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Hitliste in Sachen Umweltschutz

Getränke: Welche Packungen sind "öko"?

Unterwegs Durst, schnell eine Dose Cola gekauft, weggeschlürft, weggeschmissen. Dass das nicht gerade umweltschonend ist, weiß jeder. Doch welche Getränkeverpackungen sind denn "öko"?

Gestapelte Getränkekisten (Bild: Ursula Deja / fotolia.com)
Bild: Ursula Deja / fotolia.com

Um zu beurteilen, welche Verpackung für die Umwelt am verträglichsten ist, gibt es Ökobilanzen. Die berücksichtigen nicht nur den Umweltfaktor bei der Müllentsorgung, sondern nehmen auch andere Punkte unter die Lupe: beispielsweise den Rohstoffverbrauch, die Herstellung, eine mögliche Reinigung und den Transport. Und die Auswirkungen auf unser Klima. Es gibt eine klare Hitliste in Sachen Getränkeverpackung und Umweltschutz. Wir präsentieren die Tops und die Flops...


1. Mehrweg ist besser als Einweg.

"Mehrwegflaschen aus der Region sollten die erste Wahl sein", sagt Friederike Farsen, Umwelt-Referentin der Verbraucherzentrale. Die Nase vorn hat in einigen Studien die PET-Mehrwegflasche - vor allem in der 1,5 Liter-Version. Sie verbraucht weniger Energie bei der Produktion und vor allem beim Transport. Also vereinfacht: PET-Mehrweg vor Glas-Mehrweg. Kurioserweise gibt es immer weniger Mehrwegflaschen: Im Jahr 1991 waren es knapp 72 Prozent - 2013 nur noch knapp über 40 Prozent. Bei Mineralwasser hat sich der Anteil sogar mehr als halbiert: von über 90 Prozent auf unter 41 Prozent in 2013, so die offiziellen Zahlen. Schätzungen gehen davon aus, dass der Anteil inzwischen nur noch bei 35 Prozent liegt. Mehrwegflaschen erkennt man an dem Blauen Engel, an dem Mehrweg-Siegel oder dem Aufdruck "Leihflasche", "Mehrweg" oder "Mehrwegflasche". Am allerbesten sind Mehrflaschen aus der Region: Die haben nicht so eine weite Reise hinter sich, was Sprit spart und den CO2-Ausstoß senkt.


Logos Blauer Engel und Mehrweg

Mehrwegflaschen kann man sicher daran erkennen, dass auf die Flaschen 8 oder 15 Cent Pfand erhoben werden. Außerdem tragen einige Mehrwegflaschen auch das Blauer Engel Symbol oder das runde Mehrweg Zeichen. Diese Siegel sind aber nicht auf allen Mehrwegflaschen.


Übrigens: Beim Mineralwasser kriegt man schnell im Internet raus, welcher Brunnen in der Nähe Wasser abfüllt.


2. Getränkekartons sind besser als Einwegflaschen und Dosen.

Wenn es schon die Eintagsfliege sein muss, dann sollte man besser zum Getränkekarton greifen - bekannt auch von der Milch. Die Kartons stuft das Bundesumweltministerium als "ökologisch verträglich" ein. Deshalb zahlt man auch kein Pfand. Ebenso sind die Getränkeschläuche o.k., die es allerdings nur recht selten gibt. Diese Verpackungen sind leicht, lassen sich gut stapeln und sind platzsparend, was gut für den Transport ist. Außerdem ist die Recycling-Quote inzwischen recht hoch. Das gilt natürlich nur dann, wenn die Verpackungen in die gelbe Tonne oder den gelben Sack wandern und nicht im Abfallkorb an der Straße landen.


3. Einwegflaschen bleiben Einweg, auch im Mehrwegkasten.

Logo Einweg

Viele Einweg-Kunststofflaschen haben zwar ökologisch aufgeholt: Das Einwegpfand sorgt dafür, dass sie nicht einfach im Müll landen, sondern recycelt werden. Aber trotzdem haben die Mehrwegsysteme die Nase vorn, vor allem die Mehrweg-Kunststoffflaschen sind ökologisch nicht zu toppen.


Einwegflaschen und Dosen müssen immer das Einwegpfandsymbol tragen. Außerdem werden darauf immer 25 Cent Pfand erhoben. Man kann sie also eigentlich leicht von den besseren Mehrwegflaschen unterscheiden.


Aufgepasst: Mineralwasser in Einweg-Kunststofflaschen gibt es in Mehrwegkästen! Darauf sind schon viele Verbraucherinnen und Verbraucher reingefallen, die eigentlich Mehrwegflaschen haben wollten: Weil sie für Kasten und Flaschen Pfand zahlen, denken viele, Mehrweg eingekauft zu haben. Mit Mehrweg hat das aber nichts zu tun! Einweg bleibt Einweg.


4. Dosen und Einweg-Glasflaschen sind Schlusslichter.

Auch wenn die Dosen-Industrie uns immer vom Gegenteil überzeugen will: "Die Dosen sind neben den Einweg-Glasflaschen die umweltunverträglichste Variante", so Friederike Farsen. Die Kombi aus Weißblech und Aluminium ist kein Umwelt-Highlight. Trotz Dosen-Pfand führt die Dose ein fröhliches Leben. Vor allem auf Großveranstaltungen, die wegen der Verletzungsgefahr glasfrei bleiben sollen, ist die Dose oft die Verpackung Nummer 1. Doch auf etlichen Festivals setzt man inzwischen auf spülbare Plastik-Becher mit Pfand - das ist eine echte Alternative.


Einweg-Glasflaschen lassen sich zwar prima recyceln, wenn sie in den Container geworfen werden. Und bei der Neuproduktion von Glas sparen sie viel Energie ein. Trotzdem ist die Herstellung mit vergleichsweise großen Umweltbelastungen verbunden. Denn auch der Transport der schweren Flasche geht zu Lasten der Umwelt. Deshalb gehört die Glas-Einwegflasche ebenfalls zu den Schlusslichtern unter den Verpackungen für Getränke. Wer hätte das gedacht?



Ach ja: Wer gerne stilles Mineralwasser trinkt, kann's zumindest zuhause mal völlig flaschenfrei probieren - nämlich direkt aus dem Hahn. Da fällt gar kein Müll an und es ist rund 100mal billiger als das Wasser vom Supermarkt zu kaufen!


(AB)

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1 Kommentar(e)

  • Sarina
     

    Mehrweg fürs Klima

    Ich finde den Artikel sehr gelungen und habe im Studium auch selber ein Projekt zu dem Thema Mehrweg und Einweg durchgeführt. Es ist erschreckend, wie viele Verbraucher nicht in der Lage sind die zwei Systeme richtig zu unterscheiden. Jeder sollte wissen, wie man die Flaschen richtig unterscheidet, und vor allem auch, dass Mehrweg eindeutig die bessere und umweltschonendere Alternative, da ist es fast gleich ob Glas oder PET, ist.

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