Du bist hier:
• 1 Kommentar(e)
  • Diesen Artikel drucken
  • Diesen Artikel empfehlen

Mobilfunk-Boom als Umwelt-Problem

Handys bedrohen Gorillas

Rund 1,4 Milliarden Smartphones werden jährlich weltweit verkauft. Weil immer wieder neue Handys angesagt sind, werden die alten weggeworfen – und das führt zu wachsenden Umweltproblemen.

Gorilla im Urwald (Bild: sxc.hu / prototype7)
Bild: sxc.hu / prototype7

Unter anderem im Kongo. Was viele nämlich nicht wissen: Das Erz Coltan, das für die Herstellung der kleinen Bauteile in den Handys entscheidend ist, wird fast nur im Kongo abgebaut. Um da ran zu kommen, zerstört man immer mehr Regenwald. Das ist aber nun mal der Lebensraum der dort Lebenden Gorillas... Und auch die Menschen dort haben kaum etwas davon, denn reich werden dadurch nur Firmen aus ohnehin schon reichen Ländern. Es ist also mal wieder das alte Spiel: Die Industrie wächst, wir haben die neuesten Smartphones, und gleichzeitig geht dadurch die Umwelt den Bach runter. Eine etwas vereinfachende Gleichung, die aber leider nur allzu oft stimmt. Auf ein Handy zu verzichten oder den Kopf in den Sand zu stecken ist gar nicht nötig. Wichtig ist nur, was man mit seinem Handy macht.

  • Darf's ein Neues sein? Klar ein Smartphone ist schon ein edles Teil, doch braucht man wirklich die Funktionen, die ein ganz neues hat oder reicht vielleicht auch ein Gebrauchtes? Das ist erheblich billiger und schont obendrein die Umwelt. Alle Klassiker kann man auch auf den älteren Smartphones spielen, und auch viele Messenger funktionieren damit. Pauschal gesagt rettet jeder Tag, den ihr euer altes Handy länger nutzt, ein Stückchen Erde.
  • Ein neues gekauft oder besser gebraucht ersteigert? Wohin dann mit dem alten? Solange das Handy noch funktioniert, sollte es weiter benutzt werden. Wer Geld braucht, kann durch Gebraucht-Verkauf noch ein paar Euro damit verdienen oder verschenkt es großmütig an kleine Geschwister, die sich vielleicht kein Neues leisten können.
  • Die Mülltonne für kaputte Handys ist bequem, aber nicht der richtige Ort – egal, wie kaputt das Ding ist. In einem alten Handy sind immer noch Metalle, die man durch Recycling wieder gewinnen kann. Sogar wertvolles Gold (schau mal die Kontaktflächen vom Handyakku an)! Pro Handy sind die Mengen viel zu gering, um damit Geld zu verdienen, aber da statistisch jeder Bürger ein altes Handy in der Schublade liegen hat, kommen so Metalle für über 100 Millionen Euro zusammen. Recycling lohnt sich dabei doppelt: Zum einen brauchen dann keine neuen Metalle aus der Erde geholt werden, und die Arbeiter und die Umwelt vor Ort werden geschützt. Zum Anderen kann man mit dem Edelmetallgewinn Gutes tun.

Zoos und Umweltorganisationen machen sich für Handy-Recycling-Programme stark. Für jedes gespendete Handy bekommen sie einen Betrag zwischen etwa 50 Cent und 2 Euro gutgeschrieben die sie für den Tier- und Umweltschutz nutzen können. Es lohnt sich also, mal im Zoo nach einer Sammelbox Ausschau zu halten oder die lokalen Umweltschützer zu fragen.

Wem all das zu kompliziert ist, der kann beim nächsten Besuch in der Stadt das alte Handy einpacken und in einem der vielen Handyshops abgeben. Die nehmen alle alte Handys entgegen. Allerdings meist ohne Spende für die Umwelt. Ist aber auf jeden Fall besser als einfach in den Müll schmeißen!


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

Wie hat dir der Artikel gefallen? Top oder Flop?

1 Kommentar(e)