden automatisch Daten der Besucher auch an jene Netzwerke gesendet, was nach deutschem Recht nicht ohne vorherige Info und Zustimmung der Nutzer zulässig ist. Willst du aber auf deine Seiten oder Profile in sozialen Netzwerken hinweisen, nutze lieber schlichte Links statt Social Plugins dafür, wie wir es hier auf checked4you auch machen.


(jd)

Wie hat dir der Artikel gefallen? Top oder Flop?

5 Kommentar(e)

  • Ann
     

    Impressum

    Gibt es denn keine andere Möglichkeit, als im Impressum meinen vollen Namen und Adresse anzugeben? Über eine Firmengründung beispielsweise? Ich möchte nur nicht, dass die ganze Welt weiss wo ich wohne..

    Nach oben zum Artikelanfang
  • checked4you
     

    Impressum

    Hallo Ann,
    natürlich kannst du eine Firma gründen, aber auch die muss dann ja einen Firmensitz haben - und das sollte nicht nur ein Briefkasten irgendwo sein. Wenn du für die Firma also ein Büro hast, kannst du das als Anschrift im Impressum eintragen.

    Viele Grüße - Hauke

    Nach oben zum Artikelanfang
  • Jen
     

    Impressumspflicht

    Hallo, tut mir leid, wenn ich jetzt fast nur nochmal wiederhole, aber die Impressumspflicht hat mich jetzt etwas schockiert.
    Es wird ständig darauf hingewiesen im Netz keine privaten Informationen anzugeben und dann muss ich aber in einem Blog meinen Namen und meine Adresse angeben?
    Mal angenommen, ich wohne alleine, auch noch als Frau und wer weiß, wer alles meinen Blog anonym besucht, dann könnte man doch nie wieder ruhig schlafen, es gibt genug Verrückte, die sich im Netz rumtreiben. Kann man nicht damit argumentieren, dass es die eigene Privatsphäre und vielleicht sogar Sicherheit gefährdet?

    Wie sieht es bei den “Youtubern“ aus? Die führen ja nichts anderes als einen Videoblog, keiner gibt dort aber seine Adresse an, im Gegenteil, es wird sogar darauf geachtet, diese möglichst geheim zu halten (mit z.b. externem Postfach). Gilt hier dann wieder ein anderes Recht.

    P.S.: Ich plane gerade einen Blog für Bücher- und Videokritiken, falls das beim Antworten hilft. Ich finde, jede Art eines Blogs spiegelt einen ein Stück wieder und ist daher “persönlich“. Wenn Leser meines Blogs anonym bleiben dürfen, müsste ich das doch auch?

    Vielen Dank schon Mal :)

    Nach oben zum Artikelanfang
  • Jen
     

    Ergänzung

    Meine Frage klingt jetzt etwas rhetorisch, da ihr natürlich nichts an der Impressumspflicht ändern könnt.
    Ich würde gerne wissen, ob es rechtlich Bestand hat, wenn ich im Impressum keine persönlichen Daten angebe, weil ich dadurch meine Privatsphäre etc. als gefährdet empfinde?

    Wenn ich meine Website über einen Anbieter z.b. Jimdo erstelle (bei der ich mich mit Namen etc. angemeldet habe), fällt das Impressum dann weg?

    Nach oben zum Artikelanfang
  • checked4you
     

    Re: Impressumspflicht

    Hallo Jen, ob bei dir die Voraussetzungen für die Impressumpflicht vorliegen, ist schwer so aus der Luft heraus zu beantworten. Rechtlich ist es so, dass nach § 5 Abs.1 TMG derjenige unter die Impressumpflicht fällt, wer Telemedien gegen ein Entgelt anbietet. Dies sind z.B. die Anbieter von Webseiten. Telemedien, die ohne den Aspekt einer Wirtschaftstätigkeit bereitgehalten werden, unterliegen nicht den Informationspflichten des TMG so z.B. die privaten Zwecken dienende Homepage oder private Fotoalben.
    Werden dagegen Waren oder Dienstleistungen angepriesen, so dass die Website wie ein Einstiegsmedium für die Kundengewinnung ist, löst dies die Impressumspflicht aus. Schon alleine aus der Präsentation eines Unternehmens geht ein Werbeeffekt aus, dem wirtschaftliche Relevanz zukommt.

    Nach oben zum Artikelanfang