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Gute Finanzierungsquelle

Wann bekommt man BAföG?

Bares dank BAföG: Ausgeschrieben heißt es Bundesausbildungsförderungsgesetz und soll helfen, dass nicht nur Kinder reicher Eltern studieren können. Und das schon seit 45 Jahren.

Bafoeg-Antrag mit Brille und Taschenrechner (Bild: FM2 / fotolia.com)
Bild: FM2 / fotolia.com

Die letzte BAföG-Reform ist von 2014. Darin enthalten war auch eine Erhöhung, die viele als längst überfällig angehen haben. Die Reform trat zum Wintersemester 2016/17 in Kraft – damals mussten die Studierenden sechs Jahre auf eine Erhöhung warten. Zu lange, wie auch das Deutsche Studentenwerk (DSW) fand.

Da die Zahl der BAföG-Empfängerinnen und –Empfänger im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent gesunken ist und nur noch rund ein Fünftel aller Studierenden die Förderung bekommen, rufen viele nach einer erneuten Reform. Sie fordern eine regelmäßige Erhöhung der BAföG-Leistungen und eine kontinuierliche Anpassung der Förderbedingungen.


Derzeitige Grundlage ist das 25. BAföG-Änderungsgesetz. Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks Achim Meyer auf der Heyde meint: „Der Handlungsdruck beim BAföG ist groß.“ Die letzte Erhöhung sei zu spät gekommen und zu niedrig ausgefallen.


Studium soll nicht an finanziellen Möglichkeiten scheitern

Denn das Ziel von BAföG ist: Ein Studium soll nicht am Geld scheitern. Reichen die finanziellen Möglichkeiten der Eltern nicht, springt der Staat mit einer monatlichen Förderung ein. Studi-BAföG ist zur Hälfte "geschenktes Geld": Das heißt, die eine Hälfte ist ein staatlicher Zuschuss, die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen. Doch es gibt Studierende, die gar nicht erst den Antrag stellen – aus Angst, sich zu verschulden. Dabei ist das Darlehen zinslos und gedeckelt.


Andere wiederum bekommen gar kein BAföG und müssen jobben. Hier müssen, so die Forderungen, die Elternfreibeträge stärker angepasst werden.


Ein Großteil der BAFöG-Empfängerinnen und -Empfänger sagt, so die Ergebnisse der 21. Sozialerhebung: "Ohne BAföG könnte ich nicht studieren." BAföG ist und bleibt eine Finanzierungsquelle, die Studierende – wenn möglich – anzapfen sollten (daneben gibt es übrigens auch das Schüler-BAföG). Auch kleine Beträge können helfen, das Studium finanziell zu meistern.

Für diejenigen, für die BAföG bisher ein Fremdwort war, klären wir hier die entscheidenden Punkte – inklusive der wichtigen Änderungen.



Wer hat Anspruch auf Studierenden-BAföG?

Antragsteller dürfen derzeit bis auf Ausnahmen nicht älter als 30 Jahre sein. Wer jedoch einen Master aufsattelt (das ist ein weiterführender Abschluss nach dem Bachelor), der darf bis zu 35 Jahren alt sein. Ausschlaggebend ist dabei das Alter bei Aufnahme des Studiums: Wer rechtzeitig beginnt, wird auch dann weiter gefördert, wenn er während der Ausbildung die Altersgrenze überschreitet.


Weiterhin müssen Studierende "ihre Eignung" nachweisen. Im Klartext: Für ein Bummelstudium gibt's keine Kohle – es werden "Eignungsnachweise" verlangt, zum Beispiel bestimmte Prüfungen. Wer einen Bachelor-Studiengang belegt, der muss die übliche Zahl der Leistungspunkte nachweisen. Wird die Regelstudienzeit überschritten, ist zumeist Schluss mit lustigen Zahlungen. Erfüllt man diese Rahmenbedingungen, kommt es in der Regel auf das eigene Einkommen und das Einkommen der Eltern an.

Das Gute: Auslandsstudien sind möglich. Häufig können Studis mit dem Auslands-BAföG ein komplettes Studium in der Europäischen Union oder in der Schweiz absolvieren. Ein Auslandsjahr ist auch weltweit mit BAföG-Unterstützung drin.


Wie viel BAföG gibt's?

Grundsätzlich soll BAföG die Lücke schließen, die sich zwischen der Geldbörse der Eltern (bei Verheirateten auch des Ehepartners oder des eingetragenen Lebenspartners) und dem, so das Bürokratendeutsch, "Bedarf" ergibt. Dieser Bedarf ist unabhängig vom konkreten Fall – vielmehr wurde ein "abstrakter Bedarf" als Pauschalbetrag ermittelt. Die Höchstfördersätze liegen zurzeit bei Studis im Hotel Mama bei 451 Euro, bei jenen, die ausgezogen sind, bei 649 Euro. Wer nicht in der Familienversicherung ist, bekommt auch noch einen Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung.

Je nachdem, wie viel die Eltern verdienen, kann man mit dem Förderungs-Höchstsatz oder eben mit weniger (bzw. auch gar nichts) rechnen – das wird individuell festgestellt. Das Einkommen der Eltern wird nicht voll angerechnet – es werden verschiedene Pauschal- und Freibeträge (für die Eltern, eventuell für Geschwister) abgezogen. Diese Sätze haben sich erhöht.


Auch Einkommen und Vermögen des Studierenden zählen mit! Bis zu 450 Euro dürfen Studis im Monat hinzu verdienen, ohne dass die BAföG-Leistungen gekürzt werden – was darüber hinausgeht, wird angerechnet. Somit ist ein klassischer „Minijob“ möglich. Gespartes müssen Studenten bis auf einen Sockel ebenfalls zur Studienfinanzierung einsetzen – dieser Vermögensfreibetrag ist auf 7.500 Euro angehoben worden. Bei Studierenden mit Kindern erhöht sich dieser Betrag.



Unter www.studentenwerke.de gibt's Links zu verschiedenen BAföG-Rechenmaschinen.


Wie läuft die Rückzahlung?

Das Gute: Die BAföG-Schulden sind auf maximal 10.000 Euro begrenzt, selbst wenn man eigentlich mehr zurückzahlen müsste. Erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer klopft der Bund an und möchte die ersten BAföG-Rückzahlungen sehen, und das auch nur, wenn der Ex-Student zu dem Zeitpunkt mehr als 1.070 Euro monatlich verdient. Die Tilgung des zinslosen Darlehens erfolgt in Mindestraten von 105 Euro, längstens 20 Jahre lang. Wer seine BAFöG-Schulden ganz oder teilweise vor Fälligkeit tilgt, bekommt eine Minderung.


Wo stelle ich einen Antrag?

Die Anlaufstelle ist das Amt für Ausbildungsförderung am Hochschulort – in der Regel ist das Studentenwerk der Hochschule zuständig. Dort erhält man die amtlichen Antragsformulare. Mittlerweile kann man den Antrag auch im Netz stellen.


Da es bekanntlich keine Regel ohne Ausnahmen gibt, sollte man sich bei allen Unklarheiten in jedem Fall informieren. Und das frühzeitig: Gezahlt wird erst ab Antragstellung – rückwirkend gibt's nichts! Unentbehrlich sind ausführliche Beratungen auch bei Schwangerschaft oder beim Studium mit Kind (hier gibt es nämlich einen Kinderbetreuungszuschuss), als Studierender mit Behinderung, beim Fachwechsel oder beim Studium im Ausland.


Zwischen Bachelor und Master

Wer einen Bachelor macht, hat früher nur bis zur letzten Prüfung Geld bekommen. Das hat sich geändert: Zahlungen gibt es nun, bis man das Abschlusszeugnis in der Hand hält. Somit gibt es keine finanzielle Lücke mehr, wenn man direkt nach dem Bachelor ein Masterstudium aufnimmt. Ab der vorläufigen Zulassung zum Masterstudium läuft das BAföG weiter.


Deutschlandstipendium

Schon seit 2011 gibt es an vielen staatlichen Hochschulen das Deutschlandstipendium. 2017 haben sich 304 Hochschulen beteiligt. Davon können auch BAföG-Empfängerinnen und -empfänger profitieren. Besonders begabte Studierende, die BAföG bekommen, können zusätzlich unterstützt werden – unabhängig vom Einkommen. Das Geld wird nicht aufs BAföG angerechnet.




(AB)

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1 Kommentar(e)

  • Katja
     

    Bafög Erhöhung

    Einen interessanten Artikel zur Bafög Erhöhung gibt es auch auf http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-12/32345149-bafoeg-wird-erhoeht-aber-erst-in-knapp-zwei-jahren-016.htm
    Die Erhöhung ist schon lange überfällig, schade nur, dass man jetzt trotz einer Entscheidung so lange darauf warten muss.

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