Du bist hier:
  • Diesen Artikel drucken
  • Diesen Artikel empfehlen

Urheberrechtliches

Kinox.to-Streaming-Nutzer: Keine Panik

Die Polizei hat derzeit die Betreiber des Portas kinox.to im Visier - da fragen sich Nutzer, ob es bei ihnen auch bald klingelt. Wir sagen, warum sie sich keine großen Sorgen machen müssen.

Collage zum Filmen und Videos aus dem Internet (Bild: Female photographer / fotolia.com)
Bild: Female photographer / fotolia.com

Eine Strafanzeige ist zunächst mal sowieso nicht zu erwarten: Streaming an sich ist nicht illegal. Wer die Filmdateien nicht bei sich speichert oder gar wieder an andere weitergibt, dürfte daher nichts zu befürchten haben, weil ganz einfach keine Straftat vorliegt.


Was in manchen Fällen ins Haus flattern könnte, ist eine Abmahnung, in der Schadenersatz und Anwaltsgebühren gefordert werden. Doch auch solche Abmahnungen müssen noch lange nicht berechtigt sein, denn hier geht es nicht um filesharing, bei dem man oftmals auch gleich wieder Dateien anbietet: „Durch das bloße Streamen von Inhalten werden keine Urheberrechte verletzt. Wir halten solche Abmahnungen daher für rechtlich angreifbar“, so Corinna Reisewitz, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW.


Abmahnung nicht wegwerfen

Auf jeden Fall aber muss man sich mit einer solchen Abmahnung auseinandersetzen, falls man sie bekommt – also nicht einfach Ablage P und Deckel drauf! Heißt: Betroffene sollten einen Anwalt konsultieren oder sich an die Beratung zum Urheberrecht der Verbraucherzentrale wenden. Dann kann man sich gezielt wehren und eventuelle Zahlungen oder gar Klagen verhindern.



Was ist eine „Abmahnung“?

Eine Abmahnung ist die juristische Form dafür, jemanden dazu aufzufordern, etwas zu unterlassen. Der Sinn ist, Angelegenheiten bzw. Streitigkeiten zu klären, ohne dass die Sache vor Gericht kommen muss. Für gewöhnlich geht es darum, dass etwas als Rechtsverletzung betrachtet und beanstandet wird. Der Abgemahnte soll genau das nicht wieder tun. Deshalb enthalten Abmahnungen in der Regel auch „Unterlassungserklärungen“, die der Abgemahnte abgeben soll, damit sich die Sache dann erledigt hat – er soll also schriftlich sinngemäß erklären „Ich tu das nie wieder“. Außerdem werden in Abmahnungen üblicherweise Anwaltskosten und Schadensersatz in Rechnung gestellt.

Und weil das bisweilen schon mal verwechselt wird: Eine Abmahnung ist keine Strafanzeige oder gerichtliche Verfügung und schon gar kein Gerichtsurteil!


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

Schlagworte

Wie hat dir der Artikel gefallen? Top oder Flop?