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Tunfisch-Fang

Jagd auf Flipper

Pizza Tonno oder ein Tuna-Sandwich auf die Hand? Lecker, lecker, aber wenn man Pech hat, mussten dafür Delfine sterben.

Zwei Delfine (Bild: Aleksandr Lesik / fotolia.com)
Bild: Aleksandr Lesik / fotolia.com

Bei den "Simpsons" gibt es eine Folge, in der Marge ihrem Homer eine Dose Tunfisch empfiehlt, weil sie gehört hat, dass Fisch gut fürs Hirn sei. "Bestimmt wegen der vielen Delfine, die da drin sind, die sind doch so intelligent", vermutet sie. Bitterer Scherz, aber da ist leider immer noch einiges dran - nur schlauer macht es sicher nicht.


Beim Fang der großen Tunfische werden nämlich häufig auch Delfine mit gejagt und mit Netzen umkreist, teilweise werden sogar kilometerlange Treibnetze eingesetzt. Zwar sind Treibnetze weltweit verboten, weil sie unterschiedslos alles einsacken, was im Wasser schwimmt - so werden neben Tunfischen auch Delfine, Wale, Haie, Robben, Schildkröten und Seevögel gefangen und getötet. Aber illegale "Piratenfischer" scheren sich nicht um das Verbot und verwenden Treibnetze gerade beim Tunfischfang.


offene Dose Tunfisch mit Siegel "delfinfreundlich"

Und was ist mit den schönen Aufklebern und Gütesiegeln "delfinfreundlich", die man z. B. auf den Tunfischdosen findet? Denen kann man leider fast allen nicht trauen, weil es kein einheitliches oder geschütztes Zeichen gibt. Es kann also jeder ein Logo mit einem lachenden Delfin erfinden und es auf seine Tunfischprodukte pappen.


Siegel "safe" (Bild: GRD, http://www.delphinschutz.org/projekte/safe-delfinsicherer-thunfisch)
Bild: GRD

Aber trotzdem gibt es eine Möglichkeit, Tunfisch zu essen, ohne dass es Flipper an den Kragen geht. Die Gesellschaft zur Rettung der Delfine e.V. setzt sich dafür ein, dass deutsche Importeure den delfingefährdenden Fangmethoden wie Treib- und Ringwadennetzen entgegenwirken, indem sie nur von Fischern kaufen, die sich vom internationalen Tunfisch-Kontrollprogramm "SAFE" des amerikanischen Earth Island Institues (EII) überwachen lassen. Da mit Treibnetzen gefangener Tunfisch z.B. gut an typischen Verletzungen durch die feinen Nylonmaschen des Netzes erkennbar ist, sind die Zufallskontrollen des EII relativ zuverlässig. Nur Firmen, die an diesem Kontrollprogramm beteiligt sind, dürfen das Logo "SAFE" nutzen. Dieses ist das einzige vertrauenswürdige Zeichen für delfinsicher gefangenen Tunfisch.


Welche Tunfischprodukte in deutschen Supermärkten also wirklich "delfinfreundlich" sind, könnt Ihr auf der Internetseite der Gesellschaft zur Rettung der Delfine sehen. Dort findet man nämlich eine Liste mit Tunfischherstellern und -importeuren, die laut Aussage der website-Betreiber auch regelmäßig aktualisiert wird.



Tunfisch auch gefährdet

Delfinfreundlicher Fang ist jedoch nur ein Aspekt, der beim Einkauf von Tunfisch zu bedenken ist. Ein anderes kritisches Thema ist die Überfischung: Die Tunfischbestände sind in den vergangen Jahren weltweit dramatisch geschrumpft. Einige Tunfischarten sind so gefährdet, dass Umweltverbände ganz davon abraten, diese zu essen.

Worauf beim nachhaltigen Einkauf von Tunfisch zu achten ist, könnt Ihr u. a. beim WWF nachlesen.


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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