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Wann ist Strom grün?

Erneuerbare Energien

"Atomkraft - nein danke" - dieser Aufkleber prangte in den 80er Jahren auf vielen Schultaschen. Seit der Katastrophe in Japan erlebt er ein Revival. Doch welche Alternativen hat man in Sachen Strom? Was ist "grüner Strom" überhaupt?

Windräder auf einem Hügel (Bild: sxc.hu / saavem)
Bild: sxc.hu / saavemSymbol für die Energiewende und erneuerbare Energien, manchen aber auch ein Dorn im Auge: Windkrafträder.

Der Begriff "Ökostrom" ist nicht geschützt. Grundsätzlich bezeichnet er Strom, der nicht in Atomkraftwerken oder aus fossilen Brennstoffen wie Kohle gewonnen wird, sondern aus erneuerbaren Energien stammt. "Grüner Strom" wird im Energiemix immer wichtiger.


Stichwort: Erneuerbare Energien

Während beispielsweise die Vorräte an Öl oder Gas irgendwann einfach weg sind, verbrauchen sich die erneuerbaren Energien nicht. Daher heißen sie auch "regenerativ", also "sich wiederherstellend". Sonne, Wind oder Wasserkraft sind zum Beispiel solche Energiequellen, die nicht versiegen.


Viele haben sicher schon mal auf Hausdächern eine Art Fenster gesehen: Das sind Sonnenkollektoren, die die Strahlung umwandeln: je nach Technik entweder in Strom oder in Wärme. Es gibt auch ganze Solarkraftwerke, die als Anlagen auf großen Feldern zusammengestellt große Mengen Strom produzieren können. Windkraftanlagen sieht man naturgemäß vor allem dort, wo ein Lüftchen bläst - also besonders häufig an der Küste. Der Wind pustet auf einen Propeller - den so genannten Rotor. Durch das Drehen entsteht Energie, die über einen Generator genutzt und in Strom umgewandelt. werden kann. Weniger vom aktuellen Wettergeschehen abhängig ist die Wasserkraftnutzung - die Technik ist seit Jahrzehnten ausgereift. Auch Biomasse zählt zu den nachwachsenden Rohstoffen, aus denen Energie gewonnen werden kann. Beispielsweise Brennholz. Doch wenn großflächig Holz z.B. in Form von Monokulturen angebaut und gerodet wird, um Strom zu gewinnen, trägt die Umwelt Spuren davon. Monokulturen sind große Felder mit nur einer Pflanzenart.


Und dann ist da noch die Kraft-Wärme-Kopplung, durch die der Brennstoff optimal ausgenutzt wird. Moderne Anlagen arbeiten sowohl mit herkömmlichen als auch mit erneuerbaren Energiequellen: also zum Beispiel mit Erd- oder Biogas, Biomasse, Erdwärme und Abfällen. Die Technik ist ein Alleskönner: Sie produziert gleichzeitig Wärme und Strom. Es entweicht also kaum Abwärme, weil diese fürs Heizen eingefangen und genutzt werden kann.


Zahlen und Daten

Bisher machen erneuerbare Energie rund 30 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland aus. Obwohl man meistens sofort an die Sonne als Stromlieferant denkt, deckt sie nur etwa knapp sechs Prozent des Stromverbrauchs. Weiter verbreitet ist Strom aus Windenergie mit mehr als 13 Prozent, gefolgt von Biomasse mit 7,7 Prozent. Bis zum Jahr 2025 soll der Anteil erneuerbarer Energien auf 45 Prozent gesteigert werden.


Grafik zum Strommix in Deutschland 2015
Bild: www.unendlich-viel-energie.de


Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Wie schon gesagt: Ökostrom ist leider kein geschützter Begriff. Daher ist auch nicht überall Öko drin, wo Öko draufsteht. Einige Labels sollen garantieren, dass der Strom tatsächlich grün ist: so zum Beispiel das "ok-Power-Label" oder das "Grüner Strom Label" oder Stromangebote, die unter "EcoTopTen" gelistet sind.


Mit dem Wechsel zu einem dieser Öko-Stromangebote können Familien ein bewusstes Zeichen setzen gegen Atomkraftwerke und für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Ganz unumstritten sind Lösungen mit erneuerbaren Energien aber auch nicht: So haben Naturschützer z. B. hinsichtlich Wasserkraftnutzung Bedenken, weil die Anlagen die natürlichen Gewässer einschränken. Ähnliche Konflikte gibt es beispielsweise auch bei der Aufstellung von Windkrafträdern. Insofern bleibt es immer noch das Beste, Strom gar nicht erst zu verbrauchen. Fazit: Wer auf grünen Strom setzt und gleichzeitig Energie spart, macht besonders viel für die Umwelt.


(AB)



Wer Fragen zu solchen Themen hat, kann die auch beim "Energielotsen" der Verbraucherzentrale NRW loswerden und bekommt schnell und unkompliziert Auskunft!

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