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Die Flüssigkeit zählt...

Sport- und Energydrinks

"Hypotone" oder "isotone" Getränke gibt’s ohne Ende auf dem Markt. Billig sind die meistens nicht gerade. Gibt es vielleicht auch Alternativen, um sich nach dem Joggen wieder fit zu fühlen? Oh ja!

Collage aus einer Getränkeflasche und Sportgerät (Bild: djama / fotolia.com)
Bild: djama / fotolia.com

Durst nach dem Sport? Schlapp? Und nun? Erstmal ein Super-Hypo-Iso-Getränk oder so? Kann man machen, schadet in Maßen normalerweise nicht: Im Fachchinesisch wären das dann "hypotone" oder "isotone" Getränke. Der Witz dabei ist nur: Einfaches Mineralwasser oder solches, in das ihr noch etwas Apfelsaft reinkippt (die berühmte Schorle), tut’s genauso! Die Flüssigkeit als solche ist nämlich das Wichtigste - mit Mineralien (Mineralwasser) und Traubenzucker (Obstsaft) dabei geht’s noch besser. In den "Sportdrinks" oder "Isodrinks" ist in der Regel auch nichts Besseres drin - oder anders herum: Solange das Mischungsverhältnis stimmt, ist eine Apfelsaftschorle genauso "isoton", es steht halt nur nicht drauf. Ideal: 1 Teil Saft, 3 Teile Mineralwasser. Reiner Saft hat zwar Mineralien und Vitamine (was auch viel wert ist), funktioniert zum Flüssigkeitsausgleich aber nicht so gut: Der ist nämlich "hyperton"...


Na super, gleich drei so Begriffe, die kein Mensch auseinanderhalten kann. Und jetzt geben wir uns mal etwas Sendung-mit-der-Maus-mäßig und zeigen, was abgeht:


(sanfte, verständnisvolle Erzählerstimme on)

Im Blut findet man jede Menge Teilchen (Mineralien, Traubenzucker) in gelöster Form. Bei Getränken im Prinzip das Gleiche: Je nach Getränk sind unterschiedlich viele solcher gelösten Teilchen drin, bei reinem Fruchtsaft z.B. eine ganze Menge. Der Körper kann Flüssigkeit dann gut aufnehmen, wenn ein Getränk weniger oder höchstens gleich viele dieser gelösten Teilchen als das Blut enthält - sind mehr im Getränk als im Blut, muss der Körper nämlich zusätzliche Flüssigkeit "organisieren", um das Ganze zu verdünnen und schließlich verarbeiten zu können - die fehlt ihm dann, und das macht überhaupt nicht fit...

(sanfte, verständnisvolle Erzählerstimme off)


O.k.? Bisschen salopp gesagt: Je dichter die Brühe ist, die ihr trinkt, desto eher müsst ihr hinterher selber Flüssigkeit reinstecken. Das bedeutet für die Getränkebar:


Hypotone Getränke

Grafik zu hypotonen Getränken

(z. B. Mineralwasser oder Leitungswasser): Hier hat das Getränk weniger Teilchen als das Blut. Die Flüssigkeitsaufnahme geht da ab wie ein Zäpfchen: Kein Problem, kein Durst mehr.



Isotone Getränke

Grafik zu isotonen Getränken

(z.B. Saftschorle): Unentschieden - die Konzentration ist gleich. Das klappt auch ganz gut, der Körper zieht sich die Flüssigkeit immer noch problemlos rein.



Hypertone Getränke

Grafik zu hypertonen Getränken

(z.B. reiner Fruchtsaft): Das Getränk hat mehr Teilchen als das Blut - und jetzt braucht der Körper zum Verarbeiten eigene Flüssigkeit. Man wird deswegen vielleicht nicht noch durstiger, aber so ein richtiger Löscher ist was anderes.

Naja, jene Trendgetränke wollen natürlich vermitteln, dass es ohne sie nicht geht, nur gibt es dazu gar keine wissenschaftlichen Argumente. Für schlichtes Wasser oder eben Schorle spricht ein handfestes Argument: Bei ca. 0,40 Euro für ‘nen Liter durchschnittliche, selbstgemixte Schorle und bis zu 5 Euro für einen Liter Trendbrühe könnte man sich das durchaus noch mal überlegen.

Und was das Wachbleiben angeht: Bei "Energydrinks" und ähnlichen Vertretern geht es gar nicht um den Flüssigkeitshaushalt oder um Fitness, sondern nur ums Aufputschen. Dabei ist der "Leistungs- und Konzentrationssteigerer" meistens nur schlichtes Coffein (andere exotisch klingende Zutaten sind u.a. schon mal Taurin, Inosit oder L-Carnithin) - da kann man sich auch einen Espresso machen oder ‘ne Cola trinken. Was dann aber wieder an eurem Wasserhaushalt zehrt, denn das Coffein schickt euch ein paar mal häufiger aufs Klo als sonst...


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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